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Die Orangetrotter unterwegs in Marokko Teil 1

Helga Negele und Jürgen Dommer sind mit ihrem orangenen T3 unterwegs in Marokko. Hier ist der erste Etappenbericht ihrer spannenden Reise.

 ©Jürgen Dommer

Freitagnachmittag kurz vor halb drei steigen wir in den fix und fertig gepackten Orangetrotter.

Eben noch im Büro - jetzt schon auf dem Weg nach Marokko. Über die Schweiz, Frankreich, Spanien sind wir 2.370 Kilometer später bereits am Sonntagnachmittag gegen vier Uhr in Algeciras.

Mit einem asiatischen Abendessen, mit Blick auf den Felsen von Gibraltar, verabschieden wir uns für die nächsten drei Wochen von Europa, bevor uns die Fähre am nächsten Tag um halbzwölf nach Nordafrika bringen wird.

Bewundernswert wie die Fahrer ihre Kolosse, alle rückwärts einfahrend, im Bauch des Schiffes verschwinden lassen. Außer den LKW´s sind nur noch ein Allrad-LKW und ein Wohnmobil an Bord. Mit ihnen steht unser Orangetrotter verschwindend klein, zwischen den 40 Tonnern.

 ©Jürgen Dommer

Schon eineinhalb Stunden später legen wir im Hafen von Tanger Med. an. Zurück in der Garage der Fähre sehen wir wie ein Matrose mit einem langen Bootshaken, ein bestimmt 1m² großes Stahlblechteil von dem Dach eines Kastenwagens herunterzieht. Das Teil ist während der Überfahrt heruntergekracht, nur wenige Meter neben dem Orangetrotter.

Schwein gehabt, mit Sicherheit wären zumindest unsere Solarpanele und die Dachluke hinüber gewesen.

 ©Jürgen Dommer

Mit den ersten Fahrzeugen verlassen wir die Fähre und eine halbe Stunde später sind wir auch durch den Zoll, stehen auf marokkanischem Boden. Wir sind mal wieder nicht sehr gut vorbereitet, wissen noch gar nicht recht wo´s hingehen soll. Im Zweifel immer der Küste nach? Bei angenehmen 20 Grad, den Blick auf´s Meer, im Orangetrotter gemütlich dahinrollend, fühlen wir uns gleich wieder in unserem Element.

Wir steuern eine kleine  Lagune in Moulay Bousselham an. Der ideale Ort um richtig anzukommen und einen Tag Fahrpause einzulegen. Kleine Fischerboote liegen direkt vor uns während ihre Besitzer auf Kunden warten, die sie hinaus zu den Flamingos fahren können. Uns genügt im Moment der Ausblick vollkommen. Das Licht der Abendsonne taucht alles in ein wunderbar weiches Licht. Ein Gläschen Wein und Pläne für die kommenden Tage schmieden, ist alles was wir jetzt wollen. Den Plan zuerst Richtung Marrakesch zu fahren, verwerfen wir und machen uns gleich Richtung Sahara zum berühmten Dünengebiet Erg Chebbi auf.

 ©Jürgen Dommer

Auf den Feldern entlang der Strecke wird überall fleißig gearbeitet. Viele Plantagen mit Folie überspannt säumen die Straßen. Jetzt sehen wir endlich mal wo das marokkanische Gemüse herkommt, dass es bei uns in den Supermärkten, günstiger als heimische Ware, zu kaufen gibt. Die Strecke und den Aufwand den es braucht, bis es in deutschen Läden liegt, können wir jetzt ganz gut einschätzen.

Dass wir in einer verqueren Welt leben ist uns ja schon länger kein Geheimnis mehr.

 ©Jürgen Dommer

Außer LKW´s und normalen PKW´s sind immer noch überraschend viele Eselskarren und Fußgänger unterwegs. Wohnmobile oder andere Reisegefährte sehen wir fast gar keine. Wir haben schon mehrfach gehört, dass die europäischen Urlauber dieses Jahr kaum den Weg hierher finden. Vor allem die Franzosen bleiben aus. Man denkt sofort an die Anschläge von Paris. Ob das ein nachvollziehbarer Grund ist, nicht nach Marokko zu reisen erschließt sich uns nicht. Nach unserem Gefühl und unseren Erfahrungen der letzten Tage, würden wir das verneinen. Bisher haben wir uns sicher und willkommen gefühlt. Mehr können wir dazu im Moment noch nicht sagen.

