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Zahnriementausch: Lieber die Profis machen lassen?

Den Keilriemen wechseln trauen sich viele Hobbyschrauber zu. Doch wie sieht es beim Zahnriemen aus? Dort gibt es mehr zu beachten, und meist lässt man diese Arbeit wohl besser in einer Werkstatt ausführen.

 ©Volkswagen Nutzfahrzeuge

Den verschlissenen Keilriemen selbst zu wechseln ist bei vielen Automodellen kein großes Problem. Auch den Wechsel des Zahnriemens, der in vielen Autos Kurbel- mit Nockenwelle im Motor verbindet und oft nebenbei auch Einspritz- und Wasserpumpe antreibt, trauen sich versierte Schrauber zu. Doch Vorsicht: Im Unterschied zum Keilriemen muss der Zahnriemen exakt sitzen, da ein Verrutschen oder Überspringen einen kapitalen Motorschaden nach sich ziehen kann. Denn Kurbel- und Nockenwelle müssen in exakt abgestimmten Positionen zueinander stehen. Daher besitzen sie gezahnte Riemenscheiben, in die der Zahnriemen genau einrastet. Die Zeitschrift AUTO STRASSENVERKEHR berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe, worauf man achten muss, wenn man den Zahnriemen wechseln will.

Lebensdauer & Kosten: Die Wechselintervalle hängen von der Motorisierung an. Je nach Modell liegt der Turnus bei 80.000 bis 250.000 Kilometern oder vier bis sechs Jahren. Die korrekte Angabe steht im Serviceheft. Die Kosten für einen Zahnriemenwechsel in der Werkstatt beginnen oft bei 500 Euro, weil der Riemen am Motor sitzt und man oft einige Teile abschrauben muss, um überhaupt an den Riemen heranzukommen. Ein Austausch-Kit für einen Audi TDI-Motor ist schon für rund 150 Euro zu haben. Allerdings braucht der Hobbyschrauber nicht nur Erfahrung, sondern auch das passende Werkzeug. Bei einigen Modellen muss man sogar den Motor anheben, da sind Heimwerker schon raus.

Austausch: In der Werkstatt werden meist nicht nur der Riemen getauscht, sondern gleich auch noch die Spannrolle und die Wasserpumpe. Das Besondere bei der Arbeit: Bevor der alte Riemen entfernt wird, müssen Kurbel- und Nockenwelle arretiert werden, Ansonsten können sich nach dem Riemenwechsel die Steuerzeiten verstellen und das Auto fährt nicht mehr richtig. Im schlimmsten Fall kollidieren die Ventile mit den Kolben. Das bedeutet: Motorschaden. Auf dem freien Teilemarkt gibt es Austausch-Kits, die neben dem Riemen auch Spannrolle, Führungsrollen, neue Bolzen und Wasserpumpe enthalten. Gute Erklär-Video gibt es im Netz, beispielsweise auf Youtube von Continental.

Tipp: Wer beim Wechsel des Zahnriemens am falschen Ende spart, riskiert einen Motorschaden und damit viel Geld. Meist bei alten Modellen lassen sich die Zahnriemen ohne großen Aufwand wechseln. Bei modernen Antrieben wie einem TDI führt jedoch kein Weg an einer Werkstatt vorbei. Moderne Motoren sind zu empfindlich, wenn man einen Fehler macht. Wer sich also nicht ganz sicher ist, sollte die Profis ranlassen.

von Gerhard Mauerer