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Test Mio Moov M410 - Navi ohne Schnickschnack

Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft hat Mio Technology neue Navigationsgeräte in seiner preisgünstigen Moov M-Reihe auf den Markt gebracht. Mit dem M410 und dem M610 soll noch mehr Übersicht und Bedienungskomfort in Sachen Navigation zu unschlagbaren Preisen möglich sein. Ob der Hersteller seine Versprechen halten kann, hat sich VW-Bulli.de angeschaut.

Verpackung, Inhalt und der Start

Nachdem wir vor rund zwei Jahren in einem Test eines Gerätes der Firma Mio noch unendliche Verpackungsmassen angekreidet hatten, befindet sich das M410 in einem kleinen Pappkarton mit wenig Plastiktütchen und überschaubarem Zubehör

Das Navigationsgerät selbst macht mit seinem kompakten 4,3 Zoll-Bildschirm einen soliden Eindruck: An-/Aus-Taste, Akkuanzeige und Anschlussbuchse, Lautsprecher auf der Rückseite – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Zubehör:

Zudem befindet sich eine Fahrzeughalterung in der Lieferung, die in der gängigen Variante mittels Saugnapf an der Frontscheibe befestigt werden kann. Sie ist in alle Richtungen drehbar, hält das Gerät sicher und wackelfrei fest und ist somit absolut geeignet, um das Navi in eine gute Position im Blickfeld des Fahrers zu bringen.

Ein KFZ-Ladekabel sowie eine DVD, der übliche Quickstartguide, Garantiebedingungen und ein Updatehinweis sind zusätzlich dem Karton zu entnehmen.

Vergeblich sucht man hingegen ein Ladekabel für die heimische Steckdose und: Ein USB-Anschlusskabel für den PC ist ebenfalls nur optionales Zubehör.

Mio garantiert zwar ein Kartenupdate auf den neuesten Stand, wenn man das Gerät innerhalb von 30 Tagen nach dem Kauf über die beiliegende Software aktualisiert. Das passende Kabel dazu muss der Kunde jedoch entweder kaufen oder in seinem bisherigen Fundus heraussuchen. Immerhin ist der Anschluss des Mio über ein Mini-USB-Kabel möglich, das auch für viele andere Geräte benutzt wird. Hier spart Mio jedoch eindeutig am falschen Ende, denn auch die erste Akkuladung des Gerätes wäre sofort am heimischen PC möglich. So vertraut der Navigationshersteller darauf, das seine Kunden das Zubehör bereits besitzen.

Auf der beiliegenden DVD befindet sich die MioMore Desktop-Software, die Kartendaten sowie eine ausführliche Dokumentation des Gerätes. Der Quickstartguide liegt hingegen in Papierform bei, wie wir es bereits öfter gefordert haben. Wer hat schon bei einem Gerät, das für den mobilen Einsatz konzipiert ist, im Problemfall seinen PC dabei, um die Bedienungsanleitung auf DVD zu lesen?

Betrieb

Nachdem das Ladeproblem mittels eigenem USB-Kabel gelöst ist, kann der eigentliche Betrieb starten. Mio stattet die Lieferung mit insgesamt 44 Europa-Karten aus, von denen jedoch nicht alle gleichzeitig auf dem Gerät installiert werden können. Eine Auswahl und Variation ist mittels Software möglich.

Bedienung:

Die Steuerung des Gerätes erfolgt mittels Touchscreen. Hier ist ab und an ein etwas kräftigerer und zweiter Druck auf den Bildschirm notwendig. Der Mio reagiert nicht immer sofort und erscheint teilweise etwas schwerfällig.

Vielleicht ist der Benutzer von heute aber auch schon zu sehr von den Bedienoberflächen von Smartphone und Co. verwöhnt, bei dem die bunten Symbole nur so über die Bildschirme fliegen. Der Mio hingegen verlangt schon ein zielgenaues Tippen auf die entsprechenden Buttons.

Ausstattung:

Der Startbildschirm ist Mio-typisch unverändert. Große bunte Quadratsymbole mit den gängigsten Menüpunkten lotsen den Autofahrer durch das Gerät. Auffällig wird nach dem übersichtlichen Kartoninhalt auch im Betrieb des Geräts: Mio hat seinem M410 jeglichen Schnickschnack vorenthalten und konzentriert alles auf die reine Navigation. MP3 abspielen, Bilder anschauen und dergleichen beherrscht das Gerät nicht. Es bringt einen von A nach B, fertig!

