München, 05. Dezember 2007

Womit Autofahrer in 2008 rechnen müssen

Im neuen Jahr gibt es für Autofahrer viele wichtige Änderungen.

Die bedeutendsten Neuerungen im kommenden Jahr betreffen nach einer Aufstellung des ADAC den Klimaschutz und den Reiseverkehr. Wer sein Fahrzeug nicht mit einer gültigen Umweltplakette ausstattet, wird in einige Großstädte und Ballungsgebiete bald nicht mehr einfahren können.

Als erstes wird Berlin eine Umweltzone einrichten. Aber auch andere Städte, wie Stuttgart und München folgen im Laufe des Jahres.

Eine weitere wesentliche Änderung betrifft die Ausweitung des so genannten Schengen-Raums. Die Grenzkontrollen nach Polen, Ungarn, in die Slowakei, nach Malta und Slowenien sowie in die baltischen Staaten fallen schon ab dem 21. Dezember 2007, also gerade rechtzeitig zur Weihnachtsreisewelle weg.

Weitere wichtige beschlossene und geplante Änderungen für das kommende Jahr:

1. Januar: Das neue Versicherungsvertragsrecht (VVG) regelt u.a. den Tatbestand der groben Fahrlässigkeit. Neu: Wenn es nicht gerade um Alkohol und Drogen oder um Versäumnisse des Versicherungsnehmer im Zusammenhang mit Autodiebstahl geht, kann der Versicherungsanspruch in der Kasko nur noch gemäß dem tatsächlichen Verschulden gekürzt werden. Also: 50 Prozent Schuld, halbe Versicherungsleistung.

1. März: Die Führerschein-Missbrauchsverordnung wird dem so genannten
"Führerschein-Tourismus" endgültig einen Riegel vorschieben.

8. April: Kindersitze ohne die Prüfnorm ECE 44/03 oder 44/04 dürfen nicht mehr verwendet werden. Vorsicht bei Kindersitzen aus der Zeit vor September 1995.

Frühjahr 2008: Um das angepeilte Ziel der Halbierung der Verkehrsopferzahlen in Europa bis zum Jahr 2010 doch noch zu erreichen, wird die EU-Kommission eine Richtlinie mit weiteren Maßnahmen veröffentlichen.

Neben diesen Neuerungen wird im Verlaufe des Jahres noch mit Erhöhungen bei den Bußgeldern und den Gebühren für TÜV und AU zu rechnen sein. Die Online-Zulassung von Kraftfahrzeugen wird als Option eingeführt und Führerscheinprüfungen wird man demnächst am Computer ablegen.

Keine Chance auf Verwirklichung hat dagegen die seit langem geplante Umsetzung der europaweiten Vollstreckung von Verkehrssünden. Sie wird noch mindestens bis 2009 auf sich warten lassen, wie Bundesjustizministerin Brigitte Zypries dem ADAC in einem Interview mit der "ADAC Motorwelt" mitteilte.