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Das Midsummer Bulli Festival auf Fehmarn 2017 – Ein Rückblick

Mehr als zwei Wochen ist es bereits her, dass sich die Bulli-Enthusiasten wieder auf die Insel Fehmarn begaben. Nach einem durchwachsenen Ablauf 2016 wollten die Veranstalter dieses Jahr einige Dinge gerade rücken und das ist ihnen auch gelungen. VW-Bulli.de war vor Ort und blickt zurück auf das momentan größte VW-Bus-Treffen in Deutschland.

Nicht nur anhand der Teilnehmerzahl ist das Fehmarn-Treffen rasant zur heutigen Größe aufgestiegen – mittlerweile ringt man auch um den Titel „längstes Treffen“, denn dieses Jahr öffneten die Tore zum Beachcamp, der Campingfläche rund um die Veranstaltung am Südstrand, bereits am Mittwoch, was auch stark in Anspruch genommen wurde. Am Donnerstag, dem ersten offiziellen Treffen-Tag, waren die verschiedenen Camping-Bereiche schon reichlich gefüllt.

Das runderneuerte Anfahrtsprozedere brachte die gewünschte und im letzten Jahr bitterlich vermisste Entspannung. Es gab fröhliche Gesichter und bislang auch überwiegend positive Rückmeldungen in den sozialen Medien. Keine Wartezeit, keine Verwirrung ob der Zuteilung der Plätze – prima, wenn Kritik dazu führt, entsprechende Änderungen durchzuführen. Die Aufteilung in verschiedene Sektoren inklusive eigenen Zufahrten hat sich demnach bewährt. Die anreisenden Gäste konnten schnell und unkompliziert auf ihre Stellplätze verteilt werden. Das Personal war dabei stets mehr als gut gelaunt und hilfsbereit – genau so muss ein Treffen auch beginnen.

Die Truppe um VW-Bulli.de wurde diesmal auf dem Grünstreifen zwischen Ostsee und Schwimmhalle platziert. Somit war der morgendliche Mee(h)rblick aus dem Aufstelldach gesichert!

Auch die Händlermeile zeigte sich 2017 leicht erweitert gegenüber den letzten Jahren. Hier bleibt aber weiterhin eindeutig Luft nach oben. Auf einem Bullitreffen haben zum Beispiel Ausstellungsstücke von Wohnwagen und Wohnmobil-Fremdfabrikaten in bester Händlermeilenlage nichts zu suchen, auch wenn es für die zufällig vorbeilaufenden Gäste eventuell interessant sein könnte! Die leise Kritik der Kommerzialisierung können wir in diesen Fällen nachvollziehen.

Zwar muss allen klar und bewusst sein, dass eine Veranstaltung dieser Größenordnung mit dem zugehörigen Menschen und Material finanziert werden muss, aber das funktioniert unserer Ansicht auch mit VW-Bus-lastigeren Werbepartnern und Händlern.

Auf Fehmarn gibt es aber weitaus mehr Programm als lediglich die Händlermeile abzuklappern. Musikalisch wurde wieder ein breites Repertoire geboten, natürlich einschließlich Urban Beach, die sich mittlerweile zum Midsummer-Bulli-Festival-Inventar entwickelt haben. Entsprechend locker und gelöst war die Stimmung bei bestem Wetter, das über das lange Wochenende lediglich für wenige Momente mit etwas Nass von oben und viel Wind störte.

Auch die übrigen Musikacts, wie etwa das Sean Koch Trio aus Südafrika oder Side by Side wussten die Stimmung am Südstrand anzuheizen. Die Verpflegung war durch eine Vielzahl an Ständen und Foodtrucks auch bei leerer Kühlbox im Bulli immer gesichert und eine Sitzgelegenheit fand sich quasi überall im Veranstaltungszentrum. Auch einige Bulliausbauer waren vor Ort, um ihre Werke und Ideen zu präsentieren.

