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14 Tage Hotel California - Urlaub im Mietcamper

Vor einiger Zeit hat sich Thomas Kretschmer bei VW-Bulli.de vorgestellt. Mit seiner Firma Reisemobile Bamberg verleiht er seit längerem Wohnmobile deutschlandweit über das Online-Portal reisemobile-portal.de. 2013 soll der Ableger Cali-Camper.de an den Start gehen, über den aktuell 25 vorhandene California-Modelle überregional vermietet werden. Wir haben uns angeschaut, wie eine Vermietung abläuft und was man fürs Geld bekommt.

Die übersichtliche Internetseite www.reisemobil-portal.de hält reichlich Infos für den Interessenten parat. Nicht zuletzt sogar verfügbare Termine können zu den einzelnen Fahrzeugen abgerufen werden. Optimale Voraussetzungen, um den Urlaub bereits zuhause ausreichend planen zu können. Es sei aber an dieser Stelle bereits erwähnt, dass sich die Fahrzeuge steigender Beliebtheit erfreuen und somit bei Interesse eine Reservierung möglichst zügig erfolgen sollte. 

Für uns ist das nebensächlich, denn wir wollen uns lediglich über den Ablauf einer Vermietung informieren, sowie herausfinden, was uns denn für Fahrzeuge angeboten werden. Details zu den Bullis, deren Flotte zum Großteil aus Modellen der Baureihe California Beach mit Möbelausstattung der Firma Maxxcamp (VW-Bulli.de berichtete) bestehen, gibt es ebenfalls reichlich online.  Neben Maxxcamp finden sich auch Ausbauten des Wohnmobilherstellers HMC sowie ein California in der Ausstattungsvariante Comfortline in der Vermietung.

Eine Auswahl ist jedoch nur bedingt möglich, da verschiedene Fahrzeuge an verschiedenen Standorten in Deutschland vorrätig sind. Wer also ein bestimmtes Modell mieten möchte, muss schauen, ob dieses an einem Standort seiner Wahl überhaupt zu haben ist. Alternativ kann man auch einen Hol- und Bringservice in Anspruch nehmen. So kommt das Wunschmobil bis vor die Haustür.

Die Buchung selbst gestaltet sich auf der Homepage problemlos. Nach Auswahl unseres Wunschfahrzeuges, eines T5 California Maxxcamp Classic am Standort Hamburg, bekommen wir umgehend die Mietunterlagen per Email zugesandt. Eine Kaution in Höhe von 600 Euro ist entweder vorab zu überweisen oder in bar bei der Abholung mitzubringen. Mit den Unterlagen erhalten wir auch die Adresse beziehungsweise den Ansprechpartner für die Abholung.

Unser Test-Mietcamper

Das Konzept von Thomas Kretschmer sieht vor, die Fahrzeuge flächendeckend in einer Art Franchising in Deutschland anzubieten. Privatpersonen aber auch Unternehmer können für Kretschmer die Ausleihe vor Ort übernehmen, haben die Fahrzeuge zu pflegen sowie die Übergaben und Rücknahmen durchzuführen. Im Gegenzug können die Bullis für Kurzstrecken genutzt, günstiger für den eigenen Urlaub gemietet und natürlich ein kleiner Nebenverdienst eingefahren werden. Thomas Kretschmer nimmt hierzu gerne Anfragen entgegen.Ein Bezug zum VW-Bus sollte natürlich schon vorhanden sein, um den Kunden das spezielle Urlaubsgefühl auch vermitteln zu können.

Nachdem die Papiere unterschrieben zurückgefaxt wurden, erreichen wir unseren Abholpartner über Handy und regeln das Terminliche für die Abholung des Fahrzeuges. Zwar geben die Mietunterlagen feste Abhol- und Abgabezeiten vor, jedoch können diese nach Rücksprache flexibel gestaltet werden. Für uns war jedenfalls eine wesentlich spätere Abholung kein Problem.

Mit Ausweis, Führerschein und vorsichtshalber den kopierten Mietpapieren machen wir uns wenige Tage später auf in den Süden Hamburgs und werden überpünktlich von Thomas Noack und seiner Frau begrüßt. Nach kurzem Abgleich der Papiere sowie Kopien der Fahrerlaubnis wird unser Objekt der Begierde in die Hofeinfahrt gebracht und wir sind überrascht.

Der T5 ist erst vor gut 4 Wochen zugelassen und demnach nagelneu. Navi, Standheizung, Fahrradträger und Markise sind wichtige Dinge für den Urlaub, die das Fahrzeug bereits serienmäßig mitbringt. Aber auch sonst sind wir erstaunt, was uns während der ausführlichen Fahrzeugerklärung an Ausstattungsgegenständen präsentiert wird.

