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Der Bulli-Fahrer vom TÜV Böblingen

Martin Sievers aus Wildberg nahe Stuttgart war schon immer Oldtimer-Fan. Seit 2009 fährt der 30-Jährige einen T3 Joker, der ein Jahr jünger ist als er selbst. Das Bulli-Fieber hat den TÜV-Mitarbeiter, einen der Gewinner unseres Bulli-Krimi-Gewinnspiels, seither gepackt und nicht mehr losgelassen.

Hallo Bulli-Freunde!

Schon während meiner Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker bei Mercedes und Smart (2004 bis 2008) hatte ich den Wunsch, später einmal einen Oldtimer zu besitzen. Die Verwirklichung dieses Wunsches sollte jedoch lieber nicht allzu lange dauern, denn wer weiß schon, wie sich die Geschichte mit den Spritpreisen so weiter entwickelt.

Geschwärmt und geträumt habe ich immer schon von einem T2. Doch zum einen ist diese Baureihe für mich leider zu teuer und zum anderen sind meine Schweißkünste auch nicht gerade die besten.

Ein Meister meiner Werkstatt fuhr damals und bis heute einen T3. Und als ich mich näher damit beschäftigte und in unterschiedlichen Foren zahlreiche Beiträge gelesen hatte, war klar, es wird ein T3 werden.

Am liebsten wäre mir ja ein Auto gewesen mit gleichem Baujahr (03/1982) wie ich. Doch vertraute ich den Luftboxern nicht so sehr  beziehungsweise hatte schraubertechnisch eh kaum Erfahrung mit Boxermotoren, aber dieser Sound ist doch einfach nur geil.  

2009 hatte ich dann durch meine Tätigkeit als Prüfassistent beim TÜV das nötige Kleingeld zusammen, um mir meinen T3 Joker mit Erstzulassung 05/1983 zu kaufen.

Dafür, dass er schon fünf Vorbesitzer hatte, sah er damals schon klasse aus. Und so wie der Dehler von Stephan Maske wird auch mein T3 bald ein Oldtimer sein.

Camping habe ich von Kindesbeinen an im Blut. Mit meinen Eltern ging es regelmäßig mit dem Wohnwagen in den Urlaub. Das Laufen lernte ich auf einem Campingplatz. Bevor ich meinen T3 hatte, fuhr ich mit dem Zelt im Auto in den Urlaub.

Der erste Campingurlaub mit dem T3 war dann auch schnell geplant und es waren nur noch vier Wochen hin bis zum Kroatienurlaub. Also noch kurz ein gebrauchtes Vorzelt dazu erworben und es ging los.

Ich hoffe euer Unmut über meinen Beruf ist nicht zu groß. Schaut einfach das Bild mit den vier „TÜV“-Bussen an, es gibt einige Fans unter meinen Kollegen. (siehe Bild!)

An dieser Stelle sei auch kurz erwähnt: Ob mit Bus oder ohne seid ihr immer herzlich willkommen an unserer Prüfstelle in Böblingen.

In den letzten drei Jahren, während meines Studiums, lernte ich alle Ecken und Kanten am Bus kennen. Innen alles einmal ausgebaut, um nach möglichen Rostansätzen zu schauen, etwas restauriert, verschönert und viel drum herum repariert.

Doch sobald mein Studium rum ist und die Tätigkeit als Sachverständiger beginnt, möchte ich viele Ecken Europas mit dem Bus erkunden. Das Vorzelt bleibt dann zuhause und die in diesem Jahr erworbene Markise kommt zum Einsatz, um dort stehen zu bleiben wo es am schönsten ist.  

Es gibt so viele schöne Erlebnisse mit dem Bus, ich wüsste gar nicht, wo ich anfangen soll. Das erste der vielen tollen Erlebnisse war für mich auf einer dreispurigen Autobahn. Bei der ersten Urlaubsfahrt grüßte mich doch ein anderer Bullifahrer aus dem Gegenverkehr über vier Spuren hinweg. Das hätte ich mir so nie vorgestellt...

Und letztes Jahr kam dann mein erstes Bustreffen in Hatzenport, das war im Gesamtpaket (Wetter, die Leute…) so schön, kaum zu übertreffen.

Wenn Euch demnächst mal einer wie verrückt aus einem braunen Joker mit schneeweißem Dach winken sollte, das bin dann wahrscheinlich ich.

Ich grüße Euch!

Martin Sievers



11.06.2012; Text: Martin Sievers/ Gerhard Mauerer; Fotos: Martin Sievers

Martin Sievers, Gerhard Mauerer