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Bosch stoppt Parksensoren

Sensoren in der Größe einer CD sollten Parkprobleme in Großstädten lösen. Jetzt ist der Versuch gescheitert.

Technisch überholt: Parksensoren im Boden ©BOSCH

Mit intelligenter Technik und robusten, aber zugleich feinfühligen Sensoren sollte es bald möglich sein, in Parkhäusern oder entlang innerstädtischer Straßen einen freien Platz zu finden. Doch jetzt, zwei Jahre nach der Vorstellung, hat Bosch dieses System überraschend gestoppt.

Es sollte relativ einfach arbeiten: Erkennen die im Boden eingelassenen Belegungs-Sensoren kein Auto über ihnen, funken sie an zentrale Rechner den Leerstand. Per Handy-Apps wurden solche Meldungen an suchende Autofahrer weitergeleitet. Doch das „connected parking“ getaufte System hat sich im Großversuch nicht bewährt. Die Sensoren seien zu empfindlich gegen Witterungseinflüsse, war zu hören. Dabei hatte Bosch mitgeteilt, dass die Sensoren aus robustem Kunststoff bestehen, der sogar den Druck eines darüberfahrenden Lastwagens aushält und sogar Räumfahrzeugen trotzt. Damit seien auch die Voraussetzungen gegeben, dass sie nicht nur in Parkhäusern oder auf großen Parkplätzen eingesetzt werden, sondern auch entlang von parkberechtigten Straßen. VW-Bulli.de hatte das System im September 2015 vorgestellt. Zum Bericht

Vermutlich gibt es auch noch andere Gründe: Inzwischen können Autos über die installierten modernen Systeme zum autonomen Fahren sozusagen auch nebenbei mit anderen Algorithmen erfahren, wo es freie Parkplätze gibt. Die Sensoren-Bodentruppe hat sich also technisch überlebt. 

Die baden-württembergische Landesregierung hat deshalb die zugesagten Finanzierungshilfen für diesen Großversuch teilweise zurückgefordert, weil es nicht zu den  versprochenen Ergebnissen gekommen ist.

von Ernst Bauer