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Es hängt was in der Luft

Duftbäume können Autofahrer negativ beeinflussen: Manche machen Kopfweh, andere enthalten Weichmacher. Ein Test klärt auf.

Kein Baum der Erkenntnis: Probleme inklusive ©eba

In Neuwagen sieht man sie eher selten, aber je älter das Auto, desto häufiger hängen am Rückspiegel  merkwürdige Figuren. Sie sollen  Mief und Moder übertönen. Aber einige davon sind zumindest problematisch. Das jedenfalls ergab ein Test der Zeitschrift AUTO Straßenverkehr. Zehn gängige Produkten wurden im Labor untersucht. Große Unterschiede gibt es bei den Duftprodukten in Sachen Preis und Aroma: Manchen riechen ausgesprochen künstlich und unangenehm, manche sind deutlich überteuert.

Allergiker und sensible Menschen sollten beim Kauf eines Duftbäumchens besonders aufpassen: Sechs der zehn Produkte im Test warnen auf ihren Etiketten mit dem Symbol für „sensibilisierend“. Die anderen vier Duftbäume besitzen keine Etiketten und geben keinerlei Informationen über Inhaltsstoffe, was auch nicht vertrauenserweckend ist. Besonders bei fruchtigen Düften sind Limonene die Grundbasis. Diese gelten als reizend und allergieauslösend. „Wer schnell empfindlich reagiert, sollte davon lieber die Finger lassen“, erklärt Produktfachmann Frank Ritscher, Laborchef des Reinigungsspezialisten Kärcher.

Der Berufsverband Deutscher HNO-Ärzte warnt sogar davor, im Auto zu rauchen, wenn ein Duftbaum im Innenraum hängt. Denn die Duftstoffe können als Transmitter für die gesundheitsgefährdenden Inhaltsstoffe des Zigarettenrauchs dienen. Die ätherischen Öle können außerdem zu starken Kopfschmerzen und allergischen Reaktionen der Atemwege führen. Ebenfalls wenig unerfreulich: Viele Duftbäumchen enthalten Weichmacher. Diese können die Kunststoffoberflächen im Cockpit angreifen.

Testsieger  wurde das Produkt Woody Green des Herstellers K2. Als einziger Testteilnehmer ist das Duftbäumchen aus Holz gefertigt und hat einen angenehmen Duft. Die Produktwarnungen sind gut lesbar auf der Verpackung gekennzeichnet, das Preis-Leistungsverhältnis ist bei einem Preis von 1,99 Euro vorbildlich. Auf dem zweiten Platz landete der bekannte „Wunder-Baum“, Platzhirsch unter den Duftbäumchen. Allerdings sind die Warnhinweise auf dem Produkt veraltet, der Preis mit 4,49 Euro deutlich über dem des Testsiegers. Dritter wurde das Produkt Fresh Fruits mit dem Duft Wassermelone, mit 99 Cent das günstigste Produkt im Test. Abzüge gab es nur für den leicht künstlichen Geruch und fehlende Details in der Produktinformation. Auf dem letzten Platz landete das teuerste Produkt, der Happy Cupcake des Herstellers Accountrements. Das Produkt riecht sehr künstlich, es gibt keine Angaben zu den Inhaltsstoffen und der Preis ist mit 6,10 Euro stattlich.

von Ernst Bauer