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Die Einparkhilfe für den Fahrradträger

Viele Autos haben heutzutage Rückfahrsensoren. Auch der VW-Bus kann mit Einparkhilfen ab Werk ausgestattet werden. Benutzt man jedoch einen Fahrradträger auf der Anhängerkupplung, ist es vorbei mit der Bequemlichkeit. Gerade dann, wenn man die auf Urlaubsfahrten angebrachte Ladung am Heck des Autos schwer einschätzen kann, wären die Rückfahrsensoren jedoch eine echte Erleichterung. Abhilfe schafft hier ein Funksystem, das nachträglich und ohne großen Aufwand an diversen Kupplungsträgern angebracht werden kann.

Die Firma Rameder, bekannt durch alles was mit Anhängerkupplungen und dessen Zubehör zu tun hat, hat ein solches System des Herstellers Sensotronic in das Sortiment aufgenommen. Neben der Variante mit vier herkömmlichen Klebesensoren und einem LCD-Display bietet Rameder auch zwei Funk-Kamerasysteme inklusive zugehörigem Monitor an. VW-Bulli.de hat sich die einfache Einparkhilfe mittels Klebesensoren PDC CS-04 genauer angesehen.

Funktion und Lieferumfang

Das System kommt in einem unscheinbaren Karton, der fein säuberlich verpackt alles enthält, was zum Betrieb der Einparkhilfe notwendig ist. Neben den technischen Bestandteilen wie Sensoren, Stromadapter, Funkmodul und LCD-Display finden sich auch notwendige Befestigungsmittel wie Klebepads und Kabelbinder sowie eine ausführlich bebilderte Anleitung im Karton. Letztere macht den Einbau zu einem Kinderspiel. 

Die Idee ist relativ einfach: Man versehe seinen Fahrradträger, der auf der Anhängerkupplung sitzt, an den passenden Stellen mit Klebesensoren, wobei man je nach Ausführung des Trägers vier oder auch nur zwei Sensoren verwenden kann. Zwischen die Stromversorgung des Trägers und der Anschlussdose des Autos wird ein Adapter eingesteckt, der die Einparkhilfe mit Strom versorgt. Das Steuermodul wird am Träger befestigt und führt die Sensoren und den Stromadapter mit wasserdichten Verschraubungen zusammen. Eine kleine ausklappbare Antenne sorgt für die kabellose Kommunikation mit dem Display am Armaturenbrett.

Pfiffigerweise ist das bunte LCD-Display mit einem Akku versehen, so dass der Betrieb entweder über das Ladekabel am Zigarettenanzünder oder auch, einen vollgeladen Akku vorausgesetzt, gänzlich ohne Anschluss funktioniert. Wird nun der Rückwärtsgang eingelegt, aktiviert sich die Einparkhilfe am Fahrradträger. Das Display zeigt entweder einen leuchtenden Punkt, der die Betriebsbereitschaft signalisiert oder, im Falle eines Hindernisses im Sensorbereich, den Abstand zum Hindernis in Metern sowie mittels Pfeilsymbolen die Seite, auf der das Hindernis vorhanden ist. Zusätzlich gibt es akustische Hinweise zur Hindernisgefahr.

Wie bereits erwähnt, ist der Einbau denkbar einfach. Der Stromadapter lässt sich wie ein herkömmlicher Stromstecker in die Anschlussdose der Anhängerkupplung einrasten. Der Stromstecker des Trägers passt dabei einwandfrei in diesen Adapter. Die Platzierung der Klebesensoren sollte natürlich gut überlegt sein, aber zum einen bieten die Träger zumeist nicht viele Möglichkeiten und zum anderen gibt die Bedienungsanleitung dazu wertvolle Hinweise. Die Auswahlmöglichkeit, mit vier oder nur zwei Sensoren zu arbeiten, erleichtert uns die Anbringung an unserem Test-Träger der Firma MFT, der übrigens ebenfalls über die Firma Rameder zu beziehen ist.

