
Der VW Bus in den Medien
Der VW Bus macht eine gute Figur - nicht nur auf der Straße, am Strand oder auf dem Camping-Platz, sondern auch in den Medien. Er wurde in Kinohits und Rocksongs verewigt und TV-Serien und Werbe-Spots setzen auf sein sympathisches Äußeres. Inzwischen fährt das Kult-Mobil sogar in Videospielen und der Internetwelt "Second Life" einen heißen Reifen.
Im letzten Jahr hat ein Film viele Zuschauer bewegt, der es trotz seines kleinen Budgets auch in die großen Kinosäle geschafft hatte. In "Little Miss Sunshine" fährt eine liebenswürdig schräge Familie durch den Südwesten der USA und macht dabei außergewöhnliche Erlebnisse, die das Herz berühren. Der Film überzeugte nicht zuletzt auch durch seinen Hauptdarsteller aus Blech und Schrauben - den alten VW Bus des Typs T2. Heldenhaft durchbricht er Parkplatzschranken, nicht einmal eine defekte Kupplung kann ihn stoppen: Der verlässliche VW Bulli ist fast das siebte Familienmitglied der Hoovers in dieser hinreißenden Komödie.
Zum virtuellen Leben erweckt wird der VW Bulli schließlich in Disneys Animationsfilm "Cars" aus 2006. Der schnuckelige T1 "Fillmore" ist in diesem Film für Jung und Alt ein lässiger Alt-Hippie, der mit einem grimmig-frotzelnden Militär-Jeep ein komisches Duo bildet, das sich gegenseitig ständig aufzieht und mit seinen frechen Sprüchen den Zuschauer zum Schmunzeln bringt.
Kinostar auf vier Reifen
Für den Bulli sind die Auftritte in "Little Miss Sunshine" und "Cars" aber beileibe nicht die ersten Filmrollen. In mehr als 80 Kinofilmen hat der sympathische Bus bereits gezeigt, wie er sich vor der Kamera bewegen kann. Unter anderem hat der vierrädrige Darsteller in folgenden Filmen Starqualitäten bewiesen:
Alices Restaurant (1969), Is' was, Doc? (1972), Der rosarote Panther kehrt zurück (1975), Zurück in die Zukunft (1985), Der stählerne Adler (1986), Der rosarote Panther kehrt zurück (1975), Atemlos (1983), Agenten sterben zweimal (1983), Free Willy (1993), Dazed and Confused (1993), Forrest Gump (1994), Heat (1995), Jackie Brown (1997), Ronin (1998), Almost Famous (2000), Drei Engel für Charlie (2000), Spy Game (2001), Riders (2002), Mr. Deeds (2002), Hulk (2003), Scary Movie 4 (2006), Blood Diamond (2006) und Goodbye Bafana (2007).
Auch in zwei deutschen Filmen der jüngeren Vergangenheit hat der Bulli mitgewirkt. Ganz "klassisch" wurde er als Hippie-Vehikel in der Verfilmung der Biografie der 60er-Jahre-Ikone Uschi Obermeier in Szene gesetzt ("Das wilde Leben", 2007). Schauspielerin Natalia Avelon steigt in der Rolle des bayerischen Fotomodells beim Trampen in einen bunt bemalten VW Bus und landet am Ende der Fahrt geradewegs in der Kommune 1. In dem von Kritikern gefeierten Film "Die fetten Jahre sind vorbei" aus 2004 dient ein klappriger VW Transporter den jungen Möchtegern-Revoluzzern bei ihren nächtlichen Streifzügen durch die Villenviertel der Besserverdienenden als Fortbewegungsmittel. Wie wichtig dem Regisseur Hans Weingartner die Besetzung dieser "Rolle" mit einem VW Bus war, unterstrich er bei seinem Besuch der Filmfestspiele in Cannes. Dort fuhr er mit seinem Bus über die Croisette und stahl den Ferraris und Porsches die Show.
Von Musikhits wie "Going Mobile" bis zu "Jesus in a Camper Van"
Viele Songs haben dem VW Bus ein akustisches Denkmal gesetzt: Welcher Bulli-Fan erinnert sich nicht an den Song "Going Mobile" der britischen Kult-Rockband The Who, in dem Mastermind Pete Townshend bereits in den 60er Jahren darüber schrieb, wie cool es ist, mit dem VW Bus unterwegs zu sein. Ebenfalls in den 60ern bekannte sich die populäre britische Folk-Band Fairport Convention in ihrem Song "Keep On Turning The Wheel" zum T1-Bulli.
