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Ratgeber: Was tun, wenn eine Warnleuchte Alarm schlägt?

Ein Warnleuchte im Auto blinkt plötzlich. Was tun? Weiterfahren, abschleppen, oder reicht’s noch in die nächste Werkstatt? Hier gibt es wichtige Infos zu dem Thema.

 ©TÜV Süd

Nicht jetzt, der Wagen war doch gerade erst im Service. Die meisten Autofahrer kennen die Situation: Ein Kontrolllämpchen im Cockpit leuchtet auf. Weiterfahren, sofort anhalten und abschleppen oder reicht’s noch in die nächste Werkstatt? Brennt die Lampe für Öldruck oder Bremsflüssigkeit, ist die Situation klar: sofort stoppen, Motor aus, Öl nachfüllen und wegen der Bremse in die nächste Werkstatt. Wie ist es aber mit den Leuchten für ABS oder Airbag? Die TÜV SÜD-Experten erläutern, bei welchem Signal wie reagiert werden sollte. 

Bremssystem, Öldruck, ABS, ESP, Airbag, Motorsteuerung – die Lampen im Cockpit und deren Funktionsweise sollte jeder kennen. Ein Überblick inklusive kompletter Beschreibung steht in jeder Bedienungsanleitung. Nur: Wer kennt die schon? Leuchtet dann wirklich mal eine Lampe auf, ist die Verunsicherung groß. Öldruck und Batterie – das kennt man noch, bei allen anderen Alarmsignalen kommen Fragen auf: Weiter fahren, sofort anhalten und abschleppen, oder geht’s noch bis zur nächsten Werkstatt? Assistenzsysteme haben in den vergangenen Jahren für ein dickes Plus bei der Verkehrssicherheit gesorgt. Fallen sie aus oder gibt es technische Probleme, leuchtet eine Lampe in der Armaturentafel. Meistens muss dann nicht sofort gestoppt werden. „Wer ohne ESP oder ABS unterwegs ist, sollte den Wagen direkt in die Werkstatt steuern, denn das Fahrzeug reagiert ohne die Helfer komplett anders“, sagt Eberhard Lang von TÜV SÜD. Faustformel vom Experten: „Rot heißt stoppen, bei gelb oder anderen Farben kann in der Regel erst noch weitergefahren werden. Bezieht sich die Leuchte auf ein sicherheitsrelevantes Bauteil wie etwa die Bremse, heißt es auch bei orange: möglichst schnell die nächste Werkstatt ansteuern. Grundsätzlich lohnt sich immer ein Blick in die Bedienungsanleitung und auf den Füllstand der Flüssigkeiten.“ 

Mangelnder Unfallschutz: Leuchtet die Airbag-Leuchte auf, ist auf jeden Fall ein Werkstatttermin angesagt. Denn dann funktionieren einer oder mehrere Airbags bei einem Unfall möglicherweise nicht. Hinter dem zusätzlichen Aufprallschutz steckt eine Vielzahl an verschiedenen Mess- und Regelkomponenten. Arbeitet ein Bauteil nicht regelgerecht oder fällt aus, leuchtet die Lampe auf – oftmals nur zeitweise. Die rote Kontrollleuchte für den Airbag zeigt im Regelfall ein Piktogramm mit einer angeschnallten Person auf einem Sitz und einem aufgeblasenen Airbag davor. Sie gehört zu den Kontrollleuchten, die beim Einschalten der Zündung nach einigen Sekunden ausgehen müssen. Tipp für die Urlaubsfahrt: Grundsätzlich kann weitergefahren werden und es sollte die nächste Werkstatt zur Kontrolle aufgesucht werden.

Verzögerung: ABS (Antiblockiersystem) ist eines der ersten elektronischen Fahrsicherheitssysteme. Sein Einsatz hat zu einer erheblichen Senkung der Unfallzahlen geführt. Bei Motorrädern um bis zu 35 Prozent. Leuchtet die Lampe auf, ist wie beim Airbag ein zeitnaher Termin beim Mechatroniker angesagt. Denn funktioniert der Bremshelfer nicht, blockieren die Räder beispielsweise auf nassem Untergrund und es kann nicht kontrolliert ausgewichen werden. Das bedeutet: erhöhte Unfallgefahr. Leuchtet die Lampe, steckt oft ein defekter Sensor an einem der Räder als Ursache dahinter. Die meist orangefarbene Kontrollleuchte zeigt eine stilisierte Bremse mit der Aufschrift „ABS“. Auch sie muss nach dem Einschalten der Zündung nach einigen Sekunden wieder erlöschen. Tipp für die Ferientour: Es kann grundsätzlich mit erhöhter Aufmerksamkeit für die Straßenverhältnisse bis in die nächste Werkstatt zur Kontrolle weitergefahren werden.

Geringe Spurtreue: ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm), ASR (Antriebschlupfregelung) oder DTC (Dynamic Traction Control) lauten die Bezeichnungen für die elektronischen Traktionskontrollen der verschiedenen Hersteller. Das elektronische Fahrsicherheitssystem verhindert das Ausbrechen des Fahrzeugs beim Beschleunigen. Gibt es hier Alarm, beispielsweise während der Fahrt auf regennasser Fahrbahn, hat die Fahrphysik den Grenzbereich erreicht und das Auto droht, die Spur zu verlieren. Dann hilft nur noch: Geschwindigkeit drosseln. Geht die Kontrolllampe aus, befindet sich der Wagen wieder in der Spur. ESP, ASR und DTC – Fahrer mit sportlichen Ambitionen können den elektronischen Assistenten per Knopfdruck deaktivieren. Dann leuchtet die Kontrolllampe im Cockpit dauerhaft. Wie bei fast allen elektronischen Fahrerassistenzsystemen leuchtet die orangefarbene Lampe beim Einschalten der Zündung auf und geht nach einigen Sekunden wieder aus, wenn das System aktiviert ist. Tipp für die Autobahnfahrt: Leuchtet die Lampe mit dem „A“ und dem kreisrunden Pfeil darum auf der Autobahn auf, haben die Räder nicht mehr ausreichend Kontakt zur Fahrbahn – beispielsweise wegen Aquaplaning. Dann heißt es Lenkrad festhalten, Gas wegnehmen und Geschwindigkeit reduzieren. Leuchtet die Kontrolllampe trotz aktiviertem System dauerhaft, vorsichtig weiterfahren und den Fachmann aufsuchen.

von Gerhard Mauerer