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Familien-Expedition mit dem T5 nach Island

1996 fuhren Frank und Ilona Trojahn mit einem Gelände-Motorrad quer durch Island und waren von der ursprünglichen Natur und der rauen Landschaft beeindruckt. 18 Jahre später wollten sie die Erlebnisse mit ihren drei Kindern Jakob (8), Pia (14) und Lea (15) auffrischen und gemeinsam die Insel aus Feuer und Eis mit einem geländegängigen VW-Bus erkunden.

Die Familien-Expedition kann beginnen. ©Frank Trojahn

„Kann ich eine Sandburg bauen?“ Jakob ist von dem breiten Strand mit dem strahlend weißen Sand neben dem Fährhafen in Hirtshals begeistert. Die Autobahnfahrt von Köln bis an den Nordzipfel Dänemarks verlief problemlos, so dass wir viel zu früh am Fähranleger der Smyril Line ankommen.

So haben wir genügend Zeit, den Allrad unseres T5 im Sand zu testen, bevor wir nach drei Stunden Sandburgen bauen die Fährpassage mit der „Norrøna“ antreten.

Auf den Färöern. ©Frank Trojahn

„7:1 für Deutschland ???“ Ungläubig schauen wir auf das Endergebnis des Fußball-Weltmeisterschaftspiels gegen Brasilien auf dem Campingplatz in Tórshavn.

Die zwei Tage Zwischenstopp auf den Färöern haben wir mit Tagestouren über die Inseln verbracht.

Der Kontrast zwischen dem grünen Gras, dem tiefblauen Meer und den weißen Wolken ist hier besonders ausgeprägt.

Tórshavn mit Wolkenmütze. ©Frank Trojahn

Als wir am dritten Tag bei Sonnenschein wieder auf die Fähre fahren, bedeckt die Hauptstadt der Färöer wie häufig eine Wolkenmütze.

Nach einer Nacht auf See empfängt uns Seyðisfjörður ganz im Osten von Island mit Nebel.

Wir müssen aber nur den Pass zur Ringstraße Nr. 1 passieren, da weichen die Wolken einem stahlblauen Himmel.

Schäfchen zählen auf dem Campingplatz. ©Frank Trojahn

Wie die meisten Neuankömmlinge, decken auch wir uns in Egilsstaðir mit Proviant für die nächsten Wochen ein.

Wir werden Island im Uhrzeigersinn umfahren, somit geht es südwärts am Gletschersee Jökulsárlón und Skaftafjell vorbei zum Camping mit Schafen am Seljalandsfoss.

Furt auf dem Weg nach Þórsmörk. ©Frank Trojahn

„Da müssen wir doch nicht durch - oder?“ Etwas ängstlich aber auch abenteuerlustig stehen wir vor einer tiefen Furt auf der Piste nach Þórsmörk. Mit etwas mulmigen Gefühl queren wir den Fluss im ersten Gang mit gesperrtem Differenzial und vertrauen auf die Watfähigkeit des T5. Gut, das wir vor der Reise die Luftansaugung für den Motor höhergelegt haben, denn die Bugwelle schwappt teilweise bis über die Motorhaube. Nach über zehn Furten empfängt uns dann des „Garten des Thor“ mit schroffer aber unbeschreiblich schöner Berg- und Gletscherwelt.

Auf der Piste F225 Landmannaleið nach Landmannalaugar. ©Frank Trojahn

Wer die bergige, steinige und manchmal sandige Piste bezwungen hat, den belohnt Landmannalaugar mit einer der skurrilsten und beeindruckendsten Landschaft Islands.

Hier ist das Basiscamp für den Laugavegur, den Wanderer, in drei bis fünf Tagen südwärts bezwingen können. Wir genießen abends nach einer anstrengenden Tageswanderung ein Bad im durch heiße Quellen aufgewärmten Fluss.

Blick auf Reykjavik. ©Frank Trojahn

„Juhuu - hier gibt´s WLAN“. Unsere Töchter Pia und Lea freuen sich in Reykjavik wieder zurück in der Zivilisation angekommen zu sein.

Neben WhatsApp, Facebook & Co. hat die Hauptstadt noch viel Sehenswertes zu bieten: Hallgrímskirkja, gemütliche Restaurants, Aussichtspunkt Perlan und eine der beiden Verkehrsampeln Islands!

Piste F35 - Kjölur nördlich von Hveravellir. ©Frank Trojahn

Hinter dem touristischen Pflichtteil des Golden Circle mit Þingvellir - Tauchen in der Silfra-Spalte! - , Strokkur in Geysir und dem gigantischen Gullfoss beginnt die Hochlandpiste F35 - Kjölur.

Diese führt uns durch endlose Landschaften an Hveravellir mit seinen heißen Quellen vorbei zur Nordküste.

Beeindruckender Wolkenhimmel bei Sauðárkrókur. ©Frank Trojahn

Schneebedeckte Berge zieren hier die Ufer der tief ins Landesinnere reichenden Fjorde

Der Wolkenhimmel über dem Nordmeer ist vor allem am Abend bei (fast) Mitternachtssonne grandios.

Hier erleben wir die ursprüngliche Natur unter anderem bei einem Reittag auf Island-Pferden und inmitten einer Kolonie Papageientaucher an der Steilküste.

Rast inmitten eines endlosen Lavafeldes. ©Frank Trojahn

Zwei Wochen vor dem Ausbruch des Vulkans Bárðarbunga ist es uns noch möglich, die jetzt gesperrten Pisten F905/F910 ins zentrale Hochland zur Askja zu fahren.

Die Strecke ist eine Herausforderung für unseren VW-Bus, aber ein absolutes Highlight unserer Reise.

Durch groben Schotter, „Wellblech“ und tiefe Vulkansandpassagen führt die Piste immer entlang des majestätischen Schildvulkans Herðubreið.

Übernachtung an der Dreki-Schlucht bei der Askja. ©Frank Trojahn

Trotz rund 25 Zentimetern Bodenfreiheit klettern wir mit dem T5 vorsichtig über Steinplatten, die den Weg durch ein endlos erscheinendes Lavafeld säumen.

Nach über 100 Pistenkilometern und zwei breiten Furten erreichen wir schließlich den Zeltplatz an der Dreki-Hütte am Fuße der Askja.

Wir sind hier ganz alleine „in the Middle of Nowhere“. Unter stahlblauem Himmel, glasklarer Luft bei 3°C ziehen wir Bilanz unserer Familien-Expedition: „Geil - können wir das nochmal machen?“ (Zitat Jakob).

Frank Trojahn