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Buchtipp: Oldtimer Katalog Nr. 31

Der neue Oldtimer Katalog aus dem Heel Verlag ist da. Für Oldie-Fans bedeutet das: Freude auf die neue Pflichtlektüre. Heiko Wacker hat den Katalog gelesen und dabei nicht nur festgestellt, dass die Preise schon wieder gestiegen sind. Hier ist seine Rezension.

 

 ©Heel Verlag

Saisonstart im April: Frühlingserwachen! Die Schätzchen werden aus dem Winterschlaf geküsst, man rollt wieder auf die ersten Treffen – und bei Heel erscheint der neue Oldtimer Katalog, welch schöne Tradition. Und kaum hat man den in den Fingern, blättert man zur entsprechenden Seite, meist staunend, dass die Preise schon wieder angezogen haben. Hui!

So ist es auch in diesem Jahr – und doch bleibt man spätestens beim zweiten Durchblättern im Editorial von Günther Zink hängen, der sich eingehend mit den aktuellen Entwicklungen in Richtung autonomer, vernetzter und elektrischer Automobilität beschäftigt. Und mit der Frage, ob uns Oldie-Fans auch in zehn Jahren noch mit Toleranz begegnet wird. Gerade in diesem Jahr, wo wir alle den 70. Geburtstag der „Idee Bulli“ feiern, geht das auch die VW-Szene etwas an.

Auf der Straße freilich genießen nur wenige Autos einen derart hohen Sympathiebonus wie die Bullis der ersten und der zweiten Generation – wobei der T3 längst auch schon in den Olymp rollt. Und dass Sammler sich schon lange für gute oder rare Modelle aus der 1990 begonnenen Frontmotoren-Ära erwärmen, ist kein Geheimnis.

Klar, einen T4 findet man bei Günther Zink nicht – noch nicht, wohlgemerkt, aber das wird sich wohl irgendwann mal ändern. Immerhin waren vor gut drei Jahrzehnten, als der erste „OK“ erschien, T1 & T2 noch im „Verbrauchsgutmodus“, und der T3 ein Neuwagen, wie es heute der T6 ist. Man wird sehen, was die Zukunft bringt.

Die Gegenwart indes, die ist spannend genug, der „OK31“ ist denn auch wieder umfangreicher geworden, inzwischen tummeln sich auf den 460 Seiten mehr als 150 Marken und mehr als 1.300 Fahrzeuge. Mehr geht wirklich nicht – doch auch so ist der Oldtimer-Katalog das zentrale Nachschlagewerk. Gerade auch, weil Klassiker wie Youngtimer in Wort und Bild, mit technischen Daten und den aktuellen Sammlerpreisen von Classic Data vorgestellt werden. Und mit gerne mal launig verfassten Steckbriefen.

Die Nutzfahrzeuge von Volkswagen finden sich aktuell auf den Seiten 423 und 424, und wieder macht der „Kasten Karriere“, preislich angeführt natürlich vom T1, der je nach Zustand mit maximal 74.700 Euro geführt wird. 2016 waren es noch 65.100, im Jahr davor 57.000: Und wir reden hier von einem Bus aus den Jahren 1960-1963, frühere Modelle bleiben ganz außen vor.

Interessant ist dabei auch, wie sehr der Fridolin als „Ableger“ aus Hannover in der Gunst nach vorne rollt, hier notiert ein „2er-Zustand“ auch schon mit 57 Mille – letztes Jahr waren es noch 33. Damit liegt er deutlich über dem T2, der als T2a bis 43.200 Euro geführt wird – im „Einser-Zustand“ wohlgemerkt. Trotzdem könnte einem schwindlig werden!

Als einziger in der Runde blieb der Preis des Katalogs selbst im Vergleich zum Vorjahr unverändert, er liegt noch immer bei knapp 20 Euro. Na also – geht doch. In diesem Sinne: Schönen Saisonstart Euch allen, egal, wie wertvoll Euer Auto ist. Wichtig ist nur, dass Ihr Freude dran hat!

Günther Zink (Hrsg.): Oldtimer Katalog 31. Heel Verlag Königswinter 2017, Paperback, 460 Seiten, ca. 1.400 größtenteils farb. Abb., 210 x 297 mm, ISBN 978-3-95843-507-0, 19,99 Euro.

 

Heiko P. Wacker