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Dehler-Fan und Bioethanol-Experte

Alexander Frank ist gelernter Kfz-Meister. Er hat bei unserem Fotowettbewerb rund um das Thema Reifen und Felgen am Bulli einen Reifengutschein über 200 Euro gewonnen und stellt sich hier vor.

Foto:Alexander Frank

Mein Interesse am VW Bus entstand durch die Erzählungen meines Vaters von seinen Urlaubsreisen in den 60er Jahren. Er hatte zum Beispiel mit seinen Freunden einen T1 Kastenwagen für eine sechswöchige Tour über Österreich, Jugoslawien, Albanien bis an die Grenzen Griechenlands umgebaut.

Zu den Kuriositäten zählte ein Schinken, den sie als Proviant während der gesamten Tour im Bus hängen hatten. Dieser Schinken wurde dank Okrasa-Vergaseranlage recht zügig befördert: Ein T1 mit über 120 Stundenkilometern war damals sicher die Ausnahme. 

Das Siegerbild des Wettbewerbs. Foto: Alexander Frannk

Diese und andere VW-Bus-Geschichten hatten eine nachhaltige Wirkung auf mich: So etwas wollte ich auch machen und schaute mich nach einem T3 um. Ich wollte unbedingt einen Dehler haben, aber entweder waren alle besichtigte Busse "Seelenverkäufer" oder zu teuer.

Als ich die Suche schon fast aufgegeben hatte, fand ich im Internet eine Anzeige, in der ein Dehler zu einem mehr als fairen Preis angeboten wurde. Bei der Besichtigung fiel ich aus allen Wolken: Der Wagen machte einen nahezu perfekten Eindruck. Seine einzige Macke war eine rostende Dachrinne. Ich bat um ein paar Tage Bedenkzeit.

Es folgte das Internationale VW-Bus-Treffen im Oktober 2007 in Hannover. Dort traf ich inmitten tausender Bullis meine Entscheidung: Ich musste den Dehler kaufen. Nach einem Telefonat hatte ich endlich meinen ersten Bus - ein 82er Modell und wahrscheinlich einer der ersten Dehler überhaupt. Er hat noch einen luftgekühlten 2 Liter Typ 4 Motor und in seinem Leben schon einiges unter die Räder genommen. 

1982er T3 Dehler Profi. Foto: Alexander Frank

Ich stellte den Kontakt zu den Vorbesitzern her und erfuhr Unglaubliches: Die Zweitbesitzerin, mittlerweile 82 Jahre alt, ist mit dem Bus vom Nordkap bis nach Syrien gefahren. Die Technik hat sie auf der Reise immer selber gewartet. Sie zeigte mir unter anderem Fotos von einer Inspektion auf einem Marktplatz in Istanbul.

Jetzt werde ich den Dehler-Bulli leicht restaurieren (einen Bericht darüber gibt es hier) und im Sommer 2008 an den Wochenenden nutzen. Ein Umbau oder extremes Tuning kommt nicht in Frage, denn dazu ist das Fahrzeug in einem viel zu guten Zustand. Ein paar schicke Felgen habe ich schon gekauft und die Reifen gibt es dank des gewonnenen Gutscheins gratis dazu.

Auch im Arbeitsalltag war ich lange mit einem Bulli unterwegs. Ich habe mich inzwischen als TÜV-zertifizierter Kfz-Sachverständiger selbstständig gemacht, habe aber früher als Angestellter bei der Firma Schneider Mineralöl in Hannover gearbeitet und war dort für alternative Kraftstoffe zuständig. Da wir seinerzeit Hannovers erste Bioethanol-Tankstelle eröffnet hatten, wollten wir auch ein Werbefahrzeug dafür anschaffen. Was lag näher, als einen VW Bus zu nehmen?

Da Volkswagen aber die Technik in Europa leider nicht anbietet, mussten wir auf Brasilien ausweichen. Ein 78er T2 Bus war noch vorhanden, wenngleich in einem desolaten Zustand. Also wurde eine neue Karosserie in Brasilien geordert und die ethanolfähige Motorentechnik gleich dazu.

Nachdem der Bioethanol-Bulli auf der Straße war, fuhr ich damit täglich von meinem Heimatort Steinhude nach Hannover. Der Spaß, den ich dabei hatte, war unbeschreiblich und auch seine Aufgabe als Werbeträger erfüllte dieser Bus, wie kein anderes Fahrzeug es könnte.

Wer mehr erfahren möchte, schaut einfach mal auf www.vollgas-deluxe.de vorbei. Diese Webseite betreibe ich zusammen mit meinen Freunden und auch wenn man hier manchmal den Eindruck gewinnen könnte, dass wir nicht mehr alle Latten am Zaun haben: Wir sind normal und haben viel Spaß an allem, was fährt!

Text und Fotos: Alexander Frank

Alexander Frank