Zur Liste

Geschnitzter T2

Bulli-Fahrer Gregor Haid aus Ingolstadt hat in den Weihnachtsferien 2010/ 2011 aus Holz seinen T2 a/b, Baujahr 1972, selbst geschnitzt. Hier beschreibt er, wie er dabei vorgegangen ist und zeigt uns Fotos seiner akribischen Arbeit.

 ©Gregor Haid

Als Gregor Haid den Beitrag auf www.vw-bulli.de über die "Geschnitzten Autoklassiker aus Indonesien" las, dachte er, das müsste ich doch auch können. Schließlich hatte er in der Realschule das Schnitzen gelernt.

"Daher habe ich gedacht dass ich versuchen möchte, meinen T2 a/b, Baujahr 1972, selber zu schnitzen", sagt Haid. "Ich habe heuer eh ein paar Weihnachtsgeschenke geschnitzt, da hat es gepasst etwas auszuprobieren."

Seinen eigenen VW Bulli hat er seit drei Jahren. Haid ist seitdem dabei, ihn Schritt für Schritt sorgfältig herzurichten. "Er soll wieder ein vollständiges Feuerwehrauto werden", sagt Haid. Im Feuerwehreinsatz war sein Bulli in Österreich, bevor Haid ihn erwarb.

 ©Gregor Hais

"Ich habe aus dem Originalbrief die Fahrzeugzeichnungen herauskopiert und am Kopiergerät auf die richtige Größe vergrößert", erklärt der Hobby-Schnitzer. 20 Zentimeter lang, 9,5 Zentimeter hoch und sieben Zentimeter breit sollte sein handgeschnitzter Bulli werden. Haid: "Dies entspricht in etwa einem Maßstab von 1:25."

Anschließend schnitt er Schablonen aus und klebte sie auf einen Lindenholzblock. "Lindenholz eignet sich sehr gut zu schnitzen, da es nicht stark fasert und leicht zu verarbeiten ist", erklärt der Ingolstädter.

Nun sägte er die grobe Form aus. Dann arbeitete Haid mit verschiedenen Schnitzeisen die endgültige Form heraus. "Ich habe mich an den Zeichnungen und meinen Bullifotos orientiert", erklärt er seine Vorgehensweise. "Die Fenster habe ich etwas vertieft dargestellt. Dann habe ich einige Schichten Klarlack aufgesprüht."

Für die Frontscheinwerfer bohrte Haid zehn Millimeter-Löcher und leimte ein Rundholz ein.

"Die Räder habe ich selbst gedrexelt. Dafür habe ich von einem 30 Millimeter-Rundholz vier Scheiben abgesägt."

Anschließend spannte er eine Bohrmaschine in den Schraubstock ein und spannte die Scheiben ein. Mit geraden Schnitzeisen und Schleifpapier hat er dann vorsichtig das Holz abgenommen. "Ich brauchte aber einige Versuche bis die Reifen gut aussahen", gibt Haid zu. Auf diese Art und Weise fertigte er später auch die Blaulichter.

 "Für den Dachgepäckträger habe ich ein dickes Elektrokabel aufgespleißt, um an den Kupferdraht zu kommen", erzählt Haid weiter. Per Augenmaß bog er dann den Draht zurecht und baute mit Lötkolben und normalem Lötzinn den Gepäckträger zusammen. "Das war eine Fieselarbeit", erinnert sich Haid.

 ©Gregor Haid

Schlussendlich wurde der Träger schwarz lackiert. Die Holzstäbe vom Gepäckträger sind lange Zündhölzer, die Haid mit Sekundenkleber aufklebte. "Ich habe den Bulli nicht rot lackiert, da ich es schöner finde, wenn man die Maserung und die Schuppung noch sieht", so Haid.

Sollten andere Bulli-Fans Lust bekommen haben, ihren eigenen Bulli zu schnitzen, hilft Gregor Haid (mailto: gregor-haus@web.de) gerne weiter.

Gregor Haid