Aufgrund der großen LED-Beleuchtung bietet unser MFT-Träger nur Platz für zwei Sensoren, die mittels 3M-Klebepads sicher und haltbar angeklebt werden können. Nun muss nur noch ein geeigneter Ort zur Anbringung des Steuermoduls gefunden, die Kabel ordnungsgemäß verlegt und befestigt und die Schraubverbindungen der Stecker hergestellt werden. Die jeweils zusammenzusteckenden Kabelenden sind beschriftet, so dass auch hier kein Rätselraten erfolgen muss. Die Schraubverbindungen der Stecker machen einen soliden, wasserdichten Eindruck. Gerade in Bezug auf Spritz- und Regenwasser muss sich das System bewähren, denn alle Systemteile bis auf das LCD-Display sind dem Wetter während der Fahrt ausgesetzt.  Durch geschickte Platzierung des Steuermoduls sollte schon beim Einbau auf diesen Umstand Rücksicht genommen werden. Das LCD-Display kann mittels Klettband und beiliegendem Gegenstück auf dem Armaturenbrett befestigt werden. Aufgrund der absolut sinnvollen Akkuausführung kann man das Display jedoch auch erst dann aus dem Handschuhfach holen, wenn man wirklich einparken will. In der Zwischenzeit bietet sich z.B. auch das Aufladen am Zigarettenanzünder an.

Der Betrieb

Nach kurzem, ca. 20 Minuten dauerndem Einbau meldet das System beim Einlegen des Rückwärtsgangs seine Bereitschaft. Die Reichweite des Senders auf dem Fahrradträger ist ausreichend, um überall im Fahrzeug ein Signal zu empfangen. Auch Handytelefonate des Beifahrers oder bordeigene Geräte in unserem Test-T5 hatten keinen Einfluss auf den Empfang der Einparkhilfe. Das stimmt uns schon einmal sehr positiv, denn Funksignale sind zumeist wesentlich weniger verlässlich, als die, die kabelgebundene Systeme liefern können. Ob aber verschiedene Wettersituationen oder auch die Umgebung Einfluss auf das System haben können, muss die Praxis zeigen. Regen-Improvisationen mit einem Gartenschlauch könnten der Einparkhilfe während unseres Tests zumindest nichts anhaben.

Bei unseren Einparkversuchen zeigte das Display relativ verlässlich den Abstand zum nächsten Hindernis an, ebenso die Seite, auf der das Hindernis vorhanden sein soll. Hier sollte man sich jedoch naturgemäß nicht auf den Zentimeter genau auf die Anzeige verlassen, denn zum einen springen die Anzeigewerte ab und an schnell zwischen verschiedenen Werten hin und her, je nachdem was da wohl gerade alles in die Sensorenbereiche gerät, zum anderen kann man feststellen, dass die Meterangaben nicht hundertprozentig genau sind. Das erwartet jedoch bei Produkten dieser Art auch eigentlich niemand. Die Angaben sind Näherungswerte, die für den Praxisbetrieb absolut ausreichend sind.

Die zugehörige akustische Warnung funktioniert ähnlich der fest installierter Fahrzeugsysteme: je näher man dem Hindernis kommt, desto intensiver piepst es aus dem Display. Ein Austesten der eigenen Konstellation verschafft Sicherheit für den ersten Ernstfall. Man tastet sich langsam an die Entfernungen zum Hintermann an und lernt so auch die Meldungen des Displays einzuschätzen.  Sollte man partout keine vernünftigen Werte angezeigt bekommen, wäre als erstes aber auch die eigene Anordnung der Klebesensoren an dem Fahrradträger zu prüfen. Durch überstehende Lampen, Nummernschildhalter etc. könnten die Sensoren natürlich beeinflusst werden.

Das System ist eine ideale Ergänzung für einen Fahrradträger auf der Anhängerkupplung oder auch  anderen, an das Heck eines Busses installierten Lasten wie zum Beispiel einer Heckbox. Der Einbau lässt sich ohne große Fachkenntnisse und vor allem ohne Bohrungen, elektrisch aufwendige Anschlüsse oder sonstige Änderungen am Fahrzeug in wenigen Minuten bewerkstelligen. Die Anzeige ist verlässlich was den Signalempfang angeht. Im Hinblick auf die Genauigkeit und die Angaben im Display ist das System ebenfalls absolut ausreichend. Die Verarbeitungsqualität muss sich in allen Wetterlagen und auf Dauer noch bewähren, macht aber auf uns einen durchaus soliden Eindruck.

VW-Bulli.de kann die im Onlineshop der Firma Rameder unter www.rameder.de für 89,00 Euro (Stand 17.05.2015) erhältliche Einparkhilfe empfehlen.

von Patrick Kühl