Möglingen, Tuesday, 01. December 2009

Senioren auf Spurensuche

Fotos: www.bester-beifahrer.de

Während die einen regelmäßige medizinische Checks fordern, denken andere darüber nach, wie man Senioren am Steuer mit zeitgemäßer Technik zur Hand gehen kann, damit sie mobil bleiben und sicher fahren können. Die TU Braunschweig hat jetzt publiziert, welche Wünsche ältere Verkehrsteilnehmer an das Auto der Zukunft haben.

Senioren wollen keine Gimmicks, sondern solide und einfach bedienbare Technik, die das Leben hinterm Lenkrad vom Anfahren bis zum Einparken erleichtern. Die gibt es teilweise schon jetzt ab Werk – beispielsweise im neuen T5 in allen Varianten.

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) sagt, ältere Menschen seien in ihrer Wahrnehmung mit zunehmendem Alter eingeschränkt, wollten aber mobil sein. Er führt die Zunahme von Unfällen beim Abbiegen, Fahrspurwechsel und Einparken in der statistisch erfassten Altersgruppe 65plus darauf zurück, dass es zu Schwierigkeiten bei der Situationsbeobachtung kommen kann.

"Je älter ein Fahrer ist, desto schwerer fällt beispielsweise der Schulterblick", weiß Burkhard Gerkens, der beim DVR das Referat "Ältere Verkehrsteilnehmer" betreut. Aber der Experte weiß auch, dass sich diese körperliche Einschränkung leicht mit einem Spurwechselassistenten kompensieren lässt.

Der funktioniert genauer und schneller als ein Mensch. Mit einem optischen oder akustischen Signal, ausgelöst von Sensoren, wird alarmiert, wenn sich Autos oder Motorräder im toten Winkel der Außenspiegel oder im Seitenbereich des Fahrzeugs befinden. Das hilft folgenschwere Unfälle (in die auf Autobahnen meist mehrere Fahrzeuge verwickelt werden) zu vermeiden.

"Untersuchungen aus den USA weisen nach, dass durch den Einsatz von Spurwechselassistenten rund 26 Prozent aller Unfälle beim Fahrspurwechsel vermieden werden könnten", so Welf Stankowitz, Experte für Fahrzeugtechnik beim DVR.

Mindestens ebenso hilfreich, zudem auch noch komfortabler, hilft der Einparkassistent. Nahezu jeder dritte Bagatellunfall, der den Versicherern gemeldet wird, entsteht bei Parkmanövern – dumm nur, dass der Eigenschaden meist, vom Selbstbehalt gedeckelt, nicht ersetzt wird (den Fremdschaden übernimmt generell die Haftpflicht). Schon bei einem verhinderten Parkrempler kann sich die Investition in einen Parkpiloten (ca 600 Euro) lohnen.

In der optimalsten Version (Parkassistent) messen Sensoren während des Suchens einer Lücke zwischen längs am Straßenrand geparkten Autos den Abstand und rechnen aus, ob das eigene Auto mit automatisiertem Rückwärtseinparken schadlos reinbugsiert werden kann.

Dann legt man den Rückwärtsgang ein, lässt das Lenkrad los und das Auto mit Leerlaufdrehzahl langsam tun, was ihm die Elektronik sagt. Im bestmöglichen Moment wird das Lenkrad auf kürzestem Weg voll rechts eingeschlagen, dann langsam zurückgedreht, bis das Auto gerade parkt.

Aus eigener Erfahrung über 30.000 Kilometer kann berichtet und versichert werden, dass es immer passt und selbst ein ausgefuchster Profi dies nicht besser schaffen würde. Für den T5 gibt es momentan nur den Parkpiloten, der das Einparken erheblich erleichter und zugleich deutlich sicherer macht, er erfasst beim Rückwärtseinparken in Parkhäusern oder auf Parkplätzen seitliche Abstände und signalisiert diese aufs Display.

Neuere elektronische Fahrassistenzsysteme (FAS) nutzen Sicherheitspotenziale, wie sie leider noch weitgehend unbekannt sind. Sie werden zugeliefert von Bosch, Continental, Delphi, Hella, Siemens VDO und Valeo. Um Fahrassistenzsysteme bekannter zu machen, wurde jetzt eine Internetseite eingerichtet, auf der kompetent informiert wird (www.bester-beifahrer.de). Dort gibt es auch eine typgenaue Datenbank, der man entnehmen kann, welche Systeme für welche Automodelle lieferbar sind und wie viel sie kosten.

Im neuen T5 gibt es verschiedene Sicherheitspakete, darunter auch einen Parkpiloten und einen Spurwechselassistenten. Die Dienstleistungsmarke "CarePort" von Volkswagen Nutzfahrzeuge bietet zusammen mit dem Volkswagen VersicherungsService Paketrabatte und niedrigere Versicherungseinstufungen an, wenn der Kunde spezielle Sicherheitspakete ordert.

Ernst Bauer

Abstandsregler   

Passt die eigene Geschwindigkeit automatisch an den Verkehrsfluss an und hilft, Auffahrunfälle zu reduzieren.

Notbremsassistent   

Warnt den Fahrer vor Kollisionen und hilft extrem stark zu bremsen.

Spurhalteassistent   

Warnt optisch oder haptisch, wenn die Fahrspur unbeabsichtigt verlassen wird (orientiert sich an Leitlinien).

Spurwechselassistent   

Warnt vor anderen in den toten Winkeln links und rechts des eigenen Autos, ergänzt den Blick in die Rückspiegel.

Parkassistent   

Hilft Parklücken zu finden, rangiert selbstständig rückwärts ein.

Parkpilot   

Signalisiert bei manuellem Einparken seitlich, vorne und hinten Abstände und stellt diese auch optisch dar.

Lichtsysteme   

Verbessert nachts die Sicht auf gerade und kurviger Strecke.

Nachtsichtassistent 

Bietet vor allem bei schlechter Sicht optimale Unterstützung, dient der Erkennung von Fußgängern, Radlern und/oder Tieren und Hindernissen.

ESP   

Elektronisches Stabilitätsprogramm verhindert Schleudern des Autos und ist Kompetenzzentrum für etliche daraus zusätzlich abgeleitete Helferlein, wie Anfahrhilfe, Durchdrehbremse. Blockierverhinderer. ESP ist heute in 80 Prozent aller Autos verfügbar.

Verkehrszeichenbeobachter   

Erkennt (derzeit) Tempolimitzeichen, auch in schneller Folge (z.B. Baustellen) und projiziert diese auf ein Display im Tacho.