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"Hein 1976" - der Garten-Bulli der Familie Graue

Hiltraud (56) Graue, ihr Mann Heiko (59) und ihr Sohn Nils (29) hatten eine Idee: Im Garten hinterm Haus soll ein Bulli als "Unterschlupf" stehen. Fast sieben Jahre dauerte es, bis aus der Idee ein toller Garten-Bulli wurde. Hier erzählt Hiltraud von dem Projekt und ihrer Bulli-verrückten Familie.

Camping mit dem T2.

 ©Familie Graue

Hallo Bulli-Freunde!

Vor etwa sieben Jahren saßen mein Mann und ich auf der Bank hinter unserem Haus im schönen Minden in Nordrhein-Westfalen und schauten in unseren Garten. Irgendetwas fehlte und wir kamen auf die Idee, uns einen alten Bulli als "Unterschlupf" hinzustellen.

Wir hatten vor Jahren mit unserem ersten T2-Camper (siehe Foto) viele schöne Urlaubsstunden verbracht. Danach kauften wir uns einen T3, der uns für die Mannschaftsfahrten mit dem Handballteam und später als Baufahrzeug immer gute Dienste erwies.

Der Garten-T2, wie er gekauft wurde.

 ©Familie Graue

Deshalb sollte der "Garten-Bulli" etwas Besonderes werden.

Nur mussten wir erst einmal prüfen, ob und wie wir den Bulli hinters Haus bringen könnten– wir wohnen in einem Reihenhaus, dahinter ist keine Zufahrt.

Und wir mussten natürlich auch einen Platz finden, wo wir ihn restaurieren könnten.

Von den Maßen her passte der Bulli durchs Carport, und als Werkstatt diente schließlich eine alte Scheune außerhalb von Minden, wo uns ein guter Freund - danke, Axel! - über die ganze Zeit einen Platz freihielt.

 ©Familie Graue

Den Bulli ohne Motor, Getriebe und Inneneinrichtung wie Sitze etc. hatten wir bei Bremerhaven über Ebay gefunden.

Er war ein ziemlich verrostetes Exemplar.

Wir konnten uns zunächst gar nicht vorstellen, wieviel Zeit, Mühe und Erfindergeist von uns gefordert werden sollte. Von den Kosten ganz zu schweigen...

Ich bin gelernte Bauzeichnerin und mein Mann Betriebsschlosser (Industriemeister). Das heißt, ich musste schweißen lernen, denn ich wollte bei allen Reparaturen dabei sein. Es war ja unser Traum und neues Hobby am Wochenende!

 ©Familie Graue

Es mussten viele Bleche ersetzt werden. Die größte Herausforderung und fast der "Abbruch des Vorhabens" kam mit der Schiebetür. Die Führung oben war nur noch ansatzweise da und unten nach vorn total verrostet, so wie auch die Tür selbst.

Wir fanden eine passable Ersatztür, und mit viel Aufwand und einigen Rückschlägen funktionierte sie dann am Ende.

Von außen war unser "Traum" fertig. Jetzt kam die neue Lackierung, und die Fenster wurden eingesetzt, was auch nicht ganz so einfach war, zum Beispiel, passende Dichtungen zu finden. Denn auch hier waren die alten nicht mehr zu gebrauchen.

Hiltraud Graue und der T2 im Garten.

 ©Familie Graue

Längst hatten wir auch unser Umfeld "Bulli-infiziert"! Gute Freunde, Arbeitskollegen oder auch Kontakte durch die Arbeit halfen uns sehr, ebenso "Dr. Google" und "YouTube", wo Anleitungen für Reparaturen oder einfach "Tipps zum Einbau" gefunden wurden.

Dass ich mal so viel Zeit vor dem PC deswegen verbringen würde, hätte ich auch nicht gedacht.

Nach fünf Jahren in der Scheune konnte der Bulli schließlich an seinen Stellplatz im Garten hinterm Haus – sein neues Zuhause!

 ©Familie Graue

Die Innenarbeiten wollten wir vor Ort machen, und bei vielen Dingen musste auch erst mindestens eine Nacht drüber geschlafen werden, bevor die Lösung gefunden wurde. Und dafür war der Blick aufs Objekt sehr wichtig.

Wir bauten Sitze vom Renault Twingo ein, und ein Tisch in der Mitte lädt zum Verweilen ein. Das Lenkrad kam an seinen angestammten Platz.

Gardinen, Lampen und noch einige Gimmicks vervollständigen den funktionalen Innenraum.

Auf dem Dach fanden ein Surfbrett sowie ein alter Holzschlitten auf einem eigens dafür gebauten Träger Platz.

Zu guter Letzt bekam er noch Scheinwerfer vom alten Käfer und ein VW-Zeichen, bei dem wir wegen der richtigen Befestigung von einem älteren VWN-Mitarbeiter Unterstützung bekamen.

Inzwischen sind nochmal zwei Jahre vergangen und "Hein 1976" ist fertig.

Hiltraud mit Bulli-Maske.

 ©Familie Graue

Hein, weil ich Fan vom Maskottchen HeinDaddel (THW Kiel) bin, und 1976 ist die Erstzulassung des restaurierten Bullis.

Während der langen Schaffenszeit kamen auch immer mehr Bulli-Accessoires ins und ums Haus.

Als erstes wurde ein Bulli-Briefkasten angeschafft, Bilder, T-Shirts, Bettzeug, von einer Freundin selbstgenähte Taschen, Kuscheldecke und nicht zuletzt auch ein Mundschutz.

Unser Sohn hat sich sogar einen Bulli auf den Unterarm tätowieren lassen. Dass wir regelmäßig Bulli-Treffen besuchen, ist selbstverständlich.

Unser Traum steht da und erfreut uns jeden Tag aufs Neue.

Viele Grüße an alle Bulli-Fans!

Familie Graue

von Gerhard Mauerer