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Dirk Trampedach

Der Siegener Dirk Trampedach nahm beim „60 Jahre Bulli“-Treffen 2007 in Hannover mit seinem T3 Westfalia Club Joker am Wettbewerb für den „originalsten T3“ teil. Unter den 25 für die Endauswahl nominierten Fahrzeugen machte sein Bulli den dritten Platz.

Als ich mir im Frühjahr 2005 meinen jetzigen Bulli zulegte, lagen bereits knappe 15 Jahre Erfahrungen mit verschiedenen VW Bussen hinter mir. Diesmal war es aber wirklich etwas Besonderes! Die Zeiten waren gut, T3-Busse noch bezahlbar und nicht weit von meinem Wohnort entfernt bot ein Händler meinen Traum-Bulli an: einen Westfalia Club Joker von 1983.

Meiner Familie und mir war von der ersten Minute an klar, dass das „unser Bus“ sein würde. In sagenhaft gutem Zustand stand er da, die braune Inneneinrichtung mit „Rundsitzecke“ verströmte unnachahmliche Gemütlichkeit und der seidenweiche Klang des Wasserboxers ließ die letzten Zweifel schmelzen.

Der Club Joker bekam ein Saison-Kennzeichen und wurde in den folgenden Jahren veredelt. Alles was irgendwie zu erneuern, zu reparieren oder aufzuarbeiten war, wurde getan und da sich der Bus nahezu im Originalzustand befand, habe ich auf dessen Erhaltung immer sehr großen Wert gelegt. Das wäre ohne die Hilfe großartiger Mitstreiter - darunter liebe Freunde und meine Familie - nicht möglich gewesen.

Als Volkswagen Nutzfahrzeuge im Jahr 2007 das legendäre „60 Jahre Bulli“-Treffen in Hannover veranstaltete, waren unsere Vorfreude und Erwartungen groß. Und als dann auch noch bekannt wurde, welche prominenten Künstler vor Ort sein würden, war unsere Anmeldung schnell geschrieben. Dabei sein ist alles. Alles…? Es gab auch noch diverse Wettbewerbskategorien, an denen man mit seinem Bulli teilnehmen konnte. Wir meldeten unseren Club Joker für den Wettbewerb „originalster T3“ an.

Die Zeit verging und als wir schon gar nicht mehr damit rechneten, geschah es. Unser Bus war nominiert worden, befand sich in der Endauswahl der letzten 25 Fahrzeuge und würde von einer kompetenten Jury vor Ort begutachtet werden.

In der letzten Woche vor dem Treffen habe ich nicht viel von meiner Familie gesehen, da ich ständig in der Halle war. Dort putzte, wachste und polierte ich und hielt immer wieder nach Unoriginalem Ausschau. Ich wurde zunehmend nervös und konnte es kaum noch erwarten, endlich loszufahren. Auch einer meiner Freunde war mit seinem Atlantic in der Kategorie „schönster T3“ nominiert worden und so schaukelten wir uns gegenseitig in unserem Freudentaumel hoch.

Der Festplatz in Hannover, die Bühne, die vielen Menschen und Busse, die herrliche Atmosphäre - das alles überwältigte uns bei der Ankunft binnen weniger Augenblicke. Eine Huldigung des VW Bulli mit dieser großen Resonanz wäre schon ohne die Nominierung sensationell gewesen. Mit der zusätzlichen Hoffnung auf eine Platzierung wurde das „60 Jahre Bulli“-Treffen jedoch für mich zu einem Wochenende der Superlative.

Beim Wettbewerb trafen sich die Fahrer mit ihren nominierten Bussen in einem abgesperrten Areal hinter der Bühne. Mit viel Sachverstand, Geduld und Sympathie taxierten die Jury-Mitglieder die Fahrzeuge. Dort standen wirklich nur „originale Originale“. Wer würde hier aus welchen Gründen scheitern, wer gewinnen?

Um etwas Abstand zu bekommen, stellte ich mich zur Beruhigung an den Hasseröder-Tresenbulli, trank ein Bier und warte einfach ab. Und dann hing plötzlich dieser kleine Zettel am Scheibenwischer: dritter Platz! Ich konnte es kaum glauben und doch: Mein Club Joker hatte den dritten Platz gemacht!! Dem Atlantic meines Freundes gelang übrigens auch ein dritter Platz - in der Wettbewerbskategorie „schönster T3“.

Der eigentliche Höhepunkt sollte aber noch folgen: Die Fahrt hinauf auf die große Bühne mit tausenden Bulli-Freunden davor und die Überreichung des Pokals durch die TV-Moderatorin Barbara Schöneberger krönten dieses sagenhafte Wochenende und meine Arbeit, Mühe und Liebe zum T3. Natürlich gab es mit dem Bulli tolle Reisen, Treffen und Fahrten, aber an Hannover kommt so schnell nichts heran. Das "60 Jahre Bulli"-Treffen, der Wettbewerb und alle damit verbundenen Eindrücke sind mein schönstes T3-Erlebnis.

Text und Fotos: Dirk Trampedach (redaktionelle Bearbeitung: VW-Bulli.de)

Das Fahrzeug:

Modell: T3 Westfalia Club Joker
Spitzname: steht doch dran - Club Joker :-)
Baujahr: 1983
gefahrene Kilometer: 215.000
weiteste Fahrt: Alpen, Vogesen
erster Motor: ja
Motorart: Benziner
Motorleistung: 57 kW, 78 PS
Hubraum: 1.900
Sitze: 5
Betten: 4
selbst ausgebaut: nein
orig. Listenpreis: 45.000 DM

 

Der Fahrer:

Name: Dirk Trampedach
VW-Bulli-Forenteilnehmer: T3-Tiger
Geburtstag: 1964
Wohnort: Siegen
Familienstand: verheiratet
Kinderanzahl: 3
Kinderalter: 11, 14, 17
Beruf: Maschinenschlosser
Bulli-Fahrer seit: 1990
Warum Bulli? Der T3 ist bis in die Gegenwart nicht übertroffen worden, es gibt keine vergleichbaren Konzepte und es ist der letzte VW Bus, der neben allem anderen auch noch Emotionen transportierte....Eben "4Emotion..." ;-))
Überzeugt weil: ... meine Familie und ich ohne den Bulli vieles nicht gesehen und erlebt hätten.
Anzahl Bullis: T2/b 9-Sitzer (1990-1993), T3 Diesel Multivan mit Aufstelldach (1993-2005), seit 2005 - T3 WBX Westfalia Club Joker (Bj. 1983)
Liebste Urlaubsziele: viel Natur, wenig Tourismus, Sonne, Berge, Wasser und einsame Straßen
Nächster Urlaub: Toskana, Schwarzwald oder Ostsee
Wichtigste Reise: „60 Jahre Bulli“-Treffen 2007 in Hannover
Anzahl Bulli-Treffen: rund 20 Treffen, alle in den letzten vier Jahren
Liebste Bulli-Treffen: Südbayern-Treffen in Kochel, Hatzenport, Forumtreffen im Harz
Nächstes Bulli-Treffen: Enkhuizen (Niederlande)
Liebster Camping-/Stellplatz: Dattenfeld/Sieg, Langenau/Lahn, Hirsch’s Garten
Zukünftige Wünsche: den jetzigen Zustand bestmöglich erhalten und veredeln
Zusätzlicher Bulli geplant? eher nicht, lieber konsequent einen richtig guten Bus fahren

Dirk Trampedach (redaktionelle Bearbeitung: VW-Bulli.de)