Auch in den Medinas, den Altstädten von Meknes und Fes sind erstaunlich wenig Europäer zu sehen. Dabei ist es so herrlich, sich zwischen den engen Gassen zu verlaufen. Relaxt lassen wir uns um Ecken, Plätze, kleine Winkel und über Terrassen treiben. Lassen uns überraschen was uns dort erwartet. In den Medinas scheint die Zeit tatsächlich noch stehen geblieben zu sein.

 ©Jürgen Dommer

Umso verwunderter sind wir beim Anblick der Stadt Ifrane.

Bereits als wir uns der Stadt nähern fallen uns die im europäischen Stil gebauten Häuser mit Giebeldächern und Feinputz auf. Sehr untypisch, fast skurril fühlen wir uns nach Hause zurückkatapultiert. Inzwischen wissen wir; Ifrane ist ein Feriendorf für Marokkaner, auch die Schweiz von Marokko genannt.

Was die Einheimischen sicher begeistert, wirkt auf uns eher hässlich, unpassend. Viel zu europäisch und extrem gleich geschaltet.

 ©Jürgen Dommer

Ifrane ist auch Universitätstadt. Seit 1994 gibt es hier die Al-Akhuwayn Universität. Zitat aus dem Polyglott Reiseführer Marokko:“ Initiator war der König, Vorbild amerikanische Colleges. Den drei monotheistischen Religionen wurden auf dem Campus eine Moschee, eine Synagoge und eine Kirche errichtet. Sie werden als Symbole der vom König verfolgten und mit dem Etikett –„ toleranter Islam“ – versehenen politischen Linie angesehen. Infos: www.aui.ma.“ Zitat Ende. Dieser fortschrittliche Ansatz gefällt uns. Von solchen Beispielen wird es in naher Zukunft noch viel geben müssen. Nicht nur von islamischer Seite. Alle sollten auf diese Weise aufeinander zugehen um Verständnis zu schaffen und somit den Wortführern aller Redelsgruppen das Wasser abzugraben.

Fussball ist International und hat kaum Verständigungsprobleme. Jürgen mischt sich mit seiner Kamera unter die kickenden Jungs auf ihrem staubigen Bolzplatz in der Wüstengegend. Erst wenig beeindruckt spielen sie engagiert weiter.Posen dann doch etwas vor der Kamera und verlieren den Ball aus dem Blick, freuen sich, dass ich sie anfeuere und applaudiere wenn ein Tor fällt.

Vielleicht denken sie ja dass sie entdeckt werden. Wenn die wüssten, wie viel wir von Fußball verstehen. Erst als wir weiterfahren wollen, kommen alle aufgeregt angelaufen und wollen natürlich noch die Bilder sehen.

 ©Jürgen Dommer

Wir genießen es durch das Ziz-Tal und die Palmenoasen zu fahren. Es ist wunderschön auf diesen schmalen Pisten, eben mal etwas abseits der weit schnell wachsenden Anzahl der Teerstraßen, unterwegs zu sein.

Uns kommt uns ein Geländewagen entgegen, der Fahrer blinkt mehrmals wie verrückt auf. „Was will Der?“ Kennt der uns? Wohl kaum. Er hat ein marokkanisches Kennzeichen, trägt typische Kopfbekleidung. Mehr konnte ich auf die Schnelle nicht erkennen. Wir fahren rechts ran. Stehen noch nicht recht, da kommt er schon von hinten angefahren. Hält rechts neben unserer Beifahrertüre. Cool, mit Sonnenbrille, strahlt er uns durch sein offenes Fenstar an und sagt: "Hi, Jürgen!"

