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Ein "Autogestörter" und seine Bullis

Norbert Buhse bezeichnet sich selbst als "Autogestörten". Kein Wunder, der Berliner besaß schon über 250 Fahrzeuge. Und immer war mindestens ein Bulli dabei. Hier erzählt uns einer der Gewinner beim Bulli-Krimi-Gewinnspiel von seinen Bullis und den Reisen mit diesen.

Norbert Buhses erster T1 und im zweiten Bild Norbert Buhe selbst

Hallo Bulli-Freunde,

meinen ersten T1 bekam ich mit 16 Jahren geschenkt. Nach einigen unangenehmen Begegnungen mit den Ordnungshütern - Fahren ohne Führerschein und Abnahme des Mopedführerscheins - gab es dann beim dritten Mal einen verständnisvollen Richter, der mir die Auflage erteilte, innerhalb eines Monats den Führerschein zu machen ;-). Gesagt, getan, ab da war der Bullispaß legalisiert.

Ich kann wohl mit Recht behaupten, dass ich zu den "Autogestörten" gehöre. In meinem großen, dicken Ordner habe ich neulich mal nachgeschaut und über 250 Kaufverträge für die verschiedensten Gefährte gefunden. 

Einige Fahrzeuge hatte ich zwar nur einige Tage besessen, es sind aber auch welche dabei, die ich über 20 Jahre besaß beziehungsweise besitze (mein Bimobil zum Beispiel, siehe weiter unten).

Obwohl ich die irrsinnigsten Autos hatte (Lamborghini Miura, Porsche Speedster, Amphicar, 600er Mercedes, Messerschmidt Kabinenroller, Isetta, Lloyd und alles was Ford, BMW, Mercedes, DKW, Opel oder Audi hieß), hatte ich auch immer mindesten einen Bulli.

Die Highlights waren:

1. Der besagte T1 - ein Geschenk von einer Baufirma, bei der mein Vater "was gut hatte".

Mit diesem Bus habe ich innerhalb von fünf Jahren über 200.000 Kilometer auf Reisen zurückgelegt. Von Reisen durch die marokkanische Wüste bis zum Skiurlaub mit acht Kommilitonen und 250 Kilogramm Gepäck auf dem Dachträger war alles dabei.

An Motoren wurde einiges ausprobiert. Da war der originale 44 PS-Motor, danach gab es einen 90PS-Porschemotor aus einem 356er. Dieser hielt leider nicht lange. Als Ersatz musste für zwei Jahre ein 30 PS-Käfermotor herhalten - das war auf Reisen recht anstrengend.

 

Also habe ich nach einem Flachmotor aus einem 1600er-TL gesucht, gefunden und ihn eingebaut. Das war eine angemessene Motorisierung ;-) . Als bei einer Winterreise (wieder einmal mit neun Personen im Bus) sich beim Anheben zum Wechseln der Räder (Räder mit vormontierten Ketten) nicht das Auto anhob, sondern der Wagenheber unter der Rückbank im Innenraum erschien, war es Zeit sich von dem guten Stück zu trennen. Das Auto ging dann mit einem Globetrotter nach Indien. Leider gibt es aus dieser Zeit kaum Bilder. 

2. Nach diversen "Kurzzeitbussen" ergab es sich, dass mein Onkel sich einen neuen Westfalia-Bus T2b kaufte und mir seinen T2a Westfalia Helsinki/Berlin (?) anbot.

Der war zwar schon acht Jahre alt, aber in einem super Zustand. Auch mit diesem Bus wurde Europa/Asien vom Nordkap bis nach Syrien bereist. Auch hier gibt es leider nur ein „elektrisches“ Bild.

3. Nachdem wir uns bei diversen Reisen festgefahren hatten, stand der Entschluss fest: es muss ein 4 WD her. Nach einem kurzen Zwischenspiel mit einem Mercedes G war klar, es muss wieder ein Bulli her.

Inzwischen war das Produktionsende des T3 angekündigt, also schnell noch einen Syncro bestellen! Ein Pärchen, das wir in der Türkei kennengelernt hatten, fuhr ein Bimobil (auf Toyota). Das Konzept hatte uns so begeistert, dass wir zu Bimobil nach Oberpframmern fuhren und für die T3-Pritsche eine Kabine konfigurierten und bestellten.

Von diesem Konzept (Absetzkabine) sind wir auch heute noch zu 100 Prozent überzeugt. In den letzten zwölf Jahren haben wir auf Reisen und Treffen über 220.000 Kilometer zurückgelegt und wurden nie ernsthaft im Stich gelassen. Allerdings musste ich schon recht früh (Winter 95/96) den schwachbrüstigen Turbodiesel gegen einen Tdi tauschen.

Das Bimobil wiegt im vollen Reisezustand immerhin 3.280 Kilo (ohne Passagiere) und hat sich mit den originalen 70 PS doch sehr schwer getan. Ich glaube, ich war hier in Berlin der erste, der einen Tdi-Umbau gemacht hat (das Projekt ähnelte auch stark „Jugend forscht“). Der Umbau hat sich aber auf den letzten 160.000 Kilometern bestens bewährt. 

4. Im Jahr 1999 kam uns die Idee, die Libysche Wüste im Bulli zu durchqueren. Da das Bimobil für solche Extremtouren doch zu schwer war, suchten wir nach einer Lösung.

Freundlicherweise stellte uns dann im Jahr 2000 die Firma HA-Projekt ein Fahrzeug zur Verfügung. Im September und Oktober ging es dann mir drei Bussen auf die große Reise. 

5. Durch die Reise von der guten Wüstentauglichkeit des Syncro überzeugt, reifte der Entschluss, ein spezielles Wüstenfahrzeug zu bauen.

Das habe ich dann 2001 in Angriff genommen, sodass im Jahr 2002 mit dieser „Wüstendoka“ die erste Fernreise nach Algerien durch den „Erg Oriental“ bis runter nach Tamanrasset unternommen werden konnte. 

6. Aus der Wüste zurück hatte ich 2002 die Idee, es muss ein schneller Bus her.

Nach längerer Suche schien der Umbau auf V6-Tdi mit Tiptronik die optimale Lösung. Wieder war ich einer der ersten ("Jugend forscht"...).

Glücklicherweise konnte ich einen nahezu neuwertigen Kastenwagen der US-Streitkräfte erwerben (erst 40.000 Km gelaufen und absolut rostfrei, da Garagenfahrzeug).

Wer Interesse hat, kann sich an VW-Bulli.de unter redaktion(at)vw-bulli.de wenden. Der Redaktion liegt eine ausführliche Konzeptbeschreibung über dieses Projekt vor.

Viele Grüße an alle Bulli-Fans!

Norbert Buse, Gerhard Mauerer