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Der T1, der aus der Erde kam

Jahrzehntelang galt ein T1 von Schwäbisch Hall als verschwunden. Jahrzehntelang lag der Bulli größtenteils vergraben bei Siegsdorf in Bayern. Zwei Autowrack-Spezialisten fanden und bargen den T1.

Die Bergung des Bullis.

 ©Screenshot

Immer wieder gibt es wunderbar-kuriose Geschichten rund um Bullis, die irgendwo im Wald abgestellt werden, die vergraben werden, die ihrem Schicksal überlassen werden und in Vergessenheit geraten. Die Geschichte des T1 von Schwäbisch Hall, um den es hier geht, ist ein solche: Jahrzehntelang lag der besondere T1 fast vollständig vergraben nahe Siegsdorf in Bayern - die "Bavarian Pickers" Tino Ertel und Thomas Turnwald aus der Oberpfalz fanden und bargen den Bulli, wie die "Südwest Presse" online berichtet.

Demnach lag der T1 jahrzentelang in einem Wald nahe Siegsdorf kopfüber fast ganz vergraben. Im August 2017 fanden Erstel (43) und Turnwald (42) den vergrabenen Bulli. Wie war der Bus dorthin gekommen?

Laut dem Bericht begann die Geschichte des Bausparkassen-T1 im Jahr 1959. Der Bulli wurde damals als Werbeträger der Bausparkasse verwendet. Es handelte ich bei dem Bulli, der 15 baugleiche "Kollegen" hatte, um eine Sonderanfertigung. Auf seiner Pritschhe war eine Glaskuppel, unter der Interessierte eine Miniatur-Wohnwelt mit Häusern bewundern konnten. Laut dem Bericht wurden die Bullis damals auch als "Schneewittchensärge" bezeichnet.

Jedenfalls wurden die Bausparkassen-T1 in den 70er-Jahren nach und nach außer Dienst gestellt. Ein Bausparkassen-Vertreter rettete den nun gefundenen T1 und stellte ihn, so der Bericht, auf einem von ihm betriebenen Campingplatz oberhalb des Fundorts ab. Von dort rollte der Bus anscheinend irgendwann wegen einer nicht richtig angezogenen Handbremse in den Wald, wurde dabei stark beschädigt -  und wurde dann einfach an Ort und Stelle verscharrt. Das war damals nicht unüblich. "Da hat sich keiner dafür interessiert", zitiert der Bericht die Oldtimer-Wrack-Jäger.

Nachbau und Original.

 ©Screenshot

Ertel und Turnwald brauchten bei der Bergung zwei Tage, um den Bulli möglichst heil aus der Erde zu bekommen. Das kaum restaurierte Original gab es mittlerweile auf der Messe "Retro Bavarian" in Nürnberg zu sehen. Demnächst wird es wahrscheinlich unter anderem auf der Retro Classic in Stuttgart ausgestellt.

Ertel und Turnwald bezeichnen sich als die "Bavarian Pickers". Sie haben sich auf Oldtimer-Wracks spezialisiert, die vergraben im Boden liegen und auf ihre "Wiederauferstehung" warten. Über ihre interessante Webseite www.bavarian-pickers.com kann man sie auch kontaktieren.

Den kompletten, ausführlichen Bericht über den ausgegrabenen Bausparkassen-Bulli gibt es auf den Webseiten der "Südwest Presse" zu lesen.

von Gerhard Mauerer