Umweltzonen in Deutschland
Seit mehr als einem Jahr gibt es die Umweltzonen bereits in Berlin und Hannover, seit wenigen Wochen auch in Bremen und Karlsruhe: Langfristig sollen sie die größten Luftverpester aus dem innerstädtischen Verkehr verbannen. Die Feinstaubgrenzwerte wurden jedoch auch in 2008 überschritten.
Mittlerweile haben 32 deutsche Städte in Deutschland Umweltzonen eingerichtet. Neben Bremen und Karlsruhe sind Anfang 2009 weitere sechs Städte hinzugekommen: das bayerische Augsburg sowie Heilbronn, Herrenberg, Mühlacker, Pforzheim und Ulm in Baden-Württemberg.
Autofahrer, die in einer Umweltzone unterwegs sind, benötigen eine grüne, gelbe oder rote Plakette an der Windschutzscheibe. Wer ohne Plakette angetroffen wird, muss mit 40 Euro Bußgeld und einem Punkt in Flensburg rechnen. Die Farbe der Plaketten hängt mit dem Schadstoffausstoß des Fahrzeugs zusammen. Keine Plakette erhalten Dieselfahrzeuge, die in die Schadstoffgruppe 1 der Europäischen Abgasnorm fallen, sowie Benziner ohne geregelten Katalysator. Diese Fahrzeuge sind damit aus den Umweltzonen ausgeschlossen.
Ein darüber hinaus gehendes Fahrverbot für Autos mit roter Plakette gilt seit Jahresbeginn in Hannover. In einigen weiteren Umweltzonen soll dieses Verbot zum 1. Januar 2010 umgesetzt werden, unter anderem in Berlin, Köln und Frankfurt am Main. In Stuttgart, wo die Mess-Station im Stadtteil Neckartor seit Jahren die höchste Konzentration von Feinstaub in ganz Deutschland misst, ist dieser Schritt erst für Anfang 2012 geplant.
Nach Angaben des Umweltbundesamtes planen weitere sieben Kommunen, Umweltzonen einzurichten. In Düsseldorf und Wuppertal soll es bereits im Februar soweit sein, in Osnabrück, Heidelberg, Freiburg und Pfinztal erst Anfang des kommenden Jahres. Hinzu kommt Regensburg, wo der Zeitpunkt der Einführung noch offen ist.
Feinstaubgrenzwerte auch 2008 überschritten
Das Umweltbundesamtes (UBA) hat die vorläufige Beurteilung zur Luftqualität des Jahres 2008 in Deutschland veröffentlicht. Demnach wurden auch im Jahr 2008 die Grenzwerte für die Schadstoffe Feinstaub und Stickstoffdioxid (NO2) übertreten. An 19 der insgesamt 421 Messstationen überschritten die Feinstaubkonzentrationen öfter als an den zulässigen 35 Tagen den Wert von 50 Mikrogramm/Kubikmeter Luft.
An der Mess-Station Stuttgart Neckartor wurde zudem der auf das Jahresmittel bezogene PM10-Grenzwert von 40 Mikrogramm/Kubikmeter Luft nicht eingehalten. Im Jahr 2008 war die Feinstaubbelastung - wie schon 2007 - vergleichsweise gering.
An rund der Hälfte der Messstationen lagen auch die NO2-Jahresmittelwerte über dem ab 2010 einzuhaltenden Grenzwert von 40 Mikrogramm/Kubikmeter Luft. Bliebe diese Belastung auch in den kommenden Jahren erhalten, so würde es im städtischen verkehrsnahen Bereich ab 2010 zu Überschreitungen des dann verbindlich einzuhaltenden NO2-Grenzwertes für das Jahresmittel kommen. NO2 entsteht bei Verbrennungsvorgängen in Industrie, Haushalten oder im Verkehr.


