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Highline-Fahrlehrer

Christian Peschke, Inhaber einer Fahrschule in Kiel, hat seit März 2010 ein besonderes Schmuckstück für seine Schüler im Einsatz: einen T5 Highline der Facelift-Generation aus 2010 mit 180 BiTurbo-PS.

In Erinnerung an meinen weißen Fahrschul-Golf 3 mit gemütlichen 75 PS bin ich schon etwas neidisch, als ich den schwarzen T5 auf dem Hof von Christian Peschke erblicke. Seine Frau könne mit dem VW Bus überhaupt nichts anfangen, sagt er. Aber er selbst benutze das das Fahrzeug auch privat sehr häufig.

Gefunden hat Peschke den VW Bus im März 2010 in einem Autohaus im schleswig-holsteinischen Elmshorn. Er benötigte einen Nachfolger für seinen Fahrschul-Touran und da er immer auf der Suche nach ausgefallenen und auffälligen Fahrzeugen ist, kam ihm der T5 gerade recht.

Umgerüstet mit einem zweiten mechanischen Pedalsatz und zusätzlichen Außenspiegeln hat der VW Bus die offizielle Freigabe für Fahrschulwagen erhalten. Da der T5 beim Kauf noch ein handelsüblicher Multivan war, wurden die zusätzlich notwendigen Ausstattungen durch einen Fachbetrieb vorgenommen. Peschke betont jedoch, dass man auch direkt bei Volkswagen Nutzfahrzeuge die Fahrschulversion bestellen könne.

 ©P.Kühl

Durch das 7-Gang-DSG ist die Ausbildung allerdings auf Automatikbetrieb beschränkt. Der Bus wird so zum Großteil für die Anhänger- aber auch für die Behindertenausbildung benutzt, bei der ein Schaltwagen nicht zum Einsatz kommen kann. Drei Pedale sind auf der Fahrlehrerseite zu sehen. Nicht etwa, weil ganz links ein bei der Automatikversion unnötiges Kupplungspedal sitzt, sondern eine Möglichkeit, den Fahrschüler am unbedarften Gasgeben zu hindern. Bei einem Wert von 72.000 Euro ist das sicher eine sinnvolle technische Raffinesse.

Die Prüflinge dürfen sich über die Ausstattungsvariante Highline freuen, auf braunen Ledersitzen Platz nehmen und alle elektronischen Hilfsmittel und Annehmlichkeiten genießen, die Volkswagen zurzeit bei der T5-Produktpalette im Angebot hat. Wer von uns konnte schon seinem Prüfer nach bestandenem Führerschein die Tür per Knopfdruck elektrisch vom Armaturenbrett aus öffnen?

Wobei selbst die Prüfer zunächst eine Prüfung mit dem T5 verweigerten. Man sitze nicht nah genug am Prüfling, das Fahrzeug sei unübersichtlich und ungeeignet, hieß es. Dass es sehr wohl geeignet ist, beweist das Prüfzertifikat des Herstellers. Der Bus erfüllt sämtliche Kriterien, die an ein Fahrzeug für die Führerscheinprüfung gestellt werden und so stand neben den Schulungsfahrten auch den alles entscheidenden Prüfungsfahrten nichts mehr im Weg.

15 Fahrschüler haben seit Beginn der Ausbildung die Prüfung mit dem Bus erfolgreich absolviert und Negatives ist Christian Peschke von Seiten seiner Schüler bisher nicht zu Ohren gekommen. Auch von der allzu oft bekannten Scheu vor einem so großen Auto, die ja vielleicht gerade bei Fahranfängern vorhanden sein müsste, ist bislang nichts zu spüren gewesen. Vielleicht motiviert und ermuntert ja auch das außergewöhnliche Erscheinungsbild aller Schulungsautos, die mit Landesflagge und Fahrernamen auf den Türen sowie fortlaufenden Startnummern eher an Touren- als an Fahrschulwagen erinnern, die Prüflinge zusätzlich.

Einmal wurde der T5 bislang ausdrücklich für eine Fahrstunde gewünscht, da innerhalb der Familie ein Fabrikat eines in Sindelfingen hergestellten Konkurrenzproduktes in ähnlicher Größe benutzt wird. So konnte die Tochter sich sogleich an die Abmessungen und die Übersicht in einem Van gewöhnen.

Weitere Infos: www.peschkes-fahrschule.de

Patrick Kühl