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Die Interessengemeinschaft T2 e.V.

"Wir sind für alles offen"

Roland Röttges ist erster Vorsitzender der Interessengemeinschaft T2 - Freunde des VW Busses 1967-1979 e.V. - Im Interview mit VW-Bulli.de stellt er seinen Verein vor und spricht über aktuelle Aktivitäten und Zukunftspläne.

Roland Röttges, 1. Vorsitzender der IG T2 e.V. ©Berko Wolter

Was ist die Interessengemeinschaft T2?

Unsere Interessengemeinschaft T2 ist ein international bekannter Verein, der sich zum Ziel gesetzt hat, seinen Mitgliedern mit diversen Service-Angeboten zu helfen, ihren T2 zu fahren und zu erhalten. Aktuell haben wir über 500 Mitglieder weltweit.

T2 - was ist das?

T2 - das ist nicht nur einfach ein Auto. Vielmehr spielt hier auch das Lebensgefühl der 70er Jahre eine große Rolle. Der T2 ist aber auch ein Fahrzeug, das sich noch mit einfachen Mitteln reparieren lässt. Fans wissen außerdem die Stabilität und Langlebigkeit zu schätzen.

Was sind die Ziele der IG T2?

Als wir Mitte der 90er Jahre mit unserer IG anfingen, waren einige Ersatzteile bereits schwer zu beschaffen. Hier hat sich die Gemeinschaft als sehr nützlich erwiesen. In den vergangenen Jahren haben sich diverse Teilequellen in Deutschland etabliert und so ist die Ersatzteilversorgung inzwischen meistens kein Problem mehr. Wir arbeiten mit einem Teilelieferanten zusammen, der Mitgliedern der IG T2 Rabatte gibt. Außerdem bieten wir eine Versicherung für Mitglieder an, die auf den T2 und den T3 der ersten Generation, d.h. auf luftgekühlte Bullis ab dem Baujahr 1967, zugeschnitten ist.

 ©Berko Wolter

Was sind die Schwerpunkte der IG?

Unsere Gemeinschaft bietet die Möglichkeit des Austausches untereinander an und das nicht nur im technischen Bereich. Zwischen vielen Mitgliedern sind so im Laufe der Jahre Freundschaften entstanden, die über das Thema VW Bus hinausgehen. Auf unseren Treffen finden sich auch viele Familien ein.

Es gehört natürlich das Fachsimpeln dazu, die Hilfe fachkundiger Mitglieder, der Austausch von neuen und gebrauchten Ersatzteilen. Hierzu trägt sicher auch unsere regelmäßig erscheinende Vereinszeitung, der "Bus-Kurier" bei, die jedes Mitglied kostenfrei erhält.

Museumstag bei der IG T2 e.V. ©Berko Wolter

Wie ist die IG T2 entstanden?

Die IG T2 hat sich 1994 aus einem Kreis von T2a-Fans entwickelt. Der T1 war schon Anfang der 90er Jahre ein Kultfahrzeug und einige T2a-Fahrer haben sich damals entschlossen, aus einer lockeren Freundschaft einen Verein zu machen, da man immer wieder angesprochen wurde.

Die IG T2 betreibt auch ein eigenes VW Bus Museum. Was sind hier die Hintergründe?

Wir bemühen uns, seltene Fahrzeuge zu erhalten, die anderenfalls wohl in dieser Form nicht mehr existieren würden, zum Beispiel im Einsatzzustand der ursprünglichen Verwendung als Feuerwehr-, Polizei- oder Leichenwagen. Das Bullimuseum befindet sich in der Fabrikstr. 41 in 31840 Hessisch-Oldendorf (weitere Infos unter diesem Link).

1999 wurden wir vom 1. VW-Bus Museum e.V. angesprochen. Dieser Verein lastete auf wenigen Schultern und war nicht mehr in der Lage, die Ausgaben für das Museum finanziell zu bewältigen. Daraufhin wurde er von der IG T2 übernommen und die finanzielle Last auf ihre 500 Mitglieder verteilt. Nur so kann sie gestemmt werden.

Welches T2-Modell fahren Sie selbst? Und was schätzen Sie daran besonders?

Bis zum Sommer 2007 nannte ich einen 1977er Berlin mein Eigen, der leider einem Brand zum Opfer gefallen ist. Aktuell steht ein 1978er Berlin in meiner
Garage, der noch darauf wartet, für den ersten Urlaub fit gemacht zu werden. Bis dahin muss ein 1981er Joker die Arbeit erledigen.

Für meine Frau und mich hat sich der T2 Berlin als ideales Urlaubsfahrzeug bewährt, mit dem wir schon viele unvergessliche Urlaube in Südeuropa erlebt haben. Wir schätzen die Vielseitigkeit dieses Wohnmobils mit Pkw-Ausmaßen sowie die Bequemlichkeit und Wendigkeit mit seinem guten und fast geländegängigen Fahrwerk.

