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Weiter wenig Staugefahr - die Reise-Regelungen im Überblick

Ab dieser Woche werden in Deutschland manche der bislang geltenden Beschränkungen gelockert. Dennoch sind fürs Wochenende wenige Staus zu erwarten. Hier gibt es einen Überblick über die aktuell geltenden Regeln.

 ©Lutz Stallknecht Pixelio

Die europaweiten, insbesondere auch innerdeutschen, Reisebeschränkungen und Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie wirken sich nach wie vor massiv auf das Verkehrsgeschehen aus. Auch wenn teilweise leichte Lockerungen erlassen wurden, Reisemöglichkeiten und Gründe für eine längere Fahrt mit dem eigenen PKW sind weiterhin gering. Die Öffnung von kleineren Geschäften mit einer maximalen Verkaufsfläche bis 800 Quadratmetern, von Fahrradfachgeschäften und Autohäusern etc. gibt den Menschen nun Gelegenheit, Einkäufe auch außerhalb des täglichen Bedarfs zu erledigen. Aufgrund der streng einzuhaltenden Hygienevorschriften ist ein Massenansturm auf die dann öffnenden Betriebe nicht zu befürchten. Staus sind daher weiterhin kein großes Thema, nur bei Baustellen und im Falle eines Unfalls kann es zu kürzeren Verzögerungen kommen. Ansonsten bleibt das Verkehrsaufkommen, auch unter der Woche, ungewohnt gering. Fast überall und zu jeder Tageszeit kommt man ohne Wartezeiten ans Ziel.

Der ACE, Deutschlands zweitgrößter Autoclub, rät dringend dazu, sich an die vorgegebenen Kontaktbeschränkungen zu halten und auf Reisen zu verzichten. Vor einem zwingend notwendigen Fahrtantritt lohnt es unbedingt, sich über aktuelle Reiseinformationen und -beschränkungen zu informieren. Die Lage kann sich jederzeit und unvorhergesehen ändern.

Im Zuge dieser Entwicklungen und der stark eingeschränkten Bewegungsfreiheit innerhalb Deutschlands und Europas bietet der ACE seinen Mitgliedern bei Pannen oder Unfällen natürlich trotzdem und rund um die Uhr Hilfestellung. Entsprechende Notfallpläne und Abstimmungen mit den Partnern gewährleisten die Hilfe weiterhin.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur aktuellen Corona-Krise hat der ACE auf seiner Homepage zusammengefasst. Dort finden sich zudem auch Verlinkungen zur weiteren Informationsseiten.

Der ACE gibt einen Überblick über die derzeitigen Einschränkungen:

Deutschland: In Deutschland sind Reisen in vielen Bundesländern, ohne triftigen Grund bis mindestens zum 3. Mai nicht möglich. Dort wo Regelungen nicht ganz so streng gehandhabt werden, bleibt auch weiterhin der eindringliche Appell, zuhause zu bleiben. Hotelübernachtungen sind deutschlandweit zu touristischen Zwecken untersagt, auch Reisen mit dem Wohnmobil oder Caravan sind innerhalb Deutschlands kaum möglich. Die allermeisten Campingplätze sind geschlossen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern haben touristische Einreisen untersagt. Übernachtungen sowohl in Hotels als auch auf Campingplätzen sind, nur für Geschäftsreisende oder in zwingend notwenigen Fällen gestattet.
Eine Durchreise durch Deutschland für EU-Bürger ist gestattet. Grenzkontrollen zu Österreich, Frankreich, Luxemburg, Dänemark und der Schweiz werden bis mindestens 4. Mai durchgeführt. Ohne triftigen Grund kann derzeit nicht nach Deutschland eingereist werden, Ausnahmen gelten z.B. für Berufspendler, aber auch nur an bestimmten Grenzübergängen. Rückkehrer, welche sich mehrere Tage im Ausland aufgehalten haben, müssen sich in eine 14-tägige häusliche Quarantäne begeben. Auch hier gibt es Ausnahmen, für z.B. Pendler, service- oder medizinisches Fachpersonal. Ausführliche Informationen sind aktuell auf der Seite des Bundesinnenministeriums zu finden.

