Zur Liste

Billigreifen für den Winter im Test

Winterreifen ist nicht gleich Winterreifen. Die Bandbreite erstreckt sich von ausgesprochenen „Billigheimern“ geringer Qualität und Leistung bis hin zu echten Schneespezialisten der Premiumkategorie. Wer bei Winterreifen spart, spart am falschen Platz. Dies belegt der aktuelle GTÜ-Test mit Winterreifen der unteren Preisklasse der Größe 205/55 R16 91H. Die Sachverständigen- und Prüforganisation aus Stuttgart spricht von teilweise erschreckenden Ergebnissen.

 ©GTÜ

Bei vermeintlich günstigen Pneus aus chinesischer und teilweise osteuropäischer Produktion ist höchste Vorsicht geboten, warnt die GTÜ. Während sich die Billigreifen beim Bremsen und Handling auf schneebedeckter Fahrbahn noch relativ wacker schlagen, kommt auf nasser oder matschiger Piste das große Erwachen. Bei einer Vollbremsung bei Nässe aus einer Geschwindigkeit von 100 km/h hat der schlechteste der getesteten Reifen im Vergleich zu einem europäischen Mittelklassereifen einen um elf Meter längeren Bremsweg. „Das kann im schlimmsten Fall zu einem schweren Verkehrsunfall führen“, warnen die GTÜ-Experten.

Ebenfalls sehr schlecht sind die Restgeschwindigkeiten beim Bremsvorgang aus 100 km/h. Während das Testfahrzeug mit den Referenzreifen nach 50 Metern steht, rauschen die Autos mit der Günstigware noch mit Geschwindigkeiten von bis zu 41 km/h vorbei.

Wie gut oder wie schlecht ein Reifen ist, zeigt sich auch beim Handling auf nasser Fahrbahn. Schon beim Anfahren fehlt es den getesteten Reifen an Traktion und das Auto mit den Referenzreifen fährt vornweg. Die GTÜ attestiert den „Billigheimern“ schlechtes Gripniveau, mangelhafte Seitenführung, heftige Lastwechselreaktionen schon bei geringer Geschwindigkeit und wenig Traktion.

Die Winterreifen der Dimension 205/55 R16 91H wurden auf zwei serienmäßigen VW Golf auf ihre Bremsweg-, Nässe- und Handling-Eigenschaften getestet. Als Referenzprodukt diente ein europäischer Winterreifen der Marke Dunlop. Gefahren wurde der Test auf zwei ausgewiesenen Reifenteststrecken in Finnland und in Deutschland.

Am schlechtesten schnitt der Linglong R6500LL ab. Mit ihm betrug der Bremsweg 61, Meter, die Restgeschwindigkeit bei 50,7 Metern (dem Punkt, ab dem der Referenzreifen steht) noch 41,4 km/h. Dahinter reihen sich der Achilles W101 (59,7 m / 38,9 k,m/h), Racealone Snoway I (59,0 m / 37,4 km/h), Ovation W586 (57,9 m / 35,2 km/h), Kormoran Snowpro B2 (57,5 m / 34,3 km/h), Infinity INF 049 (56,5 m / 32,0 km/h) und Champiro Winterpro (53,7 m / 23,6 km/h).

ampnet/jri