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California 6.1: Die Modellpalette wird neu strukturiert

Der California ist seit 30 Jahren der Verkaufsschlager unter den Campingfahrzeugen. Zum Modellwechsel hat Volkswagen Nutzfahrzeuge nun auch die Modellpalette neu sortiert.

 ©Michael Kirchberger ampnet

rs ist zweifelsohne das meistverkaufte Campmobil in Deutschland: Der VW California, seit 1989 im Programm des Konzerns, hat es seitdem auf eine Auflage von mehr als 180.000 Exemplare gebracht. Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN), damals noch integraler Bestandteil von VW, hat nach seiner Loslösung zur separaten Marke vermehrt auf die Campersparte gesetzt und dem California den kleineren Caddy Beach an die Seite gestellt. Jüngst wurde das Angebot mit dem Grand California auf Basis des größeren Crafter nochmals erweitert.

Der California, nunmehr auf der Version T6 des Transporters basierend, hat Maßstäbe gesetzt. Weitgehend perfekte Detaillösungen, eine durchweg hochwertige Verarbeitung und vor allem Fahreigenschaften, die denen einer Limousine kaum nachstehen, haben ihn trotz hoher Preise zum Publikumsliebling gemacht. „Wir können nicht billig, aber preiswert“, kommentiert Markenchef Thomas Sedran die Offerten des Campingmobils, die mühelos den sechsstelligen Bereich erreichen können. Um einen weitgehend perfekten Camper nochmals zu verbessern, bedarf es derweil einiger Phantasie, weshalb VWN die Modellpalette des California neu strukturiert hat.

 ©Michael Kirchberger ampnet

Die Basisversion Beach gibt es künftig in den Versionen Camper und Tour. Im Camper ist eine Miniküche mit Kocher an Bord, die bei Nichtgebrauch abgedeckt in der Seitenwand verschwindet. Der Tour hat immer zwei Schiebetüren und optional eine Dreier-Sitzbank im Fond, eignet sich also mehr als Personentransporter mit Übernachtungsmöglichkeit. Die Basisversion des Beach mit einem 110 PS (81 kW) starken TDI kostet 48.796 Euro.

Neu bei allen drei Versionen – Beach, Coast (ab 56.203 Euro) und Ocean (ab 65.302 Euro), jeweils mit Fünf-Gang-Schaltgetriebe und Frontantrieb – ist das Camperbedienteil am Dach über dem Armaturenbrett, das mit einem hochauflösenden Bildschirm vielfältige Bedienungsmöglichkeiten bietet. Von hier aus lässt sich das optional hydraulisch aufklappende Zeltdach steuern, im Hochparterre gibt es statt des eher unkomfortablen früheren Lattenrosts jetzt eine Auflage auf Tellerfederelementen. Das Camperbedienteil integriert außerdem eine Wasserwaage, die das Nivellieren des Campingbusses zum Übernachten vereinfacht.

 ©Volkswagen

Verbessert wurden die Bedienung der Schrankschiebetüren mit ergonomischeren Griffen und die Innenraumbeleuchtung mit einem LED-Ambiente-Licht. Beim Beladen des Kofferraums sorgen LED-Spots an der Heckklappe für Helligkeit, unverändert ist die Bestückung mit Campingmobiliar. Zwei Stühle sind in den Verkleidungen im Heck, ein freistehender Tisch in der seitlichen Schiebetür verstaut.

Für ein dynamischeres Fahrverhalten soll die neue elektrohydraulische Lenkung gut sein, ein adaptives Fahrwerk mit den Einstellungen Komfort, Normal und Sport ist ebenfalls im Programm. Bei den Motorisierungen erklimmt der California nach der Basisversion mit der 150 PS-Version (110 kW) des Zwei-Liter-TDI die nächste Leistungsstufe. Hier steht auch das auf Wunsch erhältliche Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe für gut 2000 Euro Aufpreis zur Wahl. Spitzenmotorisierung ist der TDI mit 199 PS (146 kW) Leistung, der ab 58 613 Euro in der Version Beach Camper zu haben ist. Die allradgetriebene Variante 4Motion ist nochmals rund 3500 Euro teurer, die Preisgestaltung des California ist, siehe Zitat Thomas Sedran, nicht die Schokoladenseite des VW-Campers.

 ©Michael Kirchberger ampnet

Ganz zufrieden mit den Geschäften ist der VWN-Chef trotz der Erfolge des California ohnehin nicht. Das zweite Campingmobil der Marke, der Crafter, kommt als Grand California aufgrund von Produktionsengpässen im polnischen VWN-Standort Wrzesnia nur sehr schleppend aus den Startlöchern. Ohnehin ist der größere Bruder des T6 eine eher seltene Erscheinung auf den Wohnmobilstellplätzen. Als Grund gibt Sedran unumwunden zu, dass sich die Zusammenarbeit zwischen den Aufbauherstellern und VWN bisweilen etwas schwierig gestaltet. Da steht eitle niedersächsische Ingenieurskunst offenbar vor einer Kooperation mit dem Chassishersteller Al-Ko, dessen Tiefrahmen den Crafter für fast alle Reisemobilklassen ertüchtigen würde. Auf dem Caravan-Salon in Düsseldorf zumindest, der an diesem Wochenende öffnet, dominiert neben dem Evergreen Fiat Ducato vor allem der neue Sprinter von Mercedes-Benz als Basisfahrzeug für Wohnmobile.

ampnet/mk