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Ich geh mal geschwind ans Nordkap Teil 1

Einmal von Südwestdeutschland zum Nordkap und zurück. In sieben Tagen, gespickt mit einigen Abenteuern und Missgeschicken. Christian Seiß erzählt von seinem Husarenritt.

 ©Christian Seiß

Hallo liebe Bulli-Gemeinde!

Prolog: Eigentlich ist es ja eine ziemliche Spinnerei – nur wegen einer ominösen Stahlkugel, die irgendwo am anderen Ende der Welt vor sich hinoxidiert, so einen Trara zu machen. Nur um mal um die Kugel rumzurennen.

Aber anscheinend bin ich so... Das es sein muss.

Die Voraussetzungen sind schon mal allererste Sahne – von meinem Vater habe ich sein gerade eingefahrenes Wohnmobil bekommen, und dem werde ich mal das obere Ende der Zivilisation zeigen.

 ©Christian Seiß

Tag 1: Freitag der 16.05.2008 – 5.45 Uhr.

Mit 50 Pferden Modell Rudolph Diesel geht es los. Muss aufpassen, dass ich nicht ins Geschäft fahre – ist ja schließlich meine Startzeit, wenn ich sonst arbeiten gehe.

Der Turbolader meines Geschäftswagens pfeift immer so schön – hab ich hier nicht. Pfeif ich halt selber...

Auf der Autobahn versucht die Tachonadel vergeblich die 100 totzuschlagen, das GPS sagt 90. Har har har, locker 10 Prozent Abweichung, da zieh ich doch mal von der Gesamtlaufleistung 28.500 Kilometer ab, dann stimmt´s wieder. Egal. Und wenn ich mich mit den Armen gegen das Lenkrad ganz fest in den Sitz stemme, kommt sogar ein gewisses Beschleunigungsgefühl rüber.

 ©Christian Seiß

Im Radio läuft das Hörbuch von Eragon – beide Bücher sind so an die 30 CDs – die sollten eine Zeitlang die Ewigkeit vertreiben und sind gut zum Hören und nebenher Kilometer Fressen.

16 Uhr – Ziel Flensburg erreicht, aber viel zu früh. Also getankt und weiter Richtung Schweden. Um 21 Uhr Malmö erreicht – erstmal an nem Parkplatz Essen gekocht und nebenbei mit einer deutschen Touristin getratscht. Sie hat sich eine Hütte gemietet – alleine... Ist die doof - Urlaub alleine in Schweden. Moment, ich ja auch...

Nach dem Essen noch ein paar Kilometer vernichtet und nach dem Dieselmotor-Füttern hinter einer Tankstelle zum Schlafen geparkt.

 ©Christian Seiß

Tag 2:

Hab die Nacht nur mit einer Decke geschlafen – war schon ein bisschen frisch am Morgen – werde also doch mal den Schlafsack rauskramen. Gegen 6.30 Wecker geklingelt, ein bisschen dösen und um 7 Uhr los. Autobahn bis Stockholm, dann die legendäre E4 hochzuckeln. Temperatur fallend von 18 Grad in Stockholm auf zwischenzeitlich 2,4 Grad. Schneeregen. Kontrolllampe der Lichtmaschine blinkt mich gelegentlich mal an – hmm- fängt sich wieder und bleibt aus. Muss wohl demnächst mal den Riemen ein bisschen nachspannen.

Während der Fahrt super Schlafplatz an nem See entdeckt, aber andere Straßenseite – also U-Turn und hin. Ein Wohnmobil steht schon da und ich geselle mich dazu. Super hier – saubere Toiletten und direkt am See.

 ©Christian Seiß

Tag 3:

Aufgestanden um 6 Uhr – Katzenwäsche und los. Platz am See war wirklich gemütlich, aber sehr frisch am Morgen – so um die 3 Grad. Brrrrrrrr.

Ziel für heute: Santa Claus Village am Polarkreis, bis dahin viel Natur – nur Natur und alleine auf der Straße – der Hammer!

Schöne Seen, Burgen und viel Wald aber kein Elch – glaub Elche sind aus; denke ich mir oder lässt das gelegentliche Pfeifen meines Keilriehmens die Viecher flüchten???

Dann Santa Claus Village erreicht – Parkplatz leer. Bin irgendwie der einzige hier. Karten schreiben und rumgucken. Schicke Mützen haben die Mädels da auf – müssen wohl die Wichtel vom Weihnachtsmann sein.

 ©Christian Seiß

Dann weiter – erster Campingplatz war nix – nicht mehr da trotz ADAC-Empfehlung. Der zweite hatte nur Hütten für 35 Euronen – also wieder weiter.

Direkt am Inaris-See einen super Platz entdeckt – für 12 Euro inklusive Strom. Erstmal Essen gekocht (Bratkartoffeln mit Speck) und ausgiebig Duschen.

Dank Strom nehme ich meinen Laptop in Betrieb und chatte mit Alex in Deutschland. 22 Uhr – oder 23 Uhr – ist doch glaub irgendwie eine neue Zeitzone hier. Egal – Schlafen jetzt.

Teil zwei des Berichts gibt es demnächst hier!

von Gerhard Mauerer