 ©Jürgen Dommer

Jürgen und ich schauen uns total verblüfft an. Offensichtlich ein Marokkaner, den wir nicht kennen. „Woher kennst Du mich?“ Der Fremde hat ein unglaublich herzliches Lachen, zeigt mit dem Finger auf den Bus und sagt: “Ich kenn Dich, der Bus vor zwei Jahren hier in Wüste, mein Freund Jürgen.“ Wir müssen lachen, sagen das kann nicht sein. Vor zwei Jahren war dieser Bus höchstens in Tunesien. „Hm, nicht Jürgen aus Geretsried (bei Augsburg)? „Aber deine Bus? genau so eine Bus hat Jürgen aus Geretsried? Waren zusammen in Dünen.“ Jürgen meint grinsend: „Ne, unser Bus war noch nicht in den Dünen.“  „Oh, then i´m wrong.“ Etwas enttäuscht aber immer noch sein sympathisches Lachen lachend, merkt er wohl dass mein Jürgen nicht sein Jürgen ist.

Er heißt Lassan, hat, wie kann es anders sein, einen Campingplatz an der Erg Chebbi, was ja unser Ziel wäre. Er ist aber gerade auf dem Weg irgendwohin, in eine große Stadt. Er gibt uns seine Visitenkarte und meint, wenn wir Lust haben können wir ja gerne abends, wenn er zurück ist, treffen. Dann könnte er mit uns auch eine Tour in die Sahara machen, dorthin wo unserer Orangetrotter nicht hinkommen kann, tief in die bis zu 180 Meter hohen Dünen. Wir unterhalten uns noch eine Weile, verabschieden uns und lassen mal alles offen. Feste Termine wenn wir unterwegs sind, dass mögen wir nämlich gar nicht.

So ziemlich genau um 12 Uhr mittags stehen wir am Rande der Erg Chebbi – Rote Dünen – Wow! Vor uns baut sich ein mächtiger Sandhügel auf. Da wollen wir rauf, sofort! Hätten wir allerdings gewusst wie anstrengend das ist, wären wir wohl nicht losgelaufen. Die Zeit mitgerechnet bis wir am Fuße der Düne angekommen sind und der eigentlichen Besteigung haben wir fast 1,5 Std. gebraucht. Diese sandigen Hügel kommen so sanft und schön daher, sind dann aber so fies und fordernd. Ca. 150 Meter quälen wir uns hoch, ein Schritt vor zwei zurück. Irgendwann kommen wir wieder zu Atem und dann, dann sind wir absolut überwältigt.

 ©Jürgen Dommer

Dieser Blick ist grandios! Davon wollen wir unbedingt mehr. Aber nicht zu Fuß! Mit unserem treuen orangen Freund geht Vieles, aber bei diesem Sand hörts dann auf. Da fällt uns die lustige Begegnung von heute früh wieder ein. Lassan!

Sein Camp: Le Secret du Sahara in Merzouga. Es ist schon dunkel als wir dort ankommen. Jürgen wollte vorher noch ein bisschen Piste fahren, aber er leidet mit unserem Trotter und hat nicht wirklich Freude daran. Es ruckelt, scheppert, klappert ein lauter Kracher und unser kleiner Innentisch fällt von ganz oben knapp an der Spüle vorbei und knallt auf den Fußboden. Ende Gelände, zumindest für heut.

Gleich am Abend machen wir die Tour klar. Exklusiv, für uns. Normalerweise machen wir keine geführtenTouren. Aber Lassan ist uns sehr sympathisch, und die Biologie passt.

 ©Jürgen Dommer

Um 9 Uhr geht es los, der vollgetankte Nissan Petrol steht mit frisch geputzten Scheiben nur für uns bereit.

Lange geht es über groben Schotter Richtung nördlich des Erg Chebbi. Dabei chneiden und meidet Lassan alle Pisten die dort verlaufen. Die braucht er nicht. Sein Spruch: „ Das beste GPS ist das Berber-GPS!“

Wir stoppen an einer kargen Felslinie, der man förmlich ansieht, wie sie vor 100.000  von Jahren aus dem Boden gedrückt wurde. Schwarzes Gestein liegt vor uns, und wenn man erstmal eines der Muster im Stein entdeckt hat, sieht man sie überall: Fossilien. 

 ©Jürgen Dommer

Zeugen einer längst vergangenen Welt. An dieser Stelle vornehmlich zwei Arten: Amonithen, eine Schneckenform und Biliminiten die längliche Form eines Urzeitfisches. Bis zu 360 Miollionen Jahre alt sollen die sein. Hier könnten wir uns ewig aufhalten. Macht voll viel Spaß dort zu suchen und zu entdecken, bewaffnet mit Hammer und Meisel.

