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Der Elch im Bus

Nicht mit einem Bulli, sondern mit seinem großen Bruder LT als Verkaufsfläche startete Stephan Knüppel 1999 mit der Idee, einen Elch als Markenzeichen auf Kleidung zu drucken und unter das Volk zu bringen. Während der Kieler Woche und anderen Publikumsmessen im maritimen Bereich wurde das skandinavische Tier schnell zum Kultobjekt. Die heute sehr erfolgreiche, in Hamburg ansässige Firma Elkline ist mittlerweile europaweit tätig und dem VW Bus nicht nur durch die Leidenschaft des Geschäftsführers, sondern auch durch die der zahlreichen Mitarbeiter sehr zugetan. VW-Bulli hat ein Porträt erstellt.

 ©Elkline

Ein breites Grinsen stellt sich in unseren Gesichtern ein, als Christian Rose, Vertriebsleiter für den nördlichen Raum erzählt wie es zum Namen des ersten T-Shirts mit Bullimotiv gekommen ist. "Es konnte nur Methusalem heißen", so Christian in Anspielung an den in der Bulli-Szene bekannten T1 des Weltenbummlers Dieter Kreutzkamp.

Er setzte sich in der lockeren Besprechungsrunde durch und so trägt auch heute noch das erste T-Shirt mit Bullimotiv den Namen Methusalem.

 ©Elkline

Man merkt, dass das Arbeiten bei Elkline Spaß machen muss. Nicht nur Namen wie „Kopfsache“ für eine Mütze, „Hosenmontag“ und „Beate Bluse“ für Hose und Hemd oder die Abkürzungen für die eigenen Textilstoffe Elktex „VFBF – Verdammt fluffiger Baumwoll Fleece“, „KKMD – Kommt keine Mücke durch“ und „KWG – Kashmir war gestern“ lassen erahnen, dass bei aller notwendigen Ernsthaftigkeit wohl kaum einen Tag ohne großen Spaß und Schmunzelei in der Hamburger Firmenzentrale vergeht.

Man merkt jedoch ebenso, dass sich das Thema VW-Bus wie ein roter Faden durch das Unternehmen zieht. Nicht nur dass über die Jahre eine Vielzahl an weiteren Bulli-Motiven für die Bekleidung hinzukam, auch der Bulli als Fahrzeug selbst spielt bei Elkline eine gewichtige Rolle. Die Vertriebler sind mit der neuesten Ware in Deutschland und dem übrigen Europa unterwegs, um die Händler auszustatten. Dafür bieten sich Fahrzeuge der aktuellen Baureihe T5 natürlich gut an – ausreichend Stauraum im Heck für die Ware und angenehmes Fahren über lange Strecken.

 ©Elkline

Diese Elkline-T5 sind in einer Sonderserie sogar von der Firma Siku als Spielzeugmodell hergestellt worden. Der überdimensionale Elch-Aufkleber an den Seiten der Busse dürfte sowohl im Straßenverkehr als auch im Spielzeugladen sofort ins Auge fallen. Die limitierte erste Serie im Stoffbeutel ist mittlerweile schon längst vergriffen. Den schwarzen Bus selbst hat Siku jedoch erneut aufgelegt. Er ist im normalen Fachhandel weiterhin erhältlich.

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Elkline produziert hochwertige Outdoorbekleidung für die gesamte Familie. Die Produktpalette hat sich seit Gründung des Unternehmens über 14 Jahre sehr stark erweitert. Wurde anfangs noch im kleinen Kreis darüber beraten, ob nun 20 oder vielleicht sogar 50 Pullover auf einmal beauftragt werden sollten, lässt die Mannschaft um Stephan Knüppel mittlerweile vollständig eigene Kreationen in Hamburg designen, in aller Welt herstellen und in fünf eigenen Geschäften in Norddeutschland sowie über ein weit verzweigtes Händlernetz in Europa vertreiben.

Auslöser waren die weltweit agierenden Outdoorspezialisten der Firma Globetrotter, die auf das Hamburger Label aufmerksam wurden und in einem ihrer Shops eine unerwartet große Verkaufsfläche zur Verfügung stellte. Der Anfang war gemacht, denn die Shirts, Pullover und Hosen kamen so gut an, dass ab sofort in anderen Dimensionen gedacht werden musste. 

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Die letzten Kollektionen enthielten immer sehr viel Motive für den VW-Liebhaber. Natürlich ist das Ur-Bulli-T-Shirt weiter erhältlich, mittlerweile jedoch schon in zweiter Generation “Methusalem 2” und auch für die Zukunft sieht sich Elkline gut aufgestellt.

Die gerade frisch abgeschlossene Kooperation mit Volkswagen macht die Bekleidungsfirma aus Hamburg nun zu einem offiziell lizensiertem Partner und lässt die Vorfreude auf das, was in nächster Zeit den Weg vom Entwurf in einen der zahlreichen Elkline-Shops finden wird, enorm steigen.

Auch außerhalb der Verkaufs- und Designräumlichkeiten hat sich einiges über die Jahre getan. Elkline hat den in der Bulliszene bekannten und vom Europaableger der West Coast Customs-Tuner hergerichteten Playboy-T3 erstanden.

Der übergroße weiße Hase ist dabei mittlerweile seinem großen Waldbewohner-Pendant aus Skandinavien gewichen und dient der Elkline-Crew nun als Promotionfahrzeug und Blickfang für Messen und andere Auftritte. Trotz des TV-Tunings (oder vielleicht auch genau deswegen) gab es eine Menge zu tun, bis der T3 straßen- und messetauglich war.

 ©Elkline

Aber in Sachen VW-Bulli der dritten Generation kennt man sich bei Elkline ebenso gut aus wie mit den heute aktuellen Modellen. Schließlich nutzte der Geschäftsführer selbst lange Zeit die Dienste eines T3 und fuhr standesgemäß einen Whitestar sowohl geschäftlich als auch privat, selbstverständlich im Elkline-Design. Mittlerweile ist dieser Bus aber nach einem mehr als erfüllten KFZ-Leben in die ewigen Jagdgründe gegangen, wie Christian Rose zu berichten weiß.

Rose selbst schafft sich seinen Ausgleich in der Freizeit bei ausgedehnten Surfurlauben mit seiner Frau im T2, der in eigener Werkstatt gepflegt wird. Ob auch genau deswegen ausgediente T2-Karossen und -teile für Werbeshootings herhalten durften, bleibt unklar.

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Klar ist dagegen, dass der VW Bus und Elkline ein gutes Team bilden und aus dieser Symbiose eine Menge Kreativität geschöpft wird. Die Ergebnisse können dabei überzeugen, denn die Elkline-Kleidung mit dem unverwechselbaren Elchmotiv ist ohne Zweifel ein Renner auf Kultniveau. So ist es auch nicht verwunderlich, dass das VW-Bulli.de-Team bei kälteren Temperaturen auf Veranstaltungen ab sofort ebenfalls den Elch trägt.

Patrick Kühl