Auch "The Boss" Bruce Springsteen konnte sich dem Charme des Automobils ebenfalls nicht entziehen und singt in seinem Stück "The Angel" von "Volkswagen vans with full running boards driving great anchors". Der Song findet sich auf seinem Erstlingswerk "Greetings From Asbury Park, N.J.", das 1973 erschienen ist.
In dem Kult-Hit "Down Under" von Men at Work aus den frühen 80ern, der in Australien als heimliche Nationalhymne gilt, singt Colin Hay vom "Traveling in a fried-out Kombi, on a hippie trail, head full of zombies" und spielt damit auf das liebste Fortbewegungsmittel der Hippies an. Die US-amerikanische Band Kory and the Fireflies veröffentlichte 1996 auf ihrem Album "Sparks Fly" den Songtitel "VW Bus".
Da der Geist des Bullis auch heute noch Musiker überall auf der Welt bewegt, finden sich auch viele neuere Beispiele für Musikhits, die den VW Bus thematisieren. Der bekannteste und kommerziell erfolgreichste Vertreter dürfte Robbie Williams mit seinem Song "Jesus in a Camper Van" sein. In diesem Stück von seinem Erfolgsalbum "I've been expecting you" (2001) schickt er den Sohn Gottes in einem "Camper Van", eine übliche englische Bezeichnung für einen umgebauten VW Bus, auf Tour.
In solch einem umgebauten T1 ist auch die amerikanische Punkpop-Band Blink 182 in ihrem Video zu dem Song "First Date" (2001) unterwegs. Der Musikclip zeigt die drei jungen Musiker im Beach-Boys-Look in einem roten Bulli auf ihrer Partytour im Kalifornien der 70er Jahre. An der Stoßstange am Heck klebt ein Aufkleber mit dem frechen Hinweis: "Ass, Gas or Grass! Nobody rides for free."
Pimp my Bulli - Der VW Bus in Fernsehserien und Werbespots
Selbstverständlich hat auch der VW Bus einen Stammplatz in der Lindenstraße, Deutschlands Rekord-Seifenoper, die sich in ihrem 22. Jahr nach der Erstausstrahlung befindet. "Lindenstraßen-Urgestein" Hajo Scholz ist leidenschaftlicher Camper und VW-Bus-Fahrer. In seinem Bus haben schon allerhand kuriose Geschichten ihren Lauf genommen. Dass man in einem umgebauten VW Transporter gut wohnen kann, durfte der liebenswürdige "Lindensträßler" mit dem Sprachfehler - wenn auch ungewollt - selbst schon mal ausprobieren. Mehrere Wochen lebte er in seinem VW Bus, nachdem ihn seine Lebensgefährtin Berta an die Luft gesetzt hatte. In einer früheren Folge gewinnt er mit einem romantischen Dinner in seinem Bus sein "Rehlein" für eine Reise ans Nordkap.
Im TV-Bereich ist der VW Bus auch internationales Parkett gewöhnt. In der britischen Koch-Show "The Naked Chef" fährt der englische Star-Koch Jamie Oliver darin seine Zutaten einkaufen. MTVs Kult-Sendung "Pimp my Ride", in der alte Rostlauben von Profi-Tunern in rundum erneuerte Design-Unikate mit High-Tech-Ausstattung verwandelt werden, hat bereits drei alte VW Busse in unnachahmlicher Weise "gepimpt", sprich: aufgemotzt.
Das Gegenteil von aufgemotzt beschreibt allerdings den Zustand unseres vierrädrigen Protagonisten während seines Gastauftritts in der international sehr erfolgreichen US-Serie "Lost". Durch Zufall finden die Gestrandeten auf ihrer einsamen Insel einen VW Bus, der im Dschungel zurückgelassen wurde und mit Pflanzen überwuchert ist. Doch auch hier beweist der Bulli seine Zuverlässigkeit und springt trotz seines bemitleidenswerten Äußeren mit ein wenig Nachhilfe an. Simpsons-Erfinder Matt Groening lässt in seiner Comic-Serie "Futurama" seine Helden rund um den Roboter "Bender" in einem Hippie-T1 auf Konzerttournee gehen.
Auf diese Reifen können Sie bauen
Auch in der Werbung rollen häufig VW Busse durchs Bild, ist er doch ein Zeichen für den wirtschaftlichen Aufschwung in den 50er-Jahren und ein bei Alt und Jung beliebtes Kult-Mobil.
