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Der Dehler-Bulli

Alexander Frank hat sich einen Dehler Profi (Bj. 1982) gekauft und den Bus originalgetreu restauriert. Er hat uns über die einzelnen Bauabschnitte berichtet.

Foto: Alexander Frank

Wenn ich mit meinem Hund in den Urlaub fahren wollte, war die Hotelsuche immer etwas kompliziert. Ich brauchte also ein eigenes Hotel mit reichlich Komfort und möglichst an jedem Strand der Welt. Für mich als langjährigen Volkswagen-Schrauber kam dafür nur ein Wohnmobil derselben Marke in Frage.

Vor zwei Jahren kaufte ich meinen Dehler Profi, Baujahr 1982 in weiß/braun mit einem 2,0l Austauschmotor aus einem Porsche 914. Trotz des niedrigen Preises machte der Bus einen überraschend sauberen Eindruck. Die Dachrinne war allerdings eine Katastrophe. Wie sich später herausstellen sollte, war sie für Dehler-Verhältnisse jedoch in einem guten Zustand (Schulnote "1" bis "2").

Foto: Alexander Frank

Meine Schrauberhalle war bereits bis unter das Dach gefüllt, doch bei Finns78Motors in Hannover-Isernhagen gab es einen vorübergehenden Stellplatz. Diese unter anderem auf Busse spezialisierte Werkstatt half mir bei meinem Projekt, wo sie nur konnte - vom Stellplatz bis hin zu speziellen Reparaturblechen.

Ich wollte die Ausstattung meines Dehlers 100-prozentig original und komplett haben. Da es sich bei meinem Fahrzeug um eines der ersten produzierten handelt, war dieser Wunsch noch schwieriger zu realisieren als das bei einem Dehler ohnehin schon der Fall ist. Die Tücken steckten im Detail: So war die Armlehne am Kühlschrank ungefähr zehn Zentimeter länger als bei allen anderen Dehlern und der Schraubenabstand am Dachgepäckträger kleiner.

Foto: Alexander Frank

Diese Details trieben mich fast an den Rand des Wahnsinns. Ich fuhr durch halb Deutschland, um ein seltenes Teil zu besorgen und dann passte es nicht an den Bus.

Die Restaurierung der Regenrinne war ein weiterer Schwerpunkt und ist das Dehler-Problem überhaupt. Alle Dehler gammeln an der Dachrinne und haben dort meistens dicke Sikaflex-Nähte, um den Schaden zu vertuschen. Auch mein Dehler „blühte“ an der entsprechenden Stelle, doch als die Dichtmasse entfernt war, kam eine recht gesunde Rinne zum Vorschein.

Ich entrostete und konservierte diese Partie mit einem sehr aufwändigen Verfahren und benötigte allein für die Konservierung gut eine Woche. Ein Rostfleck über der Heckklappe ließ mich auch dort ein wenig Rost erwarten, doch als ich den Stoff abgezogen hatte, zerbröselte der D-Säulenträger komplett.

Foto: Alexander Frank

In einer Nacht und Nebel-Aktion tauschte ich mit meinem Schrauberfreund Pepe den Träger einen Tag vor dem Maikäfer-Treffen 2009 aus. Diese Veranstaltung war das erste Fahrziel für den Bus und so folgten wir einer alten Tradition, da wir jedes Jahr ein neues Auto für den 1. Mai bauen und dieses immer erst einen Tag vorher fertig wird.

Zusätzlich zu seinem perfekt wiederhergestellten Originalzustand bekam der Dehler noch ein paar Extras. So ist ein Apex-Komplettfahrwerk verbaut, welches den Bus dem Boden 70 Millimeter näher bringt und die 8x16“ und 9x16“ Rial-Kreuzspeichenfelgen noch satter in den Radhäusern stehen lässt. Die Felgen sind mit 205/50er- und 235/45er-Reifen bezogen und haben polierte Betten sowie neu lackierte Felgensterne. Hinten passten noch 20 Millimeter Spurplatten hinter die Felgen.

Foto: Alexander Frank

Dann wurde der Bus frisch poliert und mit selbstgemachten Aufklebern versehen. „Surf Patrol, Waikiki Beach, Hawaii“ ist auf den Türen zu lesen und einige Hibiskus-Blüten und Tikis im Innenraum unterstreichen den Surfbulli-Look noch. Die Fahrt zum Maikäfer-Treffen 2009 verlief ohne Zwischenfälle und somit stehen dem Bus weitere schöne Touren bevor.

Allerdings sind meine Fahrten an die Nordseeküste nur ein Katzensprung im Vergleich zu den Strecken, die der Dehler früher zurückgelegt hat. Die Zweitbesitzerin hat damit weite Reisen, zum Beispiel vom Nordkap bis nach Syrien unternommen. Danach hat sie den Bus bei Dehler abgegeben und alle defekten Teile austauschen lassen. Sogar eine Dose mit original Dehler-Farbe fand sich noch im Bus. Ich werde dieses Fahrzeug nicht mehr verkaufen, denn es ist etwas ganz besonderes für mich.

Foto: Alexander Frank

Ein zweiter Dehler steht mittlerweile zur Restaurierung bereit und ein gut gefülltes Ersatzteillager hat sich auch schon angesammelt. Demnächst wird also der nächste Bus auf die Straße kommen. Es ranken sich wilde Geschichten um dieses Fahrzeug, die etwas mit Würstchen und Pinkmetallic zu tun haben. Weitere Informationen waren leider noch nicht zu bekommen... :-))

Alexander Frank