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Bärenstarke Wegfahrsperre

Der VW-Bus ist nicht nur bei seinen Besitzern beliebt. Alljährlich belegt er die vorderen Plätze in den Diebstahlstatistiken der Versicherer. Die Firma Bear-Lock vertreibt eine mechanische Gangschaltungssperre mittlerweile sehr erfolgreich in Deutschland und das nicht zuletzt auch aufgrund der guten Nachfrage bei Bulli-Besitzern der jüngeren T-Baureihen.

 ©Bear-Lock Deutschland

Die Idee entstand bereits vor gut 25 Jahren und erlangte auf dem osteuropäischen Markt große Anerkennung. Zurzeit wird das Produkt in 23 Ländern auf vier Kontinenten nachgefragt und das Prinzip ist so einfach wie genial. Eine Mechanik, mittels Abriss-Schrauben fest mit der Karosserie verbunden, blockiert mit gehärtetem Stahlbolzen und leicht zu bedienendem Stahlschloss die Bewegung der Gangschaltung eines Fahrzeugs.

Wegfahren und Schalten ist somit unmöglich. Mit normalem Aufbruchswerkzeug kann keine der Sperren, die es mittlerweile für über 1.700 verschiedene Fahrzeugtypen gibt, überlistet werden. Selbst bei Aufbruchtests unter idealen Werkstattbedingungen gerieten die Bohrer an ihre Grenzen. Die Qualitätszertifikate ISO 9002 und des deutschen TÜV bestätigen die hohe Qualität der Sicherungsvorrichtung.

Bear-Lock Gangschaltungssperre Standardausführung ©Bear-Lock Deutschland

Im Gegensatz zu elektronischen Wegfahrsperren muss bei der Bear-Lock-Sperre enorm viel Zeit und Energie aufgewendet werden, um diese zu umgehen. „Zeit, die ein normaler Autodieb nicht hat“, wie Markus Ruge von Bear-Lock Deutschland betont. Für den Fahrer hingegen bleibt die Handhabung einfach und komfortabel. Während in den ersten Generationen der Sperre der Stahlbolzen noch von Hand eingesetzt und dann abgeschlossen werden muss, reicht bei den Anlagen ein Minimum an Aufwand, um die Sperre einzulegen.

Aktiviert wird die Sperrung nach Einlegen des Rückwärtsgangs oder bei Automatikfahrzeugen der Wählhebelstellung 'P' nur noch durch Drehen und Drücken oder auch, je nach Ausführung, nur noch durch Drehen des eigentlichen Schließzylinders. Zur Entriegelung wird dann lediglich der Schlüssel ins Schloss gesteckt und umgedreht, ähnlich wie bei der Bedienung vieler Dachboxen. Eine Wartung der Anlage entfällt und auch von der Stromversorgung des Fahrzeugs ist die Sperre unabhängig.

T3-Transporter ©Bear-Lock Deutschland

Den Erfolg des Systems zeigt auch die vielfältige Ausstattung der Firma mit Zertifikaten und Preisen bei diversen Autoshows und von namhaften Prüforganisationen.

Dem VW Bus widmen die Entwickler von Bear-Lock natürlich ein besonderes Augenmerk, da er unangefochten die Nummer Eins in sämtlichen Diebstahlstatistiken ist. Die Sperren können heute für die Baureihen T3 bis hin zum aktuellen T5 (T5GP) in allen verschiedenen Varianten angeboten werden.

T4-Transporter mit Konsole ©Bear-Lock Deutschland

Da aber gerade beim VW Bus die Modellvielfalt sehr groß und individuelle Veränderungen möglich sind, sollte man die Firma vor dem Kauf über das Anfrageformular kontaktieren, um wirklich sicherzustellen, dass die Sperre auch lieferbar ist und passt. Schließlich muss im Innenraum ein passender Platz für das einzubauende Schloss gefunden werden, was zum Beispiel bei Mittelkonsolen der Marke Eigenbau schwierig werden könnte. 

Wie wichtig dem Unternehmen die Funktionalität des eigenen Produkts ist und wie flexibel dazu Kundenanregungen umgesetzt werden können, zeigt das Beispiel T4. Aufgrund einer bauartbedingten Schwachstelle des Busses war es möglich, die Sperre gänzlich zu umgehen, wenn auch trotzdem nur mit erheblichem Aufwand.

Aus verständlichen Gründen möchten wir an dieser Stelle darauf verzichten, näher auf diese Möglichkeit einzugehen. In verschiedenen Internetforen, an denen sich auch Bear-Lock Deutschland aktiv beteiligt, wurde dieses Thema offen angesprochen. Seit 2006 werden die Sperren mit zusätzlich entwickelten Schutzblechen ausgeliefert, die Sicherheit deutlich erhöht.

T5 Multivan Automatik/DSG (ab 2010) ©Bear-Lock Deutschland

Allein gelassen wird der Fahrzeugbesitzer auch nach Bestellung der Anlage nicht. Zwar ist der Selbsteinbau durchaus möglich, aber ein immer weiter wachsendes Netzwerk von zugelassenen Einbaupartnern hilft bei der Installation. Auch jede normale Kfz-Werkstatt sollte anhand der beiliegenden Einbauanleitung in der Lage sein, die Sperre zu montieren und in Berlin kann der Einbau sogar direkt bei Bear-Lock Deutschland vorgenommen werden.

Zusammenfassend gesehen ist die mechanische Wegfahrsperre Bear-Lock eine gut durchdachte, einfach zu bedienende und mit durchschnittlich 150 bis 200 Euro Materialkosten sowie 150 bis 200 Euro Einbaukosten durchaus finanzierbare Sicherheitseinrichtung, die es Dieben zusätzlich erschweren kann, das komplette Fahrzeug auf eigenen Achsen und mit eigenem Antrieb zu entwenden.

T5 Transporter 5- und 6-Gang (2003-2009) ©Bear-Lock Deutschland

Jedem Busbesitzer sollte aber auch bewusst sein, dass es einen absoluten Schutz nicht geben kann. Gegen das Aufladen des Fahrzeugs auf einen Autotransporter oder Trailer kann auch die Bear-Lock-Sperre ebensowenig etwas ausrichten, wie gegen das normale Abschleppen. Hier muss lediglich das Kupplungspedal getreten werden, um die Verbindung zum Getriebe zu unterbrechen und den Freilauf zu ermöglichen. Wer vermutet schon Böses, wenn ein Fahrzeug auf herkömmliche Weise mit eingeschalteten Warnblinkern am Tag abgeschleppt wird?

Empfohlen wird daher zumeist eine Kombination aus mechanischen und elektronischen Sicherheitseinrichtungen, beispielweise einer Alarmanlage, Lenkrad- und Parkkralle oder einem GPS-Ortungssystem. Je mehr Komponenten dem Dieb das Leben schwer machen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Fahrzeug am nächsten Morgen noch dort aufzufinden ist, wo es am Abend zuvor abgestellt wurde.

Nachdem dieser Test positiv ausgefallen war, erfolgte eine praxisgerechte Einbau- und Funktionsprüfung in einer Hamburger Fachwerkstatt. Diese Nachrüstaktion in einen T5 Multivan wird in dem folgenden Video dokumentiert.

Patrick Kühl / Fotos: Bear-Lock Deutschland