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Neuzulassungen in Europa: Heimische Marken meist vorn

In der Mehrzahl der europäischen Länder liegen heimische Marken - so es welche gibt - in der Gunst der Autokäufer vorn. Es gibt jedoch auch Ausnahmen.

 ©VW

Der Blick in die Pkw-Zulassungsstatistiken 2019 zeigt: Genau wie die deutschen Autofahrer bevorzugen auch die Briten, Franzosen, Italiener, Spanier und Tschechen jeweils die Modelle heimischer Marken. Nur in den Niederlanden und Norwegen erreicht mit dem Tesla Model 3 jeweils ein batterieelektrisches Auto den ersten Platz, berichtet "Auto Straßenverkehr".

Bei den holländischen Nachbarn liegt der Grund allerdings im Auslaufen einer indirekten Förderung für E-Autos durch die Erhöhung der Steuer auf Leasingraten mit Beginn 2020. Dadurch erreichten die Zulassungen für den Tesla Model 3 speziell im Dezember 2019 einen extrem hohen Wert. Im gesamten Jahr wurden 29.922 Exemplare neu zugelassen. In Norwegen wurden im vergangenen Jahr 15.683 Exemplare zugelassen. Hier beträgt der Marktanteil für Elektroautos rund 40 Prozent. In der Zulassungsstatistik nach Marken wird Tesla nur knapp mit 0,1 Prozent Rückstand auf Spitzenreiter VW (13,3 Prozent) auf den zweiten Platz verwiesen.

In allen anderen 15 Ländern liegen Modelle mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren vorn. Während in Deutschland 2019 die Marke VW (18,6 Prozent Marktanteil) und der Golf (204.550 Exemplare) jeweils die Statistik anführen, haben auf der britischen Insel Ford GB (10,2 Prozent) und der Fiesta (77.833 Exemplare) die Nase vorn. Das Vereinigte Königreich ist mit 2.311.140 Pkw-Neuzulassungen der zweitgrößte Automarkt. Allerdings gingen die Neuzulassungen um 2,4 Prozent zurück.

Positiv entwickelt sich dagegen der französische Markt mit einem Plus von 1,9 Prozent. Hier führt Renault im Markenranking (18,4 Prozent) und in den Modellcharts mit dem Clio (131.508 Exemplare). Gemessen an den Pkw-Neuzulassungen zeigen die Franzosen den größten Nationalstolz: Das erste Importauto folgt erst auf dem 14. Platz und ist der in Frankreich gebaute Toyota Yaris.

Bei den Italienern liegen Fiat (14,9 Prozent) und der Panda (138.132 Exemplare) vorn. Die spanischen Autokäufer passen sich an die Nachbarn an: Hier behaupten Seat (14,9 Prozent) und der Leon (35.847 Exemplare) die Spitze. Die Konzernschwester Škoda räumt in Tschechien ab: Der Marktanteil liegt bei 34,5 Prozent, der mit Abstand höchste Wert in ganz Europa. Der Octavia ist auf dem Heimatmarkt mit 21.663 Exemplaren der Bestseller. Die Kompaktlimousine liegt insgesamt in sechs Ländern vorn: außer in Tschechien noch in Polen, der Schweiz, in Finnland und in Österreich. In der Alpenrepublik büßt der VW Golf erstmals seit über 40 Jahren seine Spitzenposition ein.

von Gerhard Mauerer