Zur Liste

Spritpreis-Rekord im Dezember

Steter Tropfen höhlt den Schein: In den letzten Wochen des Jahres 2016 gingen die Spritpreise an deutschen Tankstellen nur nach oben.  Im Rückblick jedoch sanken sie das vierte Jahr in Folge. Müssen wir 2017 wieder mehr an den Tankstellen bezahlen?

Im Mittel stiegen die Preise für Super E10 und Diesel um je rund 5 Cent gegenüber November. Pro Liter Super E10 zahlten Kraftfahrer durchschnittlich 1,3306 Euro, pro Liter Diesel 1,1602 Euro. Beide Kraftstoffsorten erreichten damit ihr Jahreshoch. Das ergibt die aktuelle monatliche Auswertung des Verbraucherinformationsdienstes clever-tanken.de.

Gründe für die Verteuerung sind der seit Mitte November gestiegene Rohölpreis sowie der weiterhin starke US-Dollar. Am günstigsten tankten Kraftfahrer der 20 größten deutschen Städte Super E10 im Schnitt in Essen (1,3087 Euro), Düsseldorf (1,3105 Euro) und Köln (1,3110 Euro). Am meisten zahlten Autofahrer pro Liter Super E10 hingegen in Bielefeld (1,3393 Euro), Frankfurt am Main (1,3355 Euro) und Dresden (1,3322 Euro). In Bielefeld kostete der Liter Super E10 damit knapp 3 Cent mehr als in Essen.

Auch Dieselfahrer tankten am günstigsten in Essen (1,1372 Euro) sowie in Hamburg (1,1403 Euro) und Duisburg (1,1410 Euro). Am meisten zahlten sie in Nürnberg (1,1685 Euro), Bielefeld (1,1624 Euro) und Stuttgart (1,1618 Euro).

Rückblick 2016

Mit Blick auf das Gesamtjahr 2016 belegten am häufigsten die "Top Drei" der teuersten deutschen Tankstädte im Ranking von clever-tanken.de: Dresden (10-mal), Bremen (8-mal) sowie Leipzig, Frankfurt am Main und Köln (je 4-mal). Unter die Top Drei der günstigsten Tankstädte schafften es am häufigsten Bochum und Duisburg (je 6-mal) sowie Düsseldorf und Mannheim (je 5-mal).

Am preiswertesten waren beide Kraftstoffe im Februar mit 1,1835 Euro pro Liter Super E10 und 0,9695 Euro pro Liter Diesel. Allerdings: „Trotz des Rekordhochs im Dezember sind die Kraftstoffpreise 2016 sortenübergreifend im Jahresmittel das vierte Jahr in Folge gesunken“, sagt Steffen Bock, Geschäftsführer von clever-tanken.de.

Ausblick 2017

Ob sich dieser Trend 2017 fortführen wird, ist nach den Worten des Experten aktuell schwer einzuschätzen. „Die Ölpreise haben zum Jahresende so stark angezogen wie seit 2009 nicht mehr. Hauptgrund dafür ist die Einigung des Opec-Kartells Ende November darüber, die Fördermengen erstmals seit 2008 zu drosseln und damit der Ölschwemme auf dem Weltmarkt zu begegnen.“ Der Preis für die richtungsweisende Rohölsorte Brent war daraufhin bis Ende Dezember auf über 57 Dollar je Fass gestiegen – und hat sich so im Vergleich zum Jahrestief von rund 27 Dollar im Januar mehr als verdoppelt.

Dennoch: „Wenn die USA weiterhin Fracking betreiben, der Iran mit seinem Öl auf den Weltmarkt drängt, die Weltwirtschaft abflaut oder die Opec-Staaten ihre eigenen Abmachungen doch nicht einhalten, wird der Preis auch wieder unter Druck kommen“, sagt Steffen Bock. In jedem Falle rät er Autofahrern dazu, regelmäßig die Preise entlang ihrer geplanten Fahrtrouten via App, Navigationsgerät oder im Internet zu vergleichen, um sich so definitiv Einsparpotenzial zu sichern.

von Ernst Bauer