Zur Liste

Bulli, Surfen, Kiten, Klettern

Uwe Bosshammer hat seinen Traum zum Beruf gemacht: Unabhängig mit dem eigenen Bulli unterwegs sein, darin wohnen, essen und schlafen, sich die schönsten Plätze selbst auswählen und dort die Sonne genießen - oder den Wind, oder das Klettern. Bosshammer vermietet in Spanien und Deutschland Bullis und bietet Gesamtpakete für Sportfreaks an.

 ©Bosshammer

Die Geschichte von Uwe Bosshammer als Bulli-Vermieter für Surf-, Kitesurf- und Kletterfreaks in Spanien und Deutschland begann 2002. Damals fuhr der heute 41-Jährige Mainzer nach Andalusien.

"Eigentlich wollte ich mir nur eine Auszeit zwischen zwei Jobs gönnen, ein bisschen abhängen und nebenher mein Spanisch in einem Kurs aufbessern", erzählt Bosshammer. Heute vermietet Bosshammer über seine Firma "Hanggtime" Bullis in Spanien und Deutschland und bietet Gesamtpakete für Kitesurfer, Kletterer und Surfer an.

 ©Bosshammer

Mit dem Kite-Sport hatte er 2002 noch nichts am Hut, doch das änderte sich schlagartig. "Vom Strand aus nur zusehen und staunen war mir schnell zu wenig. Ich musste das einfach selbst ausprobieren. Aus einem Jux wurde eine Leidenschaft, aus ein paar Wochen wurden Monate. Ich wollte am Strand leben, unabhängig und flexibel sein."

Teure Appartements kamen dafür nicht in Frage. Vergebens suchte Bosshammer eine VW-Bus-Vermietung und kaufte sich schließlich seinen ersten T3-Bus "Pablo". "Das war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft", sagt Bosshammer.

Aber die herrliche Zeit in Andalusien konnte nicht ewig währen und der studierte Maschinenbauer musste zurück nach Deutschland. "Trotzdem nutzte ich von da an jede freie Zeit, um wieder nach Andalusien zu fahren – ein auf Dauer ziemlich kostspieliges Vergnügen. Ich suchte nach einer Lösung und fand sie: sie hiess 'Loli' und war ein weiterer T3."

 ©Bosshammer

Billigflüge in die Region gibt es zur Genüge und so blieb "Pablo" in Deutschland, während in Andalusien "Loli" Bosshammer treu erwartete.

2009 dann hörte Bosshammer auf mit seinem Job als Vertriebsleiter für Südeuropa für ein Unternehmen aus der Automobilbranche und machte sich daran, seinen Lebensstil als Geschäftsidee umzusetzen.

Er gründete "Hanggtime". Boshammer erklärt: "'Hangtime', das ist ein Begriff aus dem Kitejargon, der die Zeitspanne zwischen Abheben und Landung bezeichnet. Mit Hangtime kann man den außergewöhnlichen Moment der Schwerelosigkeit erleben. Die Ziele von 'Hanggtime' sind es, eine Lebensphilosophie die der VW Bus zweifelsohne vermittelt, an Kunden weiter zu geben. Ich möchte seelenverwandte Leute zusammenführen und die Sportarten Klettern, Kiten, Surfen mit dem VW-Bus-Gedanken als Geschäftsidee umsetzen."

 

 ©Bosshammer

Derzeit hat "Hanggtime" drei Standorte: Mainz, Aachen und Malaga in Andalusien. "Ein Zustellservice erlaubt allerdings auch die individuelle Wahl eines Ausgangspunktes", sagt Bosshammer.

Mainz sei durch seine zentrale Lage ein optimaler Startplatz für Touren durch Deutschland und seine Nachbarländer. Aachen biete sich vor allem für diejenigen an, die durch Holland reisen möchten. Von Malaga aus kann man zu Reisetouren durch Andalusien, Portugal und Marokko aufbrechen.

 ©Bosshammer

Auf Teneriffa und Fuerteventura werden zwei neue Standorte im Mai eröffnet. In Deutschland sucht Bosshammer Partner, um je einen Standort im Norden und im Süden einzurichten. Diese sollen als Partnerschafts- beziehungsweise Franchise-Modelle entstehen. Die Geschäftsidee ist dezentral. Je Standort gibt es drei bis sechs Busse sowie ein gut ausgesuchtes eigenständiges Sportprogramm.

Und so funktioniert es, wenn Kunden beispielsweise nach Tarifa wollen, Europas Hauptstadt der Kiter und Surfer: "Der Kunde kommt in Malaga am Flughafen an und wird dort abgeholt", erklärt Bosshammer.

 

 ©Bosshammer

"Er bekommt den Bus übergeben, auch Wunsch auch Sport-Equipment, und nun kann er in einem Radius von 500 Kilometern kiten, klettern, surfen und zwar in Europas angesagtesten Gebieten: Kiten in Tarifa, Klettern in El Chorro, Surfen in Portugal. Das gleiche gilt für Fuerteventura." Eine Woche Surfbulli mieten plus ein Kitekurs beispielsweise kostet 550 Euro.

An Bussen hat Bosshammer drei unterschiedliche Linien im Angebot. Die Linie "Hippie Bus Pink Lady" (T3), gut erhaltene Club Joker, California sowie T4 Camper California.

 ©Bosshammer

Uwe Bosshammer selbst ist eingefleischter Bulli-Fan. "Mein eigener Bus ist ein grüner umgebauter 4x4 mit 1,9-Liter-1z Motor, Sperre vorne hinten und abschaltbarem Allrad auf 16 Zoll Fahrwerk. Die Bullis sind nicht einfach nur erfolgreiche, variantenreiche und familienfreundliche Universalfahrzeuge", sagt er. "Sie sind ein Stück Lebensgefühl auf vier Rädern."

Mit ihrer zuverlässigen Technik, so Bosshammer, sind die Bullis "die besten Reisebegleiter der Welt". Fast überall könne man mit ihnen unbeschwert campen und so sein ganz eigenes Abenteuer gestalten.

 ©Bosshammer

"Sie bieten mehrere Schlafmöglichkeiten und sind somit für den Individualreisenden ebenso geeignet wie für den Urlaub für die ganze Familie oder eine Gruppenreise. Durch die große Raumkapazität ist auf jeden Fall Platz genug – auch für Kite-, Windsurf- und sonstige Wassersportfans, die ihr Equipment unterbringen müssen", erklärt Bosshammer, warum er sich zur Vermietung von Bullis entschieden hat.

"Der Sonne hinterher und den Menschenmassen davon - Hanggtime bedeutet vor allem eines: Unabhängigkeit. Mit dem eigenen Bus unterwegs sein, darin wohnen, essen und schlafen, sich den schönsten Spot selbst auswählen und dort nach Herzenslust die Sonne genießen - oder eben den Wind", schwärmt Bosshammer. Bei Interesse, so Bosshammer, steht er Bulli-Fans gerne beratend bei der Reiseplanung zur Seite. Er ist zu erreichen unter info(at)hanggtime.de oder 0163-4606702.

Uwe Bosshammer / Gerhard Mauerer