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Das Leben ist schön

Johannes Kühnel aus Berlin wollte vor einigen Jahren einen Bulli für den Urlaub mieten - bekam aber keinen. Also nahm er die Sache selbst in die Hand. Heute vermietet er eine kleine, aber feine Bulli-Camper-Flotte - deutschlandweit. Hier erzählt er, wie es dazu kam.

 ©Johannes Kühnel

Jeder hat wohl schon mal davon geträumt, mit Sack und Pack zu verschwinden, einfach mal am Meer zu wohnen, mitten im Wald oder hoch oben auf einem Pass zu übernachten - ohne die lästige Suche nach Unterkünften, die mitunter Stunden in Anspruch nehmen kann und zu guter Letzt doch oft in einem Kompromiss endet.
 
Ich selber hatte diesen Traum jedenfalls ziemlich oft und meine Freundin genauso. Im Sommer 2007 wollten wir ihn endlich Wirklichkeit werden lassen – naja zumindest für den Urlaub – und einen Bulli mieten.

Doch das war leichter gesagt als getan. Es ließ sich kein Bulli mehr auftreiben, den man in den nächsten Wochen mieten konnte. Meine Freundin war sehr enttäuscht und zudem überrascht, dass es so wenige Möglichkeiten in Deutschland gab, einen Bulli zu mieten.

 ©Johannes Kühnel

Eigentlich müsste man das einfach selber machen, stellte sie trotzig fest. Warum nicht, dachte ich.

Von da an saßen wir viele Sommerabende auf unserem Balkon in Berlin, tranken Wein und überlegten, besprachen Möglichkeiten und Risiken und schließlich war die Idee geboren. Ich (29) hatte damals gerade mein Studium zum Wirtschaftsinformatiker aufgenommen und konnte noch etwas Zeit abknapsen. 

Der erste Schritt war der Kauf eines eigenen Bullis, eines blau-weißen T3, Baujahr 1979 – was für ein Gefühl, als wir mit ihm vom Hof rollten! Und unser erster gemeinsamer Bulliurlaub, der unsere Idee dann besiegelte, war ein voller Erfolg. Der Urlaub in Italien und Frankreich war noch viel schöner als wir ihn uns vorgestellt hatten. Diese Art des Reisens entsprach komplett unserem Naturell und wir waren sicher, dass wir da nicht die Einzigen sein konnten.

 ©Johannes Kühnel

Wir begannen das Vermietgeschäft Bulliholiday.de zunächst mit zwei Bussen. Doch innerhalb kürzester Zeit überstieg die Nachfrage unsere Erwartungen völlig. Wir kauften mehr Busse dazu und haben nun eine kleine Flotte von sechs Bullis und Standorte in Berlin und Hamburg. Außerdem gibt es einen weiteren Standort in Berlin-Marzahn, unsere Zentrale ist in Berlin-Friedrichshain. Weitere Standorte sind in Planung.er unseren Bring- und  Abholservice können unsere Bullis bundesweit gebucht werden.

Dabei kommt es für uns nicht auf ein bestimmtes Modell an, sondern auf den Charme und die Praktikabilität der Inneneinrichtung und natürlich die einwandfreie Technik der Busse. Demzufolge haben wir T3, T4, aber auch einen Toyota Hiace im Angebot, die uns alle gleichermaßen gute Dienste leisten.

 ©Johannes Kühnel

Alle unsere Busse bieten zwei bis vier Schlafplätze, Küchenblock mit Kühlschrank oder elektrischer Kühlbox, zwei Kochflächen und Spüle sowie jede Menge Stauraum. Auch Geschirr, Besteck, Töpfe, Pfannen, eine kleine Espressokanne et cetera sind schon drin.

Dazu können diverse Extras wie Campingstühle und -Tisch, Navigationssystem, ADAC-Campingatlas und vieles mehr gegen eine Gebühr dazu gemietet werden, sodass Freiheit und Unabhängigkeit nichts mehr im Wege steht.

Ab diesem Jahr gibt es auch die ersten selbstausgebauten Standardmodelle von uns, und sie kommen sehr gut an!

 ©Johannes Kühnel

Dabei haben wir auch darauf geachtet das wir leichte Materialien verwenden, durch die Sprit gespart werden kann. Diese Modelle eignen sich besonders für Surfer da die Boards sicher unter dem Bett verstaut werden können. Alle Modelle sind unterschiedlich und jedes hat einen ganz eigenen Charme.

Den ganzen Sommer und darüber hinaus rollen unsere Bullis nun über die Straßen und wir sind hier in Berlin. Das ist schon manchmal etwas traurig, denn Urlaub ist für uns selbst in der Hauptsaison natürlich nicht drin.

Doch wenn wir dann die leuchtenden Augen der Urlauber sehen, wenn sie einen Bulli abholen oder die letzten wehmütigen Blicke, wenn sie ihn wieder abgeben, dann sind wir schon wieder ein klein wenig versöhnt, weil wir wissen, wofür wir es machen.

 ©Johannes Kühnel

Und wenn wir dann mal wieder einen Bus für uns haben, geht es auf die Reise… Die Seele baumeln lassen, das Leben genießen, sehen, wo es einen hin verschlägt und vor allem den Weg zum Ziel machen, denn Kilometer schrubben kann man mit den alten Herrschaften nun wirklich nicht und sich auch nicht zum Ziel setzen.

Direkt zu BulliHoliday.de geht es hier.

Johannes Kühnel