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Der Pickup-Deckel

Für den Eigenbedarf hat Stephan Krollmann eine Abdeckhaube für Pickup-Fahrzeuge entwickelt, die sich zum Beladen leicht öffnen lässt und das Ladegut sicher verwahrt. Wie er als Bulli-Fan auf diese Idee gekommen ist, erzählt er am Beispiel seines T3.

Foto: Stephan Krollmann

Endlich war ich volljährig und hatte meinen Führerschein bestanden. Mein erstes Auto - ein VW Käfer - stand vor der Tür. Ich fuhr ein paar Jahre damit herum, aber auf die Dauer wurde mir das Auto zu klein. Schon seit meiner Kindheit war ich ein großer Tierfan und fragte mich zum wiederholten Mal, wie ich eines meiner Schafe im Käfer transportieren sollte. Ein schier unlösbares Problem.

Ja, Sie haben richtig gelesen: Ich habe mehrere Schafe und auch noch verschiedene andere Tiere. Unter anderem mehrere große Hunde, die ich ebenfalls nicht alle im Käfer unterbringen konnte. Also musste ein größeres Auto her!

Foto: Stephan Krollmann

Da ich mit Volkswagen an sich sehr zufrieden war, sah ich mich als Alternative zum Käfer nach einem Bulli um und fand einen wunderschönen T1. Stolz wie Oskar fuhr ich aufs Land und probierte gleich aus, ob meine Schafe hineinpassen. Es klappte wunderbar!

Leider hielt die Freude nicht sehr lange an. Jung und unvernünftig wie ich war, trank ich abends beim Grillen einen über den Durst und fuhr anschließend mit dem Bulli nach Hause. Und - wie sollte es anders sein: Ich bekam die Kelle zu sehen und verlor meinen Führerschein. Da ich den Führerschein längere Zeit nicht wiedersehen sollte, verkaufte ich meinen T1. Ich brauchte das Geld, denn die Nachprüfung war nicht gerade billig.

Foto: Stephan Krollmann

Nachdem ich meinen Führerschein endlich zurückerhalten hatte, musste sofort ein neuer Bulli her. Ich fand einen T3 und hatte so lange Freude daran, bis der TÜV Einwände erhob. Die Kfz-Werkstatt wollte 800 Euro haben und meine Frau verlangte nach einem Kombi.

Als ich den Preis für die Reparatur hörte, fiel ich fast um. Traurig willigte ich in den Wunsch meiner Frau ein. "Der Bulli kommt dann aber weg", sagte sie. Schweren Herzens fuhr ich mit dem T3 zum Schrottplatz. Dabei dachte ich darüber nach, dass ich meinen Bulli niemals wiedersehen würde und er nach der Schrottpresse so klein wie ein Koffer sein wäre.

Foto: Stephan Krollmann

Das konnte ich nicht zulassen! Auf halber Strecke machte ich kehrt und fuhr zurück nach Hause. Nach stundenlangen Diskussionen mit meiner Frau einigten wir uns darauf, dass der Bulli bleiben durfte. Ich konnte ihn einfach nicht weggeben. Er war mir einfach zu sehr ans Herz gewachsen.

Kurz darauf legte sich mein Nachbar sich einen Hummer zu. Als ich mir das Fahrzeug ansah, machte es auf einmal "klick" und ich stellte mir vor, wie ich bei meinem T3 einen Aufbau so gestalten könnte, dass er sich nicht hinter dem Hummer verstecken müsste. Ich wollte genug auf die Ladefläche bekommen und die Ladung zugleich vor Witterungseinflüssen schützen.

Foto: Stephan Krollmann

Tagelang tüftelte ich herum und machte hunderte von Skizzen. Das eine passte nicht, das andere passte nicht. Kurzerhand kaufte ich mir erst einmal einen Deckel und lackierte meinen Bulli neu. Stolz fuhr ich damit herum. Nach dem ersten Öffnen bekam ich allerdings einen Schreck: Ich hatte mit dem neuen Deckel die ganze Fahrerkabine verkratzt.

Das ließ mir keine Ruhe. So manche Nacht konnte ich nicht ruhig schlafen, lief ständig zwischen Auto und Bett hin und her und probierte alles mögliche aus. Endlich fand ich die Lösung! Ein Excenter-System, das den Deckel von der Fahrerkabine erst wegbewegte und den Deckel dann öffnete.

Foto: Stephan Krollmann

Die nächste Hürde war, dass die Haube durch die Form und das Gewicht des Metalls immer schwerer wurde. Wie sollte ich das hinbekommen? Ich dachte mir, wenn der Kofferraumdeckel am Kombi mithilfe von Gasdruckstoßdämpfern aufgeht, sollte das doch eigentlich auch bei der Haube funktionieren. Gesagt, getan! Und es funktionierte.

Durch die eingearbeitete Griffmulde konnte ich die Haube nun mit nur einer Hand zu öffnen, was sich als sehr praktisch erwies, wenn ich in der anderen Hand noch diverses Kleinfutter für die Tiere halten musste. Im Winter baute ich dann auch noch eine Beleuchtung ein, weil es am Nachmittag doch schon sehr früh dunkel wird und ich noch sehen möchte, was ich alles im Laderaum habe.

Um zu vermeiden, dass mir jemand das Konzept und den Aufwand streitig macht und weil ich mich mit meinem Bulli sehr verbunden fühle, habe ich mir meine Idee schützen lassen. Ich möchte aber meine Freude und die praktische Handhabung der Haube mit anderen teilen und fertige diese mittlerweile auch für andere Pickup-Fahrzeuge an.

Weitere Informationen über Stephan Krollmanns Abdeckhaube finden Sie auf seiner Internetseite www.pickup-cover.de

Stephan Krollmann