 ©Berko Wolter

Welche T-Baureihe gefällt Ihnen - abgesehen vom T2 - am besten? Und warum?

Nach dem Brand meines 1977er T2 Berlin habe ich mir einen T3a Joker angeschafft und war erstaunt über die Größe und Geräumigkeit dieses Fahrzeugs. Er ist zwar nicht schön, was natürlich immer Geschmacksache ist, aber praktisch.

Außerdem ist der aktuelle T5 für mich der absolute "Über-Bus". Gerade ein California - ich durfte bei der Eröffnung des Werks dabei sein - mit seiner hochwertigen Ausstattung und seinen Fahreigenschaften ist schon beeindruckend.

Sie waren mit der IG T2 im Oktober 2007 beim ersten Internationalen VW-Bus-Treffen in Hannover. Wie beurteilen Sie die Veranstaltung und das Engagement von Volkswagen Nutzfahrzeuge für die große Szene der Freunde älterer T-Baureihen? Und was wünschen Sie sich in Zukunft von VWN?

Das Hannoveraner Treffen hat wohl nicht nur bei allen Teilnehmern, sondern auch bei VWN einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Es hat sich gezeigt, wie groß und vielseitig die Fangemeinde ist, welche die verschiedenen Baureihen des Bullis liebt, fährt und erhält. Volkswagen Nutzfahrzeuge ist aktuell auf einem guten Weg und nicht nur ich wünsche mir solche Treffen regelmäßig.

 ©Berko Wolter

Die IG T2 veranstaltet jedes Jahr ein eigenes VW-Bus-Treffen. Was genau machen Sie dort und können daran auch T2-Fahrer teilnehmen, die nicht Vereinsmitglied sind?

Hier trifft sich die T2-Szene, die gerne auch Gäste mit Bullis anderer Baureihen willkommen heißt. Teilnehmen können also alle VW-Bus-Fans. Unser Treffen steht im Zeichen der Geselligkeit und der Begegnung mit alten und neuen Freunden.

Welche Vorteile hat eine Mitgliedschaft in der IG T2?

In der IG T2 findet man Stammtische, Freunde und Gleichgesinnte und man hat diverse finanzielle Vorteile. Vielen Mitglieder gefällt es auch, dass wir eine Fahrzeugsammlung haben und unterstützen dieses Engagement gerne mit ihrem Jahresbeitrag von 40 Euro. Aber auch unsere Präsenz zum Beispiel auf der Oldtimer-Messe Techno Classica macht einigen Mitgliedern großen Spaß. In 2007 haben sie sogar ein Stück der Ausstellungshalle gepflastert! Und in 2008 wird echter Rollrasen gelegt…

 ©Christoph Boltze

Die IG T2 ist kein "Owners-Club". Natürlich werden sich vornehmlich T2-Fahrer und -Fans angesprochen fühlen. Aber mitmachen kann jeder - unabhängig davon, welches Fahrzeug in seiner Garage steht. Technischen Service gibt es allerdings nur für luftgekühlte Bullis.

Dass sich der Verein auf weitere Baureihen erweitert, ist allerdings nicht geplant, zumal es für den T1 und den T3 bereits eigene Vereine gibt. Unser Kassenwart Berko Wolter hat sogar einen T4 und mein Stellvertreter hatte schon mehrere T5. Wir konzentrieren uns zwar auf den T2, aber offen sind wir für alles, sogar für einen unvermeidlichen T6.  ;-)))

 ©Berko Wolter

Noch ein Beispiel für unsere baureihenübergreifenden Aktivitäten. Vom 12.-14. September 2008 wollen wir zum größten europäischen VW-Bus-Treffen fahren, dem Vanfest im britischen Malvern. Mitkommen können alle Bulli-Fahrer, die sich bis zum 15. April 2008 bei uns anmelden.

Wo möchten Sie mit der IG T2 in fünf Jahren sein? Was möchten Sie bis dahin unbedingt erreicht haben?

Neue Mitglieder begrüßen wir gerne. Ich denke, dass wir im deutschsprachigen Raum auf bis zu 1.000 Mitglieder (zurzeit sind es 500) insgesamt kommen könnten. Daher versuchen wir auch immer wieder, die Schweizer und Österreicher stärker anzusprechen.

Außerdem hoffe ich, dass wir in fünf Jahren unser VW-Bus-Museum fertig haben. Hier sollen alle Baureihen ausgestellt werden. Unser Anspruch ist es, die Geschichte des Bullis darzustellen. Dabei baut die Interessengemeinschaft T2 auch weiterhin auf die Unterstützung von Volkswagen Nutzfahrzeuge, die uns in den letzten Jahren bereits zuteil wurde. Unsere Fahrzeugsammlung bauen wir stetig aus und wir möchten noch einige seltene Exemplare für unsere Sammlung kaufen und restaurieren.

Herr Röttges, wir danken Ihnen für das Gespräch und wünschen Ihnen für die Zukunft der IG T2 viel Erfolg.

vw-bulli.de