Der Ideengeber
Eine Skizze des niederländischen Autohändlers und Volkswagen-Importeurs Ben Pon gab Volkswagen 1947 den entscheidenden Impuls für die Entwicklung des VW Transporters. Ben Pon gilt seither als der Erfinder des Bullis. Wir haben den Mann hinter der Geschichte porträtiert.
Die Erfolgsgeschichte der Familie Pon begann 1898. Mijndert Pon eröffnete im Alter von 24 Jahren im niederländischen Amersfoort einen Gemischtwarenladen.
Zum Angebot zählten Tabak, Seife, Saatgut, Haushaltswaren und Nähmaschinen.
Mijndert Pons erster Sohn Ben wurde 1904 geboren. Zusammen mit seinem jüngeren Bruder Wijnand übernahm er 1928 das Geschäft seines Vaters und nur drei Jahre später gründeten die Brüder das Unternehmen "Pon's Automobielhandel".
Ben verantwortete Verkauf und Kundenbeziehungen, Wijnand war für Organisation und Finanzen zuständig.
"Pon's Automobielhandel" importierte Lkw und Pkw aus Europa und den USA. Den ersten Vertrag mit einem deutschen Automobilhändler unterschrieben die Brüder Pon mit der Firma Adler aus Berlin. Hansa-Lloyd und Goliath folgen.
1939 besuchten Ben und Wijnand Pon die Automobilausstellung in Berlin. Dort trafen sie mit Ferdinand Porsche zusammen, der ihnen das Projekt KdF-Wagen präsentierte. Er stellte den beiden in Aussicht, Importeure des Fahrzeugs für die Niederlande zu werden, sollte es je in großen Stückzahlen gebaut werden. Der Zweite Weltkrieg verhinderte die Umsetzung dieses Plans jedoch zunächst.
Stabilste Umsatzträger von "Pon's Automobielhandel" nach Kriegsende waren die aus den USA importierten Federal Trucks mit 641 verkauften Exemplaren. Bis 1948 setzten die Brüder Pon in den Niederlanden insgesamt 56 Adler-, neun Hansa- und sechs Goliath-Automobile ab.
Die Hoffnungen, die Ferdinand Porsche Ben und Wijnand Pon 1939 in Berlin gemacht hatten, wurden 1947 erfüllt: Am 8. August unterschrieb Ben Pon für "Pon's Automobielhandel" den Vertrag, mit dem das Unternehmen offizieller Volkswagen-Importeur für die Niederlande und gleichzeitig weltweit erster Volkswagen-Importeur überhaupt wurde.
Bei einem seiner Besuche im Wolfsburger Volkswagen-Werk entdeckte Ben Pon einen Plattenwagen. Dessen Fahrer saß hinten über dem luftgekühlten Boxermotor, vor sich eine glatte Ladefläche, auf der allerlei Material durch die noch recht unwegsamen Produktionsanlagen transportiert wurde. Ben Pon fand diese Form eines motorisierten Mulis hochinteressant und bemühte sich in den
Niederlanden um eine Straßenzulassung dieses Gefährts. Vergeblich, jedenfalls im ersten Versuch.
Mit einer freihändigen Konstruktions-Skizze überzeugte er Volkswagen-Generaldirektor Heinrich Nordhoff, einen Transporter zu bauen, den man sowohl zur Personenbeförderung als auch als Lieferwagen einsetzen konnte. Die Kombination aus den Wörtern Bus und Lieferwagen lieferte die Vorlage zur knappen, aber liebevollen Bezeichnung "Bulli".
Ben Pon hat 1947 den Bulli erfunden. Ein Fahrzeug, das innerhalb kürzester Zeit einen Platz im Auto-Olymp erlangte, weil es wie kaum ein anderes Auto in die Zeit passte sowie erschwinglich und sparsam war. Weil ihm kein Ziel zu weit und kein Weg zu beschwerlich war. Und dabei ist es geblieben: 60 Jahre nach der schnell angefertigten Skizze auf einem Kalenderblatt erfreut sich die mittlerweile fünfte Bulli-Generation größter Beliebtheit.
Lesen Sie mehr über die Idee zum VW Transporter, über seine Rolle als Motor der Wirtschaft und seine Entwicklung von den Anfängen bis in die Gegenwart.