So hat zum Beispiel ein roter Bulli im Werbespot "Hüttengaudi" des amerikanischen Burger-Riesen mit den zwei goldenen Bögen einen Gastauftritt. In diesem Spot haben zwei hippe Snowboarder bei der Durchfahrt eines Drive-Ins in Österreich mit ihrem roten T2 eine Bestellung im lokalen Dialekt zu meistern. Die sympathischen Jungs müssen bei ihrem Mahl im VW Bus noch herzlich über den breiten Akzent der Schnellrestaurant-Mitarbeiterin lachen.
Eine große deutsche Brauerei schickt in einem aktuellen Spot eine Männergruppe auf Campingtour. Während die Freunde auf dem Campingplatz mehr schlecht als recht ihr Mini-Zelt aufbauen und ihren Günstig-Grill zusammenschrauben, protzt nebenan ein Best-Ager-Ehepaar mit den voll-automatisierten Luxus-Einrichtungen ihres hochmodernen Wohnmobils. Die beiden staunen dann aber nicht schlecht, als die Jungs eine voll durchgestylte Tresen-Garnitur aus ihrem roten T3 klappen und ein perfekt gezapftes kühles Blondes genießen. Da will dann auch der edle Rotwein des gesetzten Paares nicht mehr richtig schmecken und man gesellt sich auf ein Bier zu den jungen Leuten und ihrem roten Bulli.
Weitere aktuelle Beispiele für den VW Bus in der Werbung lassen sich schnell finden: So zeigt eine bekannte Bausparkasse einen T1 als Pritschenwagen in ihrem nostalgischen Spot "7.000.000 verwirklichte Träume" und der Hersteller einer Hamburger Kult-Biermarke einen T2 im Stau auf seinem Plakat "Läuft doch!".
Bulli 2.0 - Videospiele und Second Life als neueste Heimat
Bei Videospielen mit Autorennen denkt man natürlich nicht im ersten Moment an den eher durch Ausstrahlung als durch Geschwindigkeit überzeugenden T1 oder T2. Im VW Videospiel "GTI Racing" hat der T1 Samba jedoch einen Auftritt als gestyltes und getuntes Rennfahrzeug. Als Spieler kann man in diesem Game zwischen fünfzehn verschiedenen Autos und Hunderten von Gestaltungs- und Tuningsmöglichkeiten wählen.
Neben "GTI Racing" finden sich noch eine Reihe weiterer Spiele, die den Bulli auf den Computerbildschirm bringen. In "San Francisco Rush" kann man ebenfalls mit einem VW Bus Rennen fahren. Das Spiel war bei seinem Erscheinen ein großer Erfolg, da die amerikanische Westküstenmetropole detailgetreu nachempfunden wurde und sogar der obligatorische Nebel der Bay-Area erzeugt wurde.
Das bei Jugendlichen sehr beliebte Spiel "Grand Theft Auto: San Andreas" wartet mit einem interessanten Hippie-Charakter auf. "The Truth" besitzt einen T1, der mit vielen Flower-Power-Graffitis besprüht ist. Er selbst nennt seinen Bulli liebevoll "das Mutterschiff".
Ein ähnlich beliebtes Spiel ist "Driv3r", das dem Spieler ebenfalls einen VW Bus als wählbares Auto zur Verfügung stellt. In diesem fährt der Akteur durch detailgetreu nachgebaute Städte und erfüllt seine Missionen, die nicht ungefährlich sind - und zumeist auch nicht legal.
Ganz legal können hingegen Avatare - das sind die Fantasy-Persönlichkeiten der Bewohner von "Second Life" - VW Busse in der virtuellen Internetwelt, die mehr und mehr Anhänger gewinnt, erwerben. So bietet zum Beispiel der Avatar "Nils Kenzo" einen "G-Axis Bulli evolution" an, der in seinem Aussehen eindeutig auf einem T1 basiert. Da in Second Life vieles möglich ist, das in der realen Welt nicht funktioniert, kann der Nutzer mit dem G-Axis nicht nur fahren, sondern auch schweben. Für 1.495 L$ (ein "Linden-Dollar" der offiziellen Währung der Second Life-Welt entspricht einem US-Dollar) wechselt der G-Axis den Eigentümer.
Wem das zu teuer ist, der wird vielleicht schon mit dem "LoveMachineBus" für 1.150 L$ glücklich. Der dunkelblaue T1 im entzückenden Flower-Power-Look kann zwar nicht fahren, ist aber laut Anbieter "Leeroy Whitfield" ein schönes Refugium für seinen Besitzer. Bei der Programmierung seiner "LoveMachine" hat sich Whitfield nach eigener Auskunft sehr viel Mühe gegeben. Schließlich ist er im wirklichen Leben ebenfalls Bulli-Fan und hat seinen eigenen T1 als Vorbild für das Second Life-Pendant gewählt.