Lassan möchte uns noch eine Mineralienmine zeigen, wo die Männer gerade bei der Arbeit sein sollen. Danach sieht es allerdings gar nicht aus als wir dort ankommen. Die paar Männer die sich dort aufhalten kommen uns entweder freundlich lächelnd entgegen oder arbeiten. Aber nicht in der Mine, sondern im dazugehörigen Garten. Begrüßt werden wir mit dem traditionellen Tee.

 ©Jürgen Dommer

Besonders Stolz sind sie auf ihre Kuh die sie in einem kleinen Verschlag halten. Sie leben fern ab jeder Zivilisation und machen offensichtlich einen auf Selbstversorger. Ich glaube Lassan ist etwas verduzzt, dass ich mich mehr für den tollen Garten inmitten dieser Trockenheit begeistere als für „seine“ Mineralien. In der Miene werden Quarz, Aragonit und Flurin abgebaut. Sind auch hübsch die weißen, roten und grünen schimmernden Steinchen, aber ich kann mir nicht helfen, es geht mir wie den Männern, mich zieht es mehr zu dem saftigen Grün, des Gartens hin. Dort stehen ein Hennabusch, Mais, Bohnen, Paprika, Kartoffeln, Sonnenblumen und Weizen.

Einer der Minenarbeiter zeigt mir wie man aus dem Weizenhalm eine Flöte baut. Meine ersten Versuche dem Instrument so wohlklingende Töne zu entlocken wie er, scheitern kläglich. Doch dann spielen wir gemeinsam ein kleines Ständchen. Wir haben richtig Spaß zusammen. Auch hier würden wir es noch länger aushalten, doch wir haben noch einen langen Weg vor uns. Sind ja erst zwei von insgesamt neun geplanten Stunden unterwegs. Ach ja, laut Lassan verdient ein Mienenarbeiter ca. 150 Dirham, also ca. 15 €/Tag.

Kennt jemand von euch die Oasis Saf Saf? Denn dafür fehlen mir fast die Worte. Nach stundenlanger Fahrt durch dieses karge, trockene, lebensfeindliche Land taucht plötzlich, wie eine Fatamorgana, dieser paradiesische Flecken Erde vor uns auf. Wir schauen hinunter in eine Schlucht voller Palmen. Kleine, klare, türkisfarbene Tümpel, irgendwo plätschert ein fließendes Gewässer leise vor sich hin. Vögel zwitschern, einzelne Schmetterlinge flattern an uns vorüber. Dieser Ort ist eine Offenbarung! Noch nie habe ich so etwas gesehen. Ehrfürchtig stehe ich einfach nur da, staune und genieße.

 ©Jürgen Dommer

Wir befinden uns direkt an der algerischen Grenze. Um durch die Schlucht einfahren fahren zu können müssen wir eine kurze Strecke auf algerischem Land zurücklegen. Das ist hier kein Problem, es gibt keine Wachposten in unmittelbarer Nähe. Dann heißt es Luft aus den Reifen lassen, denn jetzt wird es weich und tiefsandig. Der Sand hat zeitweise mehlartige Konsistenz. Fes Fes, nennt das der Marokkaner. Durch ein langes, trockenes Flussbett „schwimmen“ wir quasi dahin. Nachdem wir Lassan von unseren Offroaderfahrungen in Südafrika erzählt haben, lässt er Jürgen ans Steuer. Das versteht Jürgen als eine große Ehre. Das macht er sonst sicher nicht. Während Jürgen es sichtlich genießt selber am Steuer zu sitzen, setzt Lassan sich auf den Rahmen des Beifahrerfensters, hängt seinen kpl. Oberkörper hinaus, hält sich nur noch mit einer Hand fest und johlt vor sich hin, er hat seine ganz eigenen Art von Fahrspaß. Er surft – die spinnen die Marokkaner!

Inzwischen wieder am nördlichen Rand der 35 Km langen Erg Chebbi angekommen, geht es jetzt mitten rein in den großen Sandkasten. Eineinhalb Stunden lang Düne rauf, Düne runter, querdrüber und wieder rauf. Ein riesen Spaß für uns alle. Und zack – stecken geblieben, Düne nicht ganz geschafft. Zurückrollen lassen, viel Schwung – und ja, jetzt sind wir drüber. Immer wieder herrliche Ausblicke. Das Farb- und Schattenspiel ist einfach wundervoll.

