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Umfrage: Was Menschen vom autonomen Fahren erwarten

In wenigen Jahren könnten selbstfahrende Autos unser Straßenbild prägen. Doch was sagte der einfache Mensch auf der Straße zu diesem Szenario? Eine Umfrage hat sich mit Erwartungen ans und Ängsten vorm autonomen Fahren beschäftigt.

Selbstfahrender Minibus Autonom Shuttle von Navya.

 ©Navya

Die zukünftige Mobilität ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit. Nach Meinung vieler Experten wird dabei das Autonome Fahren eine Schlüsselfunktion einnehmen. Doch im Mittelpunkt der Forschungen steht häufig die Technik und nicht der Mensch. Das Institut für Kraftfahrzeuge (ika) der RWTH Aachen hat nun in einer Online-Befragung die Erwartungen an unterschiedliche Mobilitätskonzepte untersucht.

Die Studie fand im Rahmen des Projektes „UNICARagil“ statt. Es wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und hat das Ziel, einen Baukasten aus Hardware- und Softwaremodulen für fahrerlose Fahrzeuge zu entwickeln. Dabei stehen vier unterschiedliche Fahrzeugkonzepte für unterschiedliche Anforderungen im Fokus: „AUToelfe“ ist der private „Butler“ für alle Fahrten im Alltag zu Schule, Sport und Supermarkt, „AUTOtaxi“ ist das per Smartphone herbeigerufene Taxi, „AUTOshuttle“ das Schienenfahrzeug-ähnliche große Sammeltaxi als Ergänzung des ÖPNV und „AUTOliefer“, das fahrerlose Lieferfahrzeug für die automatisierte Zustellung von Paketsendungen.

In der Studie zeigten sich 85 Prozent der Befragten grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber autonomen Fahrzeugen. Dabei gibt es eine hohe Erwartungshaltung: 73 Prozent erwarten durch das autonome Fahren weniger Staus, über 67 Prozent erhoffen sich mehr Sicherheit, und mehr als die Hälfte der Befragten erwartet auch mehr Komfort (56 %).

Bei den Fragestellungen zu den vier unterschiedlichen Fahrzeugkonzepten wurde eine differenzierte Erwartungshaltung der Teilnehmer deutlich. So wird es für die Entwicklung des Autoshuttle von Bedeutung sein, dass es zwar eine große Bereitschaft gibt, kurze Strecken in einem autonomen Fahrzeug stehend zu absolvieren, man aber gleichzeitig Plätze entgegen der Fahrtrichtung mit großer Mehrheit (72 %) meidet. Gleichzeitig erwarten die Befragten von autonomen Shuttles präzise Informationen zu Fahrplan, Standort und Belegung, am besten per App.

Hinsichtlich des autonomen Taxis können sich 81 Prozent der Studienteilnehmer vorstellen, das Fahrzeug zu teilen oder kurze Umwege in Kauf zu nehmen, wenn sich dafür der Fahrpreis reduziert. Bei dem privaten autonomen Fahrzeug, der Autoelfe, wünscht sich die Mehrheit vier bis fünf Sitzplätze und genug Platz für den Transport größerer Gegenstände wie z. B. eines Fahrrads. Dabei wäre eine große Mehrheit (83 %) bereit, mittels einer App den Mobilitätsbedarf der Familie zu koordinieren.

Mit stark wachsendem Onlinehandel steigt auch der Wunsch nach alternativen Zustellkonzepten. Über 50 Prozent der Befragten haben Interesse an Spät- oder Nachtlieferungen durch das Autoliefer-Fahrzeug, wenn sie die Pakete nicht persönlich annehmen müssten. Und über zwei Drittel sind an einer automatisierten Abholung von Retouren interessiert.

Unicaragil-Leiter Timo Woopen betont, dass die Ergebnisse unmittelbar Berücksichtigung bei der Konzeption der vier Fahrzeuge im Rahmen des Projektes finden werden.

ampnet/jri