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Marder-Saison: Was man tun kann, um Bisse zu vermeiden

Marderschäden am Auto sind ärgerlich, oft teuer, und nicht jede Versicherung zahlt. Doch was kann man wirklich tun, um die Tiere fernzuhalten?

 ©HUK Coburg

Vor allem von März bis Mai werden Marder wieder zur Plage: In dieser Zeit sind die Rüden unterwegs, um mit Duftmarken ihre Reviere abzustecken. Gerne nutzen die Marder dann den Motorraum von Autos als Unterschlupf zum Ausruhen oder Verstecken. Wittert der Marder in seinem Territorium die Duftmarke eines anderen Marders, gerät er in Rage und knabbert in seiner Wut Teile wie den Kabelbaum, Zündkabel, Wasserschläuche und Dämmmaterialien an. Und das sind keine Ausnahmefälle. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat 2020 217.000 Marderschäden registriert, die von der Teilkasko übernommen wurden. Der Gesamtschaden lag laut GDV bei 90 Millionen Euro. Doch woher weiß man, dass ein Marder den Motorraum nutzt? Und wie wappnet man das Auto am besten gegen Marderattacken? Die Zeitschrift auto motor und sport hat die wichtigsten Tipps zusammengestellt.

Motorraum überprüfen: Hinweise darauf, dass ein Marder den Motorraum als Unterschlupf nutzt, sind Marderspuren auf der Karosserie und im Motorraum gebunkerte Nahrung oder Nistmaterialien. Deshalb sollte man häufig unter die Haube schauen und den Motorraum auf Mauskadaver, Eier, Brötchen und Nistmaterial wie Laub, kleine Äste und Zeitungspapier überprüfen.

Hausmittel wirken kaum: Vor oft empfohlenen Duft- oder Bitterstoffen schrecken Marder nicht lange zurück. Bekannte Hausmittel wie das Auslegen von Mottenkugeln, WC-Steinen oder Hundehaaren taugen auch nicht wirklich. Auch Ultraschallgeräte aus dem Zubehörhandel, die den Marder mit einem hohen Schalldruck verscheuchen, wirken offenbar nicht gut. Gerade in der Stadt gibt es zahlreiche Störgeräusche, an die sich der Marder längst gewöhnt hat. 

Harte Ummantelungen und Elektroschockgeräte helfen: Im Fachhandel erhältliche gehärtete Ummantelungen für Kabel und Schläuche empfiehlt Dr. Beate Ludwig, Mitglied im Arbeitskreis Wildbiologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen gegenüber auto motor und sport. Wirkungsvoll sei auch die Ausstattung mit einem Elektroschockgerät. Das erzeugt über Stromplättchen, die im Motorraum verlegt werden, leichte Stromschläge ähnlich wie bei einem Weidezaun. Diese sind für die Marder harmlos, vertreiben sie aber wirkungsvoll. Eine regelmäßige Motorwäsche schütze das Auto ebenfalls vor Marderangriffen, denn dadurch werden die Duftmarken der Tiere beseitigt.

Garage ohne Schlupfloch: Auf Nummer sicher geht man laut Wildbiologin Ludwig, wenn das Auto in einer Garage steht. Aber Vorsicht: Einladungen wie gekippte Fenster nehmen Marder gerne an. „Wenn es im Revier zu oft nach Rivalen riecht, checken die klugen Tiere manchmal sogar viele Fahrzeuge nacheinander und systematisch durch“, warnt Ludwig. Ist der Garagenzutritt gewährt, bleibe auch das Auto darin nicht verschont.

Tipp der Expertin: Dr. Beate Ludwig hat noch einen weiteren Tipp. Marder sind zwar sehr lernfähig, aber auch skeptisch. Mit Situationen, die sie nicht einordnen können, überlistet man sie – zumindest für einige Stunden. „Schon ein fremder Gegenstand neben dem Rad hält den Marder im Zweifel erst mal fern. Erscheint das unbekannte Etwas dem Tier zudem ziemlich groß, traut es sich vielleicht tagelang nicht ran.“

von Gerhard Mauerer