Der Bus ist von A bis Z für einen Urlaub vorbereitet. Geschirr, Handfeger und Schaufel, zusätzliche Decken, das noch original verpackte Chemieklo, Ladekabel für den Campingplatz, Sichtschutzmatten für das Fahrerhaus und eine Leselampe für das Armaturenbrett sind nur einige der Dinge, die sich bereits im Fahrzeug befinden. Hätten wir die Badehose und die Zahnbürste bereits dabei, wäre wahrscheinlich der Start in den Urlaub schon am heutigen Tag möglich. Sogar ein zweiter Ersatz-Gaskartuschenkocher inklusive Kartuschen sowie zwei zusätzliche Stühle zu den ohnehin in der Heckklappe verstauten Californiastühlen und die obligatorische Warntafel für den Fahrradträger sind an Bord.

Die Heckbank ist mit einer einfachen Schaumstoffunterlage gegen Schokoflecken der kleineren Urlaubsgäste geschützt. Im Prinzip eine gute Idee, hier hätten wir uns jedoch eine etwas hübschere Decke oder Schonbezüge gewünscht, da sowohl das Sitzgefühl auf dem Schaumstoff unangenehm ist, als auch der grob zugeschnittene Stoff beim Öffnen der Schrankfächer sowie Verstellen der Bank durchaus störend sein kann.

Unser Mobil besitzt zusätzlich eine tragbare Solaranlage, die über eine Steckverbindung im Motor- oder Innenraum die Zweitbatterie in sonnigen Gefilden mit Strom versorgen kann. Das faltbare Panel kann entweder mittels Saugnäpfen an der Fahrzeugwand befestigt oder auch anderweitig platziert werden.

Thomas Noack ist sehr engagiert, uns alle Funktionen des Campers und des Zubehörs vorzuführen und zu erklären. Nicht zuletzt gibt es aber auch eine umfassende Broschüre an Bord sowie viele Erläuterungsvideos des Firmeninhabers selbst auf Youtube, die auch den letzten Urlauber zu einem Proficamper in Sachen T5-Californa-Beach machen sollten. Vielleicht können diese auf einem USB-Stick ebenfalls in die Erläuterungsbroschüre Einzug erhalten. In heutiger Zeit dürfte ein Laptop oder Tablet-PC zum Abspielen sicher auch im Urlaub kaum fehlen. Idealerweise hat Thomas Kretschmer in der Infobroschüre auch die Kosten des Fahrzeuges aufgelistet, so dass Kaufinteressenten eines solchen Bullis nicht nur auf Probe wohnen können, sondern auch gleich wissen, was dafür gespart werden muss.

Ein letzter gemeinsamer Check vervollständigt eine Schadensliste, um eventuelle Kratzer oder Dellen bereits vor Abfahrt zu vermerken. Hier heißt es gründlich sein, denn bei Abgabe könnte ein vorher unentdeckter Schaden zur bösen Überraschung werden. Bei einem Tachostand von lediglich 2000 Kilometern finden wir jedoch nichts, was wir vermerken könnten und auch die gut gemeinte Frage, ob der Frischwasservorrat noch aufgefüllt werden soll, können wir verneinen. So sieht jedoch Service aus! Entspannt machen wir uns mit 140 Common-Rail-Diesel-PS auf den Heimweg.

Gut 14 Tage später rückt der Zeitpunkt näher, an dem sich unsere Wege wieder trennen sollten und es waren schöne Urlaubstage, die wir mit dem weißen T5 im Edition 25-Design verbracht haben. Keinerlei Probleme oder Fragen sind aufgetreten, obwohl wir fest davon ausgehen, dass uns auch in diesem Fall ausreichend geholfen worden wäre.

Die Rückgabe in Hamburg erfolgt ähnlich angenehm und entspannt wie bereits die Abholung. Die Checkliste wird abgearbeitet und der Inhalt überprüft: Wir haben alles an Bord, und frisch gewaschen sowie vollgetankt steht der Abwicklung des Mietverhältnisses nichts im Wege. Die Kaution wird die folgenden Tage auf unser Konto zurück überwiesen.

Unser Fazit ist durchweg positiv. Nicht nur Urlauber sondern auch potenzielle Kaufinteressenten eines solchen Fahrzeuges sind bei Reisemobile Bamberg und Thomas Kretschmer gut aufgehoben. Durch die deutschlandweite Vermietung befindet sich ein Standort zur Abholung immer in der Nähe und die Abwicklung über das Onlineportal gestaltet sich kinderleicht. Service sowie Ausstattung der Fahrzeuge haben uns dazu absolut überzeugt. Vielen Dank für 14 Tage Hotel California.

von Patrick Kühl