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18 Bullis und viel Spaß bei der "Bulliindustriekult-TOUR Dortmund"

Industriekultur und -natur, Besichtigungen und natürlich Beisammensein prägten die "BulliindustriekultTOUR Dortmund, 2021". Oliver Wozny berichtet.

 ©Oliver Wozny

Hallo Bullifreunde!

In diesem Jahr trafen wir uns auf einem beschaulichen Parkplatz in Dortmunds Norden. Wir standen mitten im Wald und es war überraschend ruhig. Auswärtige Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren ganz verblüfft, wie ruhig es hier, mitten in einer Großstadt, sein kann.

Der Wald spendete uns viel Schatten, was auch wirklich bitter nötig war, denn wir hatten bis zu 35 Grad Temperatur am Tage und über 20 Grad in der Nacht. Die Mücken freuten sich, wir weniger.

 ©Oliver Wozny

Am Freitagabend besichtigten wir die Kokerei Hansa in Dortmund-Huckarde. Wir waren die erste Führung nach der langen Corona-Pause. Alle Bullifahrerinnen und -fahrer waren getestet, geimpft oder genesen, so dass wir auch zusammen ein gutes Gefühl hatten. Es tat dabei richtig gut, nach so einer langen Winterpause, wieder mit Gleichgesinnten etwas gemeinsam unternehmen zu können. Zusammen reden, lachen und etwas unternehmen, das war schon ganz großes Kino, und doch gleichzeitig auch so "normal". Aber was ist in diesen Zeiten schon normal.

Die erste  abendlichen Tour fand auf dem Gelände der Kokerei Hansa statt. Vom Turm aus gelangen dabei schöne Aufnahmen von Dortmunds Stadt-Silhouette (und natürlich auch vom BVB-Stadion). Merkt man eigentlich, dass der Autor Dortmunder ist?

 ©Oliver Wozny

Die Detailaufnahmen von Stechkarten und Geräten, Bedienhebeln und Schaltern zeigen, wie manuell, aber auch sehr durchdacht (heute würde man sagen "prozessoptimierter Workflow"), früher gearbeitet wurde.
 
Die ganze Anlage ist mittlerweile in ein naturnahes Grün getaucht. Frösche quaken, Wasser lädt viele Tiere zum Verweilen ein. Der Begriff "Industrienatur" fiel öfter an diesem Abend.
 
Das wir die erste Führung (in drei Teilgruppen) nach der langen Corona-Pause waren, wurde auch dadurch erkennbar, dass die sehr laute Alarmanlage noch aktiv war und die Führer nicht wussten, wie sie denn abzuschalten war. Nun ja, so wussten wir genau, an welcher Stelle die beiden anderen Teilgruppen waren, denn der Alarm ging dann jedes Mal aufs Neue los. :-)

 ©Oliver Wozny

Deutlich wurde bei der Führung leider auch, wie gefährlich es früher war, auf einer Kokerei oder "auf Zeche" zu arbeiten. Schwere Unfälle und auch Todesfälle gab es des Öfteren.
 
Am späten Abend war ein Teil der Anlage in schönem Blau beleuchtet.

Am frühen Samstagmorgen fuhren wir in Kolonne weiter zur rund sieben Kilometer entfernten Zeche Zollern. Ein neuer spannender Tag lag vor uns.

 ©Katrin Uhl

Gerade angekommen, werden wir von einer tollen alten Baumallee und wunderschön restaurierten originalen Häusern rund um das Gelände empfangen. Das lässt Großes erwarten. :-)

Die zum Ende des 19. Jahrhunderts im Historismus-Stil erbaute Zeche war nicht die größte ihrer Art, aber eine besondere, denn es wurde damals sehr viel Wert auf Architektur gelegt. Das sieht man auch heute noch. Die Zeche ist bildschön und sehr symmetrisch gebaut.

 ©Oliver Wozny

Bauliche Erweiterungen nach der Pariser Expo im Jahre 1900 wurden unter den damals neuen architektonischen Einflüssen im Jugendstil gebaut. Das Bauhaus war da noch ein Stück weit entfernt, so dass von diesem prägenden Stil noch nichts zu sehen ist. Diesen findet man vielmehr in Essen bei der Zeche Zollverein, die später in den 1920er Jahren geplant und anschließend gebaut worden ist.
 
Auf Zeche Zollern arbeiteten rund 1800 Menschen, vor allem Männer. Während des Krieges wurden auch hier Zwangsarbeiter beschäftigt. Ein sehr unrühmliches Kapitel. In den 1960er Jahren wurde der Betrieb letztendlich eingestellt, das große Zechensterben begann.

Zum krönenden Abschluss empfing uns der Pferdestall zu einer kleinen Mahlzeit und zu kühlen Getränken.

 ©Stefan Steiner

Am späten Nachmittag endete unsere Zeit in Dortmund und wir fuhren zum Campingplatz Naturpott Borkenberge in Lüdinghausen. Dort wartete auf uns ein naturnahes Freibad. Gut hate es, wer eine Badehose eingepackt hatte.

Und so bauten wir eine große und gleichzeitig coronaabstandsgeeignete Wagenburg mit unseren 18 Bussen. Und so endete dann am späten Sonntagvormittag unser tolles Wochenende. Und schon überlegen wir, wo wir denn beim nächsten Male hinfahren wollen. Es gibt da nämlich noch viel zu besichtigen...

Oliver Wozny