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Kfz-Branche startet Kampagne für das Auto

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) vertritt rund 436 000 Beschäftigte in 36 580 Autohäusern. Mit einem Jahresumsatz von 185 Milliarden Euro setzt die Interessenvertretung im ökologischen, technischen und digitalen Wandel erstmal auf die sozialen Medien. Aktuell spottet die Lobbyorganisation über den Hype um Lastenfahrräder…

 ©ZDK

Buchstäblich mit einer Steilvorlage greift das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe jetzt in die Diskussion um die individuelle Mobilität ein. Im strömenden Regen schiebt eine junge Frau ein Lastenfahrrad über eine Rampe nach oben. Im Trog, zwischen Saftkiste und Wand sitzt ein Kind im gelben Regenanzug – man mag nicht glauben, dass es glücklich ist. Denn die Rampe hat, wenn es sich nicht um eine Persiflage handelt, 12 Prozent Steigung. Jedenfalls steht das so auf einem Verkehrszeichen an einem von neun Lichtmasten – und erst danach scheint der schier endlose Weg wieder eben zu werden.

Zwei Slogans sind als Zitate einmontiert: „EIN AUTO BRAUCHT KEIN MENSCH“ und „GUT, DASS ES AUTOS GIBT!“

Damit soll ein Dialog angestoßen werden, so der Präsident des Zentralverbandes Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe, Jürgen Karpinski. Sie soll in den Social-Media-Kanälen Facebook und Twitter Situationen aus dem Lebensalltag zeigen, deren Bewältigung ohne Auto zu einer Herausforderung wird.

„Mit unserer Botschaft und den Bildmotiven wollen wir durchaus provokativ darauf hinweisen, dass für viele Menschen der Alltag ohne Auto gar nicht darstellbar ist“, betont Karpinski. „Aus unserer Sicht ist es der falsche Weg, die individuelle Mobilität mit dem Auto etwa in Städten zu erschweren, indem Straßen- und Parkräume verknappt werden und fragwürdige Tempolimits für Stillstand sorgen.“

Insbesondere in ländlichen Räumen habe das Auto eine besonders hohe Bedeutung. Zum ländlichen Raum zählten jedoch nicht nur Dörfer, sondern auch viele Klein- und Mittelstädte. Laut dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft leben 57 Prozent der Bevölkerung in Deutschland in ländlichen Räumen, die 91 Prozent der Fläche Deutschlands ausmachen. „Auch vor diesem Hintergrund gilt es den Blick dafür zu schärfen, dass die individuelle Mobilität nicht nur ausgehend von urbanen Ballungsgebieten mit gut ausgebautem öffentlichem Nahverkehr betrachtet werden darf“, so Karpinski.

Nicht zuletzt sorge das Auto für größtmögliche individuelle Freiheit und gerade in Zeiten der Pandemie für ein hohes Maß an Sicherheit. „Das Auto ist gut, weil es Leben rettet, in Katastrophen Hilfe leistet, die Versorgung mit Lebensmitteln, Medikamenten und allen anderen Gütern des täglichen Bedarfs sicherstellt und dabei nicht an Fahrpläne gebunden ist. Das sollten all jene beherzigen, die dem Auto als Verkehrsträger die Existenzberechtigung absprechen wollen“, mahnt der ZDK-Chef. Von Dezember bis Februar laufen die ersten drei Motive, ergänzt um Informationen zum Thema Autonutzung. Eine Fortsetzung der Kampagne ist geplant. 

von Ernst Bauer