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Richtig Heizen und Lüften im Auto im Winter

Wer im Winter am frühen Morgen nach dem Freikratzen der Scheiben in ein tiefgekühltes Auto einsteigt, will meistens nur noch eines: Wärme - und das sofort! Doch das richtige Heizen und Lüften in der kalten Jahreszeit will gelernt sein.

 

 ©dpp

Bernhard Hofmann, Kfz-Experte bei A.T.U, erklärt, was man bei beschlagenen Scheiben tun kann und wie man Heizung und Gebläse im Winter effektiv einsetzt.

1. Motor nie im Stand warmlaufen lassen
Auch wenn es manchmal verführerisch ist: Den Wagen nie im Stand warmlaufen lassen, um die Scheiben abzutauen und das Fahrzeuginnere vorzuheizen! Das Heizen im Leerlauf ist nicht nur ineffektiv, es verschleißt auch den Motor. Außerdem ist es verboten: Wer die Umwelt durch unnötige Abgase belastet, riskiert ein Bußgeld in Höhe von zehn Euro.

2. Keine kalte Luft ans Fenster leiten
Solange nach dem Motorstart nur kühle Luft aus dem Gebläse kommt, sollte diese in den Fußraum gelenkt werden. Erst wenn der Luftstrom sich etwas erwärmt hat, macht es Sinn, das Gebläse auf höchster Stufe in Richtung Frontscheibe zu drehen oder falls vorhanden den Defroster einzuschalten.

3. Finger weg von der Klimaautomatik
Wohl dem, der eine Klimaautomatik im Wagen hat. In diesen Fahrzeugen werden Luftmenge, Luftverteilung und das Abtauen der Scheiben vollautomatisch geregelt. Daher am besten die Finger davon lassen und nichts an der Einstellung ändern - auch das Hochdrehen der Temperatur beschleunigt den Heizvorgang nicht.

4. Klimaanlage einschalten
Auch an kalten Tagen kann es durchaus sinnvoll sein, nach dem Motorstart die Klimaanlage kurz einzuschalten. Das hilft gegen übermäßige Feuchtigkeit im Wagen, zum Beispiel durch regennasse Jacken oder Schuhe. Allerdings nur bei Temperaturen über fünf Grad Celsius - wenn es kälter wird, schaltet sich der Kompressor ab. Deshalb ist es wichtig, auch im Winter auf eine gewartete Klimaanlage zu achten.

5. Frischluft zuführen und Umluft abstellen
Frischluft trägt ebenfalls dazu bei, die Feuchtigkeit im Wagen wirksam zu reduzieren. Daher unbedingt den Umluftbetrieb abstellen! Dieser leistet zwar bei schlechter Außenluft sehr gute Dienste - bei beschlagenen Scheiben ist er jedoch ausgesprochen kontraproduktiv.

6. Die Heizung richtig einstellen
Sobald die Windschutzscheibe frei und die Sicht klar ist, stellt der Fahrer das warme Gebläse auf die mittlere Stufe zurück und lenkt die Düsen wieder in Richtung Fußraum. Jetzt kann die Wärme von unten aufsteigen und den Fahrzeug-Innenraum aufheizen. Die ideale Temperatur liegt bei 20 bis 21 Grad Celsius.

7. Preiswerte Alternative zur Sitzheizung
Auch wenn es eiskalt ist: Wer sich mit einer dicken Daunenjacke anschnallt, riskiert, dass sein Sicherheitsgurt bei einem Aufprall nicht richtig hält. Besser ist es, die Sitzheizung anzuschalten oder alternativ einen beheizbaren Sitzbezug am Zigarettenanzünder anzuschließen. Passende Bezüge für nahezu alle serienmäßigen Autositze gibt es im Fachhandel.

8. Den Energieverbrauch im Auge behalten
Einige Zusatzheizungen brauchen viel Energie. Um den Spritverbrauch zu senken und die Batterie zu schonen, empfiehlt es sich, beheizbare Scheiben und Außenspiegel nach dem Auftauen möglichst schnell wieder auszuschalten. Ein beheizbarer Lenkradkranz braucht dagegen nur wenig Strom - und auch bei der Standheizung gleicht sich der Energieverbrauch für das Vorheizen durch den fehlenden Kaltstart fast wieder aus.

dpp-AutoReporter/wpr