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Der AC/DC-Gedächtnis-Bulli

Jahrelang leistete ein selbst ausgebauter ehemaliger Krankenwagen-T3 Robert Fremmer gute Dienste. Eine der Besonderheiten des Bullis: Das beleuchtete Rot-Kreuz-Zeichen auf dem Dach wurde umgebaut und stand sogar im TÜV-Bericht offiziell als "AC/DC-Gedächtnisleuchte". Hier ist die Geschichte zu dem Bus.

Liebe Bulli-Freunde,

im Jahr 2004 kaufte ich meinen VW Bus, Baujahr 1983, vom Roten Kreuz Weilheim. Er hatte all die schönen Features, die ein Krankenwagen ebenso hat: Ordentliche Motorisierung, Milchglasscheiben, Abzugshaube und einen Notsitz, sodass sogar drei Personen mitfahren konnten. Und natürlich hatte er das beleuchtete Rot-Kreuz-Zeichen auf dem Dach. Dieses habe ich umgebaut, und es ist sogar in einem TÜV-Bericht offiziell als "AC/DC-Gedächtnisleuchte" beschrieben.

Der Bus war innen komplett leer, und da ich Schreiner bin, habe ich mir eine günstige und sehr funktionale Einrichtung aus Holz reingebaut. So konnte man wunderbar zu zweit drin schlafen, gemütlich zusammensitzen und eine riesengroße Menge an Dingen transportieren. Mit dabei waren ein portabler Gaskühlschrank und eine kleine Kochstelle. Das war einfach ein Brett mit Loch, in das ein Gaskocher passte. Das Ganze dann zwischen die Sitze geklemmt und schon gab's die Möglichkeit für Heißwasser, Suppe oder lecker Pfannkuchen.

Wir waren mit dem Bulli viel im Urlaub und auf Festivals unterwegs, ich habe ihn oft als Zweitwohnsitz benutzt, wenn ich beim Arbeiten war, er hat seine Dienste als Baustellenfahrzeug und Umzugstransporter geleistet und er hat uns auf vielen Konzerten mit meiner AC/DC-Coverband als Transportfahrzeug und Backstageraum gedient. Hier übrigens ein Video unserer Band.

Den Rekord hat der Bus aufgestellt, als wir mit sechs Leuten plus Schlagzeug und kompletter Backline auf einen Gig gefahren sind. Hat er ohne zu murren mitgemacht.

Ihr kennt das alle zur Genüge; man baut dann doch eine sehr emotionale Verbindung zu solchen Fahrzeugen auf. Aber irgendwann wollte der Motor nicht mehr so, wie er sollte und der TÜV wollte Dinge von mir, die ich mir nicht mehr leisten konnte.

Inzwischen fährt der Bus im Libanon rum und verrichtet vielleicht sogar wieder seine originale Aufgabe. Ich weiß es leider nicht.

Schön war's!

Euer Robert Fremmer

Gerhard Mauerer, Robert Fremmer