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Im Herbst ist Aufpassen die Devise

Nach einem schönen Sommer ist der Herbst, punktgenau wie im Kalender, angekommen. Wir möchten mit bewährten Tipps daran erinnern, was in den kommenden Wochen zu beachten ist, um nicht überrascht zu werden.

Unbedingt ernst nehmen: Wildwechselwarnung

 ©DVR

Die mit Abstand größte Gefahr auf herbstlichen Straßen ist die Unterschätzung. Das gilt sowohl für die Straßenoberfläche als auch für die Sicht. Sobald Laub auf der Fahrbahn liegt, muss man mit deutlich längeren Bremswegen rechnen. Hält ein Auto bei trockener Straße bei Tempo 100 nach rund 40 Metern, braucht man bei Nässe bis zu 75 Meter und auf Laub sogar bis zu 100 Meter. Hinzu kommt: Laub wirkt wie Schneeglätte oder Glatteis – die Lenkung springt nicht mehr exakt an. Man kann ins Schleudern geraten und von der Fahrbahn abkommen.

Unser Tipp: Nutzt die Wetter-Apps und nehmt die Warnungen vor Wind und Sturm ernst. Typische Gefahr: Wer auf einer waldreichen Straße plötzlich wieder ins Freie kommt, muss mit Seitenwind rechnen. Und der tritt schlagartig auf. Gleiches gilt auch für Brücken. Hier helfen Windsäcke am Straßenrand – doch bei Gegenwind zeigen diese nicht genau, was wirklich los ist.

Wild ist unberechenbar

Wenn die Tage kürzer werden, ändert auch das Wild seine Gewohnheiten. Rehe und vor allem ganze Rudel Wildschweine suchen auf der anderen Straßenseite nicht nur Nahrung, sondern auch Partner für die Paarung. Völlig unberechenbar kommen sie dann aus dem Wald heraus und stehen plötzlich auf der Fahrbahn. Da hilft nur beherztes Bremsen mit beiden Händen fest am Lenkrad. Und im Vorfeld natürlich die richtige Entscheidung: Bewusst und vorausschauend fahren. Wer mit Wild rechnet, hat die größten Überlebenschancen. Wenn aber dennoch ein Wild auftaucht, vorsichtig bremsen, auf jeden Fall hupen und, wenn möglich, abblenden. Gefährlich sind schreckhafte, weil dann unkontrollierte Ausweichbewegungen.

Wer ein Tier angefahren hat, muss die Unfallstelle mit Warndreiecken absichern, über den Notruf 110 die Polizei informieren. Weil Wildtiere Krankheiten haben und übertragen können (Tollwut, Fuchsbandwurm) sollte man sie keinesfalls ungeschützt anfassen. Verboten ist auch, das Wildtier mitzunehmen. Dann drohten Geld- und sogar Haftstrafen wegen Wilderei.

Bestandene Prüfung - der TÜV klebt die Plakette

 ©TÜV

Gutes Licht und klare Sicht

Moderne Technik, wie das automatische Tagfahrlicht, reicht im Herbst nicht immer aus. Vor allem bei leichten Nebelschwaden oder beginnendem Schneefall verschwimmen die Konturen vor allem der hellen und grauen Autos. Mehr Sicherheit erreicht man, wenn das normale Abblendlicht manuell eingeschaltet wird.

Nicht ohne Grund gibt es seit Jahrzehnten die Lichtwochen im Oktober. Fachwerkstätten, viele technischen Überwachungsvereine (TÜV, DEKRA, GTÜ u.a.) bieten die Kontrolle der Beleuchtung an und zertifizieren die Kontrolle mit einem Aufkleber. Nicht immer sind solche Aktionen kostenlos, auf jeden Fall aber ihr Geld wert.

Mit ein wenig Geschickt und einem motivierten Partner kann man die reine Funktion der Beleuchtung selbst prüfen, beispielsweise vor einer Garagenwand oder einem breiten Schaufenster. Beim Rundgang checkt der Beifahrer, ob Blinker, Bremslicht, Nebelscheinwerfer, Auf- und Abblendlicht, Blinker und Rückfahrscheinwerfer funktionieren.

Schrägstehende Sonne kann blenden

 ©TÜV

Die magische Zahl 50

Je moderner das Auto, desto problematischer ist für den Laien der Wechsel von Leuchtmitteln. Da ist die Werkstatt gefragt. Sie prüft  auch ob ie Scheinwerfer exakt in die richtige Richtung strahlen und justiert mit komplizierter Messtechnik nach.

Ältere Autos haben an den Frontscheinwerfern mechanische Verstellmöglichkeiten. Manchmal stufenlos mit einer Art Zahnrad, in einfachen Ausführungen auch nur mit einem Kippmechanismus.

Eine wichtige Richtgröße ist die Zahl 50. Weil man nie schneller fahren soll als man bei freier Sicht überblicken kann, helfen die weißen Leitpfosten am Straßenrand. Auf Landstraßen und Autobahnen signalisieren sie in der Regel einen Abstand von 50 Metern. Ganz einfach und sicher: Wenn man einen Pfosten passiert und den nächsten sehen kann, ist alles gut – solange man nicht schneller als 50 km/h fährt.

Erst wenn die Sicht geringer wird, darf man die Nebelschlussleuchte einschalten. Oft vergessen Autofahrer, diese wieder auszuschalten, wenn der Nebel sich auflöst. Denn dann sind leider auch die in den Schalter integrierten Kontrollleuchten leicht zu übersehen.

Auch wenn nicht alle Herbst- und Wintertage trüb oder grau sind, sollte man mit natürlichen Gefahren rechnen, vor allem, wenn man von seinen gewohnten Fahrzeiten abweicht. Bei der morgendlichen Fahrt in östliche Richtung ist noch tiefe Nacht. Zwei Stunden später fährt der Nutzer flexibler Arbeitszeit direkt gegen die tiefstehende und deshalb stark blendende Sonne. Umgekehrt gilt diese auch für die abendliche Rückfahrt.

von Ernst Bauer