Das geschieht mittels IQ-Routes, bildlicher Spurdarstellung und den gesprochenen Straßennamen recht komfortabel. Die Spurdarstellung nennt Mio „Lane Guidance“. Sie kommt wie üblich bei unübersichtlichen Autobahnabfahrten oder Spurwechseln ins Bild.

Die gesprochenen Straßennamen sind nicht wirklich eine innovative Neuheit, zudem die Aussprache einiger Namen noch sehr holprig ist. Positiv kann hier jedoch die Integration von markanten Wegpunkten in die Anweisungen erwähnt werden. So nannte uns die nette Dame im M410 die Möglichkeit „hinter der nächsten Apotheke links einzubiegen“.

Schade ist, dass Mio dem Gerät kein heute doch übliches TMC spendiert hat. Wählt man den Menüpunkt Verkehrsinfos an, so bekommt man lediglich einen Hinweis, das dafür notwendige Verkehrsmodul von Mio käuflich erwerben zu können. IQ-Routes bietet zwar schon so etwas wie eine aktuell günstige Routenführung, aber den plötzlich auftretenden Verkehrsunfall-Stau kann man so leider nicht spontan umfahren.

Deutsche Käufer sollten sich vorsehen, denn im Gerät befinden sich Blitzerdaten, die im Verkehr vor ungeliebten Fotos schützen sollen. Hierzulande ist das jedoch nicht erlaubt und sollte daher vor Fahrtbeginn im Gerät deaktiviert werden. Getestet haben wir diese Funktion aus verständlichen Gründen nicht.

Navigation:

Die Kartendarstellung ist etwas gewöhnungsbedürftig, ist doch alles sehr zurückhaltend und auf das allernötigste reduziert. Trotzdem kommt man sehr gut klar, sowohl mit den Ansagen, als auch mit der bildlichen Routenführung. Die notwendigsten Informationen wie Geschwindigkeit, Zeit zum Ziel usw. können wahlweise ein- oder ausgeblendet werden. Die Karten selbst können wie bereits erwähnt bis zu 30 Tage nach dem Kauf auf den aktuellsten Stand gebracht werden.

Die Routen werden nach Eingabe sehr zügig berechnet, ebenso findet der Mio Ausweichrouten bei Streckenänderungen in schnellster Zeit. Das GPS-Signal ist in unserem Test dauerhaft sehr gut gewesen, teilweise sogar innerhalb von Gebäuden.

Für Sonderziele wie Tankstellen, Hotels oder Restaurants hält Mio eine große Datenbank bereit, die in die Navigation einbezogen werden können. Ebenso zeigt das Gerät auf Wunsch die jeweils gültige Höchstgeschwindigkeit an und warnt mit einem Ton bei Überschreiten. Die hinterlegten Daten hierzu waren ebenfalls sehr genau.

Fazit

Mio erfindet erwartungsgemäß die Navigation nicht neu. Allerdings ist mit dem M410 ein Gerät auf dem Markt gekommen, das entgegen dem Trend, ein Gerät müsse alles können, auf das Wesentliche reduziert wurde. Man kann auf komfortable Art und Weise an sein Ziel navigieren. Unnötige Funktionen, die man zum Großteil in einem Navigationsgerät nicht braucht, wurden hier einfach konsequent weggelassen.

Abzüge gibt es aber für das stark reduzierte Zubehör, denn ein USB-Kabel hätte man dem Paket schon beilegen können. Es erspart dem Käufer unnötigen Aufwand und Ärger und kann nicht die Welt kosten.

An der Aussprache der Navigationsanweisungen darf auch gern noch gefeilt und gearbeitet werden, klingen die Sätze und gerade die Straßennamen doch teilweise sehr unverständlich.

Zusammengefasst kann man das Gerät aber auf jeden Fall empfehlen, denn es kann alles, was ein Navigationsgerät können muss - und das mit 79 Euro zu einem vergleichsweise günstigen Preis.

von Patrick Kühl