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Tipps zum Fahren im Linksverkehr

In insgesamt 59 Ländern der Welt gilt Linksverkehr. Worauf es beim Fahren "verkehrt herum" zu achten gilt, erfahren Sie hier.

 ©Goslar Institut

Wer sich mit einem Mietwagen in den Linksverkehr stürzt, sollte sich vor dem Start zunächst mit der anderen Anordnung der Armaturen, der Fußpedale, aber auch des Schaltknüppels in einem Rechtslenker vertraut machen. Da sich die Pedale im Fußraum in der gleichen Position befinden wie bei einem linksgelenkten Fahrzeug, also von links nach rechts Kupplung, Bremse, Gas, muss man sich hier nicht umstellen. Etwas mehr Zeit zum Umgewöhnen ist dagegen meist für die Bedienung des links vom Fahrer befindlichen Schalthebels nötig. Zwar sind die einzelnen Gänge ebenso angeordnet wie in einem linksgelenkten Auto, aber sie müssen eben mit der linken Hand eingelegt werden. Das sorgt anfangs oft für Verwirrung, die man in der ungewohnten Verkehrsumgebung nicht noch zusätzlich braucht. Deshalb ist es ratsam, einen Mietwagen mit Automatik zu ordern.

Viele Besucher der Britischen Inseln fahren auch mit dem eigenen Fahrzeug dorthin, setzen mit der Fähre über oder benutzen den Eurotunnel, jenen Eisenbahntunnel unter dem Ärmelkanal, der Frankreich und England miteinander verbindet. Die einen Experten raten vom eigenen Auto auf Straßen mit Linksverkehr ab. Sie empfehlen, vor Ort ein für den Linksverkehr vorgesehenes Auto zu mieten. Denn damit falle das Abbiegen leichter und man habe weniger Probleme, die Spur zu halten, als in einem Auto mit Lenkrad rechts, lautet die Begründung. So hat man in einem Linkslenker im Linksverkehr den Mittelstreifen schlechter im Blick. Dagegen fällt es Neulingen in einem Rechtslenker häufig schwer, den Abstand zum Seitenstreifen, der sich ja im Linksverkehr links befindet, richtig einzuschätzen.

Andere empfehlen, sich lieber mit dem gewohnten Rechtslenker in den Linksverkehr zu stürzen. Dessen Bedienung erfordere kein Umdenken oder Umgewöhnen. Angesichts der schmalen Spuren in den Großstädten und schmalen Landstraßen, fällt es dem Festlandseuropäer leichter, nicht in die Rabatten oder Hecken am Straßenrand zu geraten, wenn er sich möglichst dicht an der Mittellinie hält.

Die meisten Schwierigkeiten bereitet Neulingen der Linksverkehr erfahrungsgemäß beim Abbiegen. Doch auch das ist leichter erlernbar, als manche meinen. Denn eigentlich muss man nur daran denken, immer die linke Fahrspur zu nehmen. Das ist beim Linksabbiegen ganz einfach: Man bleibt weiterhin links. Beim Rechtsabbiegen ist das vom Prinzip her nicht anders, nur dass man sich ungewohnt in die außen gelegene Fahrbahn orientieren muss. Das macht anfangs mehr Konzentration erforderlich, doch man gewöhnt sich auch daran. Wichtig ist dennoch, immer konzentriert und vorsichtig zu fahren.

Besondere Obacht ist für Linksverkehr-Newcomer beim Überholen angesagt, speziell wenn sie mit einem linksgelenkten Fahrzeug unterwegs sind. Denn dann ist die Spur des Gegenverkehrs sehr schlecht einsehbar. Deshalb sollte man sich lieber mehrfach absichern, bevor man zum Überholvorgang ansetzt, oder diesen einfach bleiben lassen.

Probleme bereitet vielen Ungeübten im Linksverkehr auch das Befahren von Kreiseln. Gerade in Großbritannien können davon mehrere kurz hintereinander folgen. Grundsätzlich gilt dabei ebenfalls – wie in Deutschland: Vorfahrt hat der, der im Kreisverkehr fährt. Doch Vorsicht, in Großbritannien kann in aufeinanderfolgenden Kreisverkehren die Vorfahrt unterschiedlich geregelt sein. Auf jeden Fall gilt die Regel, wer ganz links am Rand in den Kreisverkehr einfährt, will bei der ersten Gelegenheit wieder ausfahren. Wer spätere Ausfahrten nutzen will, orientiert sich mehr zu Mitte des Kreisverkehrs hin.

 

ampnet/Sm