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Episoden aus einem Leben mit Bullis

Heiner Friedrichs fuhr lange Jahre T3 Pritsche und T5 Multivan. Aktuell lässt er seine Verwandtschaft in den USA für ihn nach einem T1 oder T2 Ausschau halten. Mit seinen Fahrzeugen hat er so einiges erlebt. Hier gibt uns einer der Gewinner unseres Caravan Salon-Gewinnspiels Einblick in Episoden aus seinem Bulli-Leben.

Liebe Bulli-Freunde,

mein Name ist Heiner Friedrichs, ich bin 59 Jahre alt und habe lange in Spanien bei Seat in Martorell und VW-Navarra gearbeitet.

Mit meinem T3, Baujahr 1985, 44 kW-Motor, habe ich unter anderem einen kompletten Hausumbau durchgeführt. Das war 2007 bis 2008 und mit dem Bulli legte ich beim Hausumbau 2500 Kilometer zurück. Mit der Pritsche haben wir das gesamte Baumaterial herangeschafft und auch die Entsorgung zur Müllkippe erledigt. Dadurch brauchten wir keinen Container. Der Bulli ist nicht einmal ausgefallen, außer wenn ich mal das Licht brennen gelassen habe.

„Bob der Baumax" kennt jeder hier in der Nähe, nicht nur, da der Schriftzug auf der Heckklappe steht.

Am Tag der Abholung vom Verkäufer im Juli 2007 sind mir die hinteren Bremsen nach nur zehn Kilometern festgelaufen. In diesem Moment verfluchte ich den Verkäufer -dachte mir dann aber: Einfach mal abwarten. Und tatsächlich - seit der Abkühlung der Bremsen lief er immer wie geschmiert. Zwar nicht schnell, dafür aber äußerst zuverlässig.

Eigentlich wollte ich ihn auch mal tunen, hatte dann aber wegen dem Hausbau keine Zeit dafür.

Mittlerweile habe ich ihn leider verkauft. Das war 2009. Der Bulli ging nach Berlin. Beim Verkauf hatte er 135.800 Kilometer auf dem Tacho. Ich bin nun in Altersteilzeit und habe Zeit.

Meinen T5 Multivan Beach (75 kW) habe ich mir unter anderem für mein Hobby Angeln geholt.

Zehn Jahre lang hatte ich immer wieder von einem Bulli geredet, bis meine Frau Renate im November 2006 sagte: "Bis Weihnachten kaufst du einen - oder du redest nicht mehr davon."

Kurz entschlossen habe ich dann tatsächlich einen gekauft und mit nach Spanien genommen. Nach Spanien, weil ich dort von 1991 bis 2008 bei Seat und VW-Navarra arbeitete.

Mit dem Bus sind wir unter anderem ins Ebro-Delta zum Angeln und nach Pamplona zum „San Fermin“ gefahren.

Da ich mir in Wagenfarbe noch einen Küchenblock und eine Markise montiert hatte, war es uns möglich, damit auch ein paar Tage unterwegs zu sein. 

Einmal sind wir in der Nähe von Saragossa ins Gebirge gefahren. Da ich immer alles erkunden muss, sind wir in ein Dorf mit Einbahnstraße gefahren. Da die Straße immer enger wurde, wollte meine Frau nicht weiter mit mir mitfahren. Aussteigen ging aber nicht mehr. So blieb ihr nur übrig, die Spiegel einzuklappen, damit wir durch den engen Torbogen kamen. Mehrere Dorfbewohner riefen: "Da kommt ihr nicht durch!" Aber mein gutes Auge und ein paar Schrammen an den Spiegelabdeckungen gaben mir dann doch die Durchfahrt. 

In unserem Urlaub 2008 sind wir über Paris, Pamplona, Saragossa (Besuch der Expo) nach Altafulla in Spanien gefahren. Auf der Autobahn Pamplona - Saragossa kam uns bei 140 km/h ein Falschfahrer entgegen. Nur durch eine Vollbremsung und ausweichen auf den Standstreifen habe ich einen Zusammenstoß vermieden. Das hatte ich wohl auch einem Fahrsicherheitstraining vor dem Urlaub zu verdanken. Das Herz raste trotzdem noch einige Minuten.

Noch eine Sache,: da ich auf der Haube den Abzug „BULLI“ kleben hatte, wurde ich oft in Spanien gefragt, ob ich Werbung für das weltbeste Restaurant „el Bulli“ mache. (http://www.elbulli.info/review.htm).

Durch eine Krankheit meiner Frau mussten wir leider mittlerweile den Bulli verkaufen, obwohl wir nie Probleme mit dem Bulli hatten. Wenn es wieder besser geht, dann kommt ein California.

Und zurzeit sucht meine Verwandschaft in den USA nach einem T1 oder T2 für mich. Vielleicht finden sie ja einen.

Viele Grüße an die Bulli-Gemeinde,

Heiner Friedrichs


02.10.2013 Text: Heiner Friedrichs/ Gerhard Mauerer. Fotos: Heiner Friedrichs. Bearbeitung: Alina Fuhrberg

Heiner Friedrichs