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Notrufsäulen stark gefragt

Sie stehen am Rand der Autobahn und konkurrieren mit den Handys:  Doch wer glaubt, man könne auf sie verzichten, weiß nicht, dass sie nach wie vor eine schnelle Hilfe bei Pannen und Unfällen sichern – die 16.800 orangefarbenen Notrufsäulen. Sie werden von der Dienstleistungs-Tochterfirma der deutschen Versicherer (GDV) gemanagt.

Die Top-Ten-Notrufsäulen und ihre Autobahnen ©GDV

Die Notrufsäule, die 2015 am häufigsten für einen Pannen- oder Notruf genutzt wurde, steht in Baden-Württemberg. 190 Notrufe liefen über die  Notrufsäule Nr. 19887 an der A 81 von Stuttgart Richtung Bodensee bei Kilometer 609,7 zwischen dem Schönbuchtunnel und der Ausfahrt 28 Herrenberg.  2015 wurde über sie alle zwei Tage ein Notruf abgesetzt. In diesem  Bereich gab es im Vorjahr eine Großbaustelle, bei der die Fahrbahn, zwei Brücken sowie der Tunnel selbst saniert wurden.  Zudem reicht das Handyfunknetz bis dato nicht in den Tunnel, der noch etliche Monate nur einspurig befahren werden kann.

Kurz vor der Ausfahrt Weiterstadt auf der A 5, Kilometer 513,3 in Richtung Karlsruhe, steht die "Nummer 2" mit 153 Notrufen; sie hat die Nummer 16.178. Mit 152 Notrufen ist die Autobahn-Notrufsäule Nr. 36.165 an der A 7 bei Kilometer 101,6 kurz hinter der Ausfahrt Westenholz auf der Strecke von Hamburg nach Hannover an dritter Position. In Baden-Württemberg, Niedersachsen und Brandenburg befinden sich jeweils zwei der orangefarbenen Helfer unter den "TOP TEN".

Die meist benutzte Säule an der A 81 ©GDV

2015 gab es insgesamt 57.629 Pannen- und Notrufe von den Autobahn-Notrufsäulen, das sind durchschnittlich 4,5 Notrufe pro Autobahnkilometer. 12.885 der insgesamt 16.800 orangefarbenen Nothelfer links und rechts der Autobahnen, also 76,7 Prozent, sind 2015 mindestens einmal genutzt worden. Außerdem erreichten von den Autobahn-Notrufsäulen weitere 29.579 Warnmeldungen zu anderen gefährlichen Zwischenfällen die Notrufzentrale in Hamburg.  Geschäftsführer Dr. Jens Bartenwerfer, Geschäftsführer der GDV Dienstleistungs-GmbH & Co. KG  (GDV DL), die in Hamburg alle eingehenden Notrufe betreut. "Die  orangefarbenen Säulen auf den Autobahnen bleiben - den mobilen Kommunikationsmitteln zum Trotz - unverzichtbar, vor allem wegen der  automatischen exakten Ortung der Hilfesuchenden. In der Bilanz 2015 addieren sich die Notrufe und Pannenmeldungen über die Notrufsäulen entlang der Bundesautobahnen auf insgesamt 57.629. Das entspricht 4,5  Notrufen pro Autobahnkilometer", so Bartenwerfer weiter. Im Vergleich  zum Vorjahr hat sich die Zahl der eingehenden Notrufe zwar um 10,7 Prozent verringert, dennoch ging 2015 alle neun Minuten ein Notruf in der Hamburger Notrufzentrale ein.

 ©GDV

Da ebenfalls Warnmeldungen etwa zu Falschfahrern oder Gegenständen auf > der Fahrbahn über die Säulen weitergeleitet werden, erhöht sich die  Gesamtzahl der eingehenden Informationen um weitere 29.579  Warnmeldungen. "Insgesamt", fasst Bartenwerfer die Zahlen zusammen, "organisierte unsere Notrufzentrale  2015 in 87.208 Fällen kurzfristig die erforderliche Unterstützung und  Hilfe."

Die Notrufsäulen stehen ungefähr alle zwei Kilometer auf beiden Seiten  der Autobahnen. Das lückenlose Notrufnetz komplettieren der mobile  gebührenfreie Notruf 0800 NOTFON D (0800 - 668366 3) sowie PAKOO, eine kostenlose Smartphone-App zur   Pannenkoordination und Ortung.

Ein wichtiger Hinweis für alle, die nicht wissen, wo die nächste Notrufsäule ist:  Die weißen Leitpfosten am Fahrbahnrand tragen kleine schwarze Dreieckspfeile. Diese weisen in die kürzeste Laufrichtung zur Säule, wenn das Auto nicht mehr flott ist. Auf jeden Fall sollte man aber nie ohne Warnweste zur Notrufsäule gehen. Und keinesfalls die Autobahn überqueren, das ist zu gefährlich.

von Ernst Bauer