 ©Jürgen Dommer

Östlich der Erg Chebbi geht es wieder durch ein trockenes Flussbett, hier verlief auch eine Teilstrecke der Paris-Dakar-Rallye, als diese noch durch Marokko führte. Zum Ende geht es nochmals in die Dünen. Jürgen darf auch nochmal ans Steuer. Erst sehr souverän, doch bald ist Schluss. Zack, wieder festgefahren im extrem weichen, Tiefsand.

Lassan versucht Rückwärts rauszufahren, gräbt sich dabei aber immer noch tiefer rein. Graben von Hand ist angesagt, aber auch das unterschieben aller vier Sandbleche nützt nichts mehr. Das Differential-Getriebe hängt schon tief im Sand. Ohne Hilfe kommen wir hier nicht mehr weg.

 ©Jürgen Dommer

Für einen Berber kein Problem, der hat sein Netzwerk. Lassan zückt sein Handy, dank Maroc Telekom gibt es in der tiefsten Wüste noch Handyempfang, eine viertel Stunde später ist sein Kumpel schon zur Stelle. Der steigt aus seinem Jeep, schaut sich den Schlamassel an. Legt sich unter den Nissan, prüft den Reifendruck und schimpft wild vor sich hin, bzw. diskutiert heftig mit Lassan. Er meint wohl wir hätten mehr Luft ablassen sollen. Also erst noch mal Luft raus. Ein neuer Versuch- aber keine Chance, auch seine Fahrkünste befreien das Vehikel nicht aus dem Loch.

Ziemlich energisch, immer noch vor sich hinschimpfend, steigt er in seinen Landcruiser, holt weit aus um sich in die richtige Position zu bringen, und …-fährt sich selber fest. Schon peinlich oder ;-) . Und für Jürgen eine gewisse Genugtuung: Also doch nicht so leicht hier zu fahren. Jetzt ist es an ihm Luft abzulassen und sich wieder frei zufahren. Und auch das geht nicht ohne Sandbleche. Dann endlich kann das Abschleppseil angebracht werden. Mit Vollgas, fährt der Verrückte los. Der Cruiser nimmt schnell Fahrt auf-Schlagartig setzt sich das Seil unter Spannung und wir denken erst: Jetzt reißt´s dem Nissan das Heck weg. Unmittelbar katapultiert es den Nissan aus seinem Sandloch und alles ist wieder gut. Jürgen entschuldigt sich noch bei Lassan, doch der meint nur: „ He ist doch egal – C'est la vie!“

 ©Jürgen Dommer

Ein phantastischer Tag geht zu Ende! Mit vielen schönen Ausblicken, netten Begegnungen,  witzigen und auch sehr interessanten Geschichten. Eine letzte erzähl ich euch noch:

Es gibt eine Art Waran hier in der Wüste, den die Nomaden fangen, am Bauch aufschlitzen, mit Salz und Heu ausstopfen, wieder zunähen und sich an die Wand hängen. Der Geruch der davon ausgeht, hält angeblich im Umkreis von mehreren Kilometern alle Schlangen und Skorpione fern. Dreimal dürft ihr raten was mein neuer Auftrag für Jürgen ist. Genau – den hab ich auf Waran Jagd in die Wüste geschickt, so ein Teil brauch ich!

Mit Lassans Bruder quatschen wir noch den ganzen Abend bei Bier und Joint über seine Erfahrungen im Filmbusiness. Den unzählige internationale Produktionen sehr bekannter Filme, wie z.B. „Der englische Patient; Babel; Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten, oder Scorseses „ Kundus“ wurden in der vielseitigen Landschaft Marokkos gedreht. Ein Film mit Brat Pitt-„Marrakesch“, wurde erst kürzlich fertiggestellt. Also, nicht nur die Hollywood-Produzenten genießen die unkomplizierte Art der Marokkaner und die großartige Natur ihres Landes.

Bésláma – bis bald, es geht weiter Richtung Süden

Eure Orangetrotter

Helga Negele und Jürgen Dommer