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Fahrtests für Senioren?

Erneuter Versuch, Senioren am Steuer gesetzlich zu Fahrtests zu zwingen: Doch eine deutliche Mehrheit lehnt dies ab. Die ergab eine Sendung auf Bayern 2.

Senior. ©angieconscious pixelio

Sollen Senioren noch mal zur Fahrprüfung, um zu zeigen, dass sie noch fit sind für den Straßenverkehr? Diese Frage stellte die Redakteurin Stephanie Heinzeller am Montag (25.01.) in der Sendung „Tagesgespräch“ auf Bayern 2. Anlass war eine Forderung der Unfallforschung der Versicherer (UDV), einer Gesellschaft, die zum Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft gehört. Sie forscht im Auftrag der privaten Versicherungsunternehmen zu Sicherheit und Unfallvermeidung im Straßenverkehr.

Deren Leiter, Siegfried Brockmann: „"Auf diese Weise könnten Senioren von unabhängigen Fachleuten überprüfen lassen, wie fit sie noch für den Straßenverkehr sind und ob von ihnen eine erhöhte Unfallgefahr ausgeht." Brockmanns Forderung hatte am Wochenende für Schlagzeilen gesorgt.

Wer davon betroffen ist, wurde an der Altersgrenze 75 Jahre festgemacht: "Wenn Senioren über 75 Jahren in Unfälle verwickelt sind, haben sie diese zu rund 75 Prozent selbst verursacht." Die Quote liege damit höher als bei der Hochrisikogruppe der 18- bis 24-Jährigen. Dennoch hielten sich die meisten Senioren für gute Fahrer und ließen sich nur schwer auf Fehler ansprechen.

Das Ziel von Testfahren mit Beobachtern sei „nicht unbedingt, dass Senioren den Führerschein abgeben“, betonte Tagesgespräch-Gast Siegfried Brockmann. Sollten aber Defizite festgestellt werden, könnte es vielfach schon helfen, wenn Senioren anschließend ihre Fahrweise darauf einstellen und zum Beispiel nur in bekannten Gebieten fahren oder das Auto bei Dunkelheit in der Garage stehen lassen.

Die meisten der 30 Kommentare im Internet sprachen sich gegen den Vorschlag ab. In einer nach der Sendung auf der Webseite von Bayern 2 gestarteten Meinungsumfrage waren sogar mehr als 61 Prozent dagegen. Diese Abstimmung ist allerdings keine repräsentative Umfrage. Das Ergebnis ist ein Stimmungsbild der Nutzerinnen und Nutzer von BR.de, die sich an der Abstimmung beteiligt haben.

Ernst Bauer