Polen und Tschechien: Polen und Tschechien verweigern die Einreise gänzlich, soweit man nicht unter eng begrenzte Ausnahmeregelungen fällt. Auch diese Regelungen wurden bereits verlängert: in Polen bis mindestens 3. Mai, in Tschechien gelten sie bis auf Weiteres.

Belgien: Auch Belgien hat Grenzkontrollen eingeführt. Touristische Einreisen sind hier ebenfalls nicht möglich, Durchreisen zum Zwecke der Heimreise jedoch schon. Die Einschränkungen werden bis mindestens 3. Mai verlängert.

Niederlande: Die Grenzen zu den Niederlanden sind hingegen offen und meist ungehindert passierbar. Es wird aber auch hier eindringlich von Reisen zu touristischen Zwecken abgeraten.

Italien: Nach Italien ist die Einreise nicht möglich, außer ein nachweisbarer beruflicher oder gesundheitlicher oder sonstiger absolut unabdingbarer Grund macht die Ein- oder Ausreise notwendig. Die Rückkehr an den Wohnort oder Rückreise nach Deutschland bleibt ebenfalls erlaubt. Viele Autobahntankstellen bleiben zudem geschlossen. Hier wurden diese Maßnahmen ebenfalls bis mindestens 3. Mai verlängert.

Österreich: In Österreich wurde die Ausgangsbeschränkung bis Ende April verlängert. Hotels und Gastronomie bleiben voraussichtlich bis mindestens Mitte Mai geschlossen. Eine Durchreise ist möglich, sofern kein Zwischenstopp eingelegt wird.

Frankreich: In Frankreich gilt bis auf Weiteres eine weitreichende Ausgangssperre, die auch für dort lebende Ausländer gilt. Eine Durchreise durch Frankreich nach Deutschland ist derzeit möglich, allerdings muss zwingend eine Bescheinigung über den Zweck der Reise mitgeführt werden.

Spanien: Spanien hat den mit weitreichenden Einschränkungen und Ausgangsbeschränkungen verbundenen Alarmzustand bis zum 26. April verlängert. Eine Ausreise Richtung Deutschland ist möglich, sämtliche Hotels und Campingplätze wurden geschlossen. Eine Rückreise aus Marokko ist im Moment nicht möglich, die Grenzübergänge Ceuta und Melilla sind bis mindestens 23. April geschlossen. Auch hier ist eine weitere Verlängerung der Einschränkungen zu erwarten.

Das durch die Europäische Union erlassene generelle Einreiseverbot wurde ebenfalls verlängert und gilt jetzt noch bis mindestens 15. Mai. Alle Grenzen der EU bleiben bis dahin für Nicht-EU-Bürger geschlossen, Ausnahmen gelten für Großbritannien, Norwegen und die Schweiz und Medizinisches Personal.

Das Auswärtige Amt hält seine weltweite Reisewarnung momentan bis Ende April aufrecht, eine Verlängerung wird auch hier erwartet. Das Auswärtige Amt warnt ausdrücklich vor jeglichen touristischen Reisen weltweit. Zu beachten ist außerdem, dass deutsche Staatsbürger in einen überwiegenden Teil der Länder im Moment seitens der dortigen Regularien nicht einreisen dürfen. Auch die USA hat das Einreiseverbot für EU-Bürger bereits um weitere 30 Tage verlängert. Ausführliche Informationen hierzu und zu den einzelnen Ländern findet man aktuell auf den Seiten des Auswärtigen Amtes.

Einen Überblick über alle derzeitigen Risikogebiete, den aktuellen Kenntnisstand über das Virus und Verhaltensempfehlungen stellt das Robert-Koch-Institut bereit.

von Gerhard Mauerer