Der Bulli-Blitzer war selbstverständlich wieder scharfgeschaltet. Die Ergebnisse sind zum Teil auf Facebook zu bewundern. Natürlich wurde auch der große Konvoi rund um die Insel am Samstag durchgeführt. Knapp 500 Bullis versuchten einigermaßen erfolgreich gemeinschaftlich die Insel zu umrunden. Nicht immer hatte jeder Teilnehmer den rechten Weg vor Augen, aber am Beachcamp sind alle wieder wohlbehalten angekommen. Überall entlang der Wegstrecke, die geringfügig abgeändert werden musste, versammelten sich die Menschen, um die Bullis zu begrüßen und zu fotografieren. Das ist immer wieder ein tolles Gefühl, für diejenigen, die in den Autos sitzen.

Man musste jedoch das Beachcamp nicht unbedingt verlassen, um ausreichend Beschäftigung zu finden. Vorträge, Kochshows, Puppentheater mit Pettersson und Findus – für Groß und auch für Klein war wieder reichlich zu erleben und zu tun. Allabendlich öffnete dann auch wieder das Haus des Kurgastes und brachte mit Discoklängen auch die letzten Nachtschwärmer irgendwann früh am Tag ins verdiente Bulli-Bett.

Die oft kritisierte sanitäre Versorgung ist unserer Ansicht immer noch verbesserungswürdig an einigen Stellen. Da die weitläufig aufgeteilten Campingbereiche nicht überall so perfekt ausgerüstet sind, wie die nutzbare Schwimmhalle nahe Sektor A und B, die Preise aber überall gleich sind, sollte hier der ein oder andere Duschcontainer zusätzlich aufgestellt werden. Zu dem in diesem Jahr neuen Toilettenprinzip „Goldeimer“ gab es verschiedene Meinungen. Zum einen ist der ökologische Umgang mit den Hinterlassenschaften sicherlich löblich, aber ob die Anlage bei sonnigen Temperaturen jenseits der 25°C in direkter Nachbarschaft zu den Campingbereichen sinnvoll ist, lassen wir mal dahin gestellt.

Eine ganz besondere Aktion ergab sich mehr oder weniger spontan in Form einer Versteigerung. Claudia bleibt, genau wie der Bulli-Blitzer und offensichtlich Urban Beach, untrennbar mit dem Midsummer-Bulli Festival verbunden. Unvergessen bleiben die Liebes-Rufe ihres Namens, die 2015 über den Südstrand schallten. Nun wurde ein T-Shirt mit entsprechendem Schriftzug versteigert. Der Erlös in Höhe von 550 Euro kommt Stephen Pang`s Live2Drive-Projekt zugute, der auf seiner Reise zum Bulli-Festival bedürftigen Kindern helfen möchte.

Nichts Besonderes denkt man jetzt vielleicht, wobei zu helfen eigentlich immer erwähnenswert sein sollte. Stephen Pang ist jedoch mit Kollegen in zwei T1, einem T2 sowie einem Käfer mal eben 19.900 Kilometer aus Malaysia nach Deutschland gekommen. Die Trophäe für die längste Anreise war damit natürlich vergeben, aber umso bewundernswerter sind die Jungs, die ihr eigentliches Ziel, das Uraltkäfer-Treffen in Hessisch Oldendorf, später ohne Probleme auch noch erreichten.

Die von der Bulli-Bar, dem bekannten Cocktail-T2, in ein Claudia-T-Shirt angelegten 550 Euro sollten also an die richtige Adresse gekommen sein und im nächsten Jahr dürfen wir uns dann über einen speziellen Claudia-Cocktail freuen, wie bereits zu lesen war. An dieser Stelle ziehen wir von VW-Bulli.de nochmal den Hut für diese Leistung der Jungs von Live2Drive. Auch die übrigen Pokale für die schönsten und lautesten Fahrzeuge wurden natürlich wie immer standesgemäß mit Blumenkranz und Interview an der Hauptbühne übergeben.

Das Midsummer Bulli-Festival hat sich nach einem kleinen Ausrutscher im letzten Jahr wieder hervorragend organisiert präsentiert. Kleine Verbesserungen sind immer noch möglich, aber hört man sich unter den Teilnehmern um oder liest entsprechende Kommentare in Foren oder den sozialen Medien, so wird deutlich, dass sich der überwiegende Teil der Besucher pudelwohl auf der Ostseeinsel gefühlt hat.

Bereits jetzt steht der Termin für das Treffen 2018 mit dem Wochenende vom 21.-24. Juni fest. Karten gibt es wie immer zum Jahresende - und Fehmarn ist und bleibt eine Reise wert.

von Patrick Kühl