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Buchtipp Oldtimer Katalog: Garagengold & Alltags-Oldies

Die mittlerweile 32. Auflage des Oldtimer Katalogs ist kürzlich erschienen. Mit 479 Seiten ist das Buch umfangreicher als je zuvor. Heiko Wacker hat es gelesen und stellt es hier vor.

 ©Heel Verlag

Hallo Bulli-Freunde!

Neulich durfte ich mich ans Volant eines sündig schönen Käfer-Cabrios von 1972 setzen, um eine Runde durch einen lauen Sommerabend zu genießen. Eine kleine Runde, vielleicht 20 Kilometer, nix Besonderes. Dabei gesehen: Ein Buggy, auf Käfer-Basis natürlich! Also Daumen hoch, man grüßt sich. Dann noch ein weiteres 03er-Cabrio, winke-winke! Und einen Opel Manta A. Auch hier wird gegrüßt, altes Blech liebt sich. Vor ein paar Jahren undenkbar, inzwischen herrlich normal. Willkommen in der Welt der Oldies.

Natürlich wird man jetzt einwenden können, dass das alles eher „normale“ Oldies sind, die sich in preislich noch erschwinglichen Bereichen tummeln – einen Facel Vega, einen Vorkriegs-Rolls oder einen Maranello-Hengst sah ich nicht. Wie auch, die Teile sind rar. Doch beide Fahrzeug-Gattungen sind Teil des „großen Ganzen“, für das sich immer mehr Menschen interessieren, zeigt sich die Oldtimer-Branche doch stärker denn je.

Laut einer Allensbach-Oldtimer-Studie haben 4,1 Millionen Menschen in Deutschland „ein gesteigertes Interesse an Oldtimern“, überwiegend Männer natürlich. Und die Anzahl derer, die angesichts eines Samba den Daumen heben, dürfte noch deutlich größer sein: Oldtimer sind ein grandioses Kulturgut. Sie erzählen sehr lebendig vom Gestern, von Träumen und Wünschen und vom Können unserer Eltern, Großeltern und Urgroßeltern.

Inzwischen rollen aber auch jene Vehikel in den Fokus, die eben noch vom Band rumpelten. Hier zeigt sich die Vielschichtigkeit des Oldiemarktes besonders deutlich: Manche VW T3 werden noch auf dem Spargelacker verschlissen, Sammlerstücke hingegen sind längst im fünfstelligen Bereich angekommen.

Überblick bietet traditionell der „OK“: Der „Oldtimer Katalog“ erschien jüngst in seiner 32ten Auflage. Und wieder wuchs der Umfang, es sind inzwischen 479 Seiten, also 19 Seiten mehr, auch wenn der T4 noch immer fehlt. Sind aber auch so schon mehr als 1.300 Fahrzeuge vertreten, stets in Wort und Bild – rund 1.800 größtenteils farbige Abbildungen bereichern den Katalog – mit technischen Daten und den aktuellen Sammlerpreisen.

Die Nutzfahrzeuge von Volkswagen finden sich auf den Seiten 437 und 438, und wieder macht der „Kasten Karriere“. Indes haben sich die Preise der Fahrzeuge in Bestzustand nicht verändert, der T1 wird wie auch im letzten Jahr mit maximal 74.700 Euro geführt, 2016 waren es noch 65.100, im Jahr davor 57.000. Offensichtlich scheint sich Splitty auf seinem hohen Niveau einzupendeln – und wir reden hier von einem Bus aus den Jahren 1960-1963, frühere Modelle bleiben ganz außen vor.

Auch der Fridolin als „Ableger“ aus Hannover hält nach dem Sprung von 33.000 auf 57.000 Euro im „2er-Zustand“ inne, beim T2 verhält es sich ähnlich, der T2a listet bis 43.200 Euro, wohingegen der T3 Syncro im Zustand 2 von 13.600 bei 16.800 Euro kletterte, was die Marktentwicklung ungefähr abbildet, ist der kantige Hannoveraner doch im Moment voll im Fokus der Sammler, die sich gute Exemplare sichern.

Im Falle besagten 1303er-Cabrios ist das längst geschehen, schon im Zustand 3 notiert der sympathische Krabbler mit 16.300 Euro deutlich dreistellig. Aber deshalb alleine gab es die hoch erhobenen Daumen ganz sicher nicht …

In diesem Sinne: Genießt den Sommer!

Günther Zink (Hrsg.): Oldtimer Katalog 32. Heel Verlag Königswinter 2018, Paperback, 479 Seiten, ca. 1.800 größtenteils farb. Abb., 210 x 297 mm, ISBN 978-3-95843-448-6, 19,99 Euro.

Heiko P. Wacker