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1961 mit dem T1 nach Afrika

Jetzt im Juni 2011 war es 50 Jahre her. Wir waren fünf junge Burschen. Gerade hatten wir mit 18 den Führerschein in der Tasche. Unser Interesse galt neben Schule und Ausbildung dem Reisen in ferne Länder. Afrika war einer unserer Träume. Aber wie? Ein VW-Bulli wäre das Richtige.

Wir hatten Glück. Der Vater eines unserer Freunde wollte einen Bulli aus seinem Fuhrpark aussortieren. Als er hörte, was wir mit dem alten Möhrchen vorhatten, hätte ihn beinahe der Schlag getroffen. Aber wir ließen nicht locker. Dann dauerte es noch einige Zeit, bis wir das Geld zusammenhatten.

Jetzt konnte es losgehen. Ein kleines Zwei-Mann-Zelt (drei schliefen auf den Sitzbänken im Bulli), Luftmatratzen, Schlafsäcke, Benzinkocher und ein großer Karton Konserven, die einer von uns mit Beziehungen zum Großhandel – Discounter gab es ja noch nicht – günstig erstanden hatte, füllten die letzten Lücken im hinteren Kofferraum.

Irgendwann mitten in der Nacht ging es los. Wir vertrauten unserem VW-Bulli. Non-Stop mit 80 Stundenkilometern war Marseille nach etwa 1300 Kilometern unser erstes Ziel.

Eine schillernde Hafenstadt. Damals galt sie noch als Ganovenhochburg. Immer zu zweit haben wir abwechselnd auf unseren Bulli aufgepasst. Es ging gut. Dann ging’s weiter nach Barcelona. Freundliche Polizisten drückten ein Auge zu, so konnten wir dort einige Tage unter schattigen Bäumen bleiben.

Weiter auf der Küstenstraße (die Autobahn war noch nicht da) Valencia, Alicante, Abstecher nach Granada, Malaga, Gibraltar, dann die Fähre. Unser Traum wurde wahr, Afrika kam immer näher.

Wir tauchten mit allen unseren Sinnen in eine andere Welt ein. Moscheen, Muezzins, Souks, die arabischen Märkte in Tanger, Casablanca und die Königsstädte Rabat, Meknes, Fes und Marrakesch mit ihren Besonderheiten wie Stadttore und Paläste. Couscous, Wasserpfeife und frischer Pfefferminztee, alles war fremd und spannend.

Stets begegneten wir freundlichen Menschen. Hirten begrüßten uns abends im Atlasgebirge mit einer Kostprobe Ziegenmilch. Straßenarbeiter halfen unserem Bulli mit dicken Bohlen über eine Furt hinweg. Ein tagelanger Umweg blieb uns so erspart.

Die Wochen verflogen, über 5.000 km hatten wir hinter uns. Unser Bulli verbrauchte immer mehr Motoröl. Über Ceuta mit der Fähre nach Algeciras ging es auf die Heimreise.

Am Gesichtsausdruck des Tankwartes in Sevilla konnten wir ablesen, was die blaue Fahne am Auspuff unseres Bullis zu bedeuten hatte. Jetzt wurde abgestimmt: Zwei von uns wollten auf schnellstem Wege nach Hause. Wir hatten die Mehrheit und weiter ging es über Portugal.

Lissabon, dann Madrid, uns war klar, wir mussten unseren Bulli schonen. Befürchtungen wurden nicht ausgesprochen. Austauschmotor? Zu teuer, lohnt nicht mehr! An Ort und Stelle verschrotten? Per Autostopp zurück!! Wir entschieden uns, die letzten 1.500 km so weiter zu machen

Also volles Risiko – über Bordeaux, Paris, Brüssel, Aachen – endlich Gelsenkirchen. Es war wie eine Ewigkeit - wir hatten es geschafft. Unser VW-Bulli hatte sein Letztes gegeben. Es war auch seine letzte Fahrt.“

Text und Foto: Edgar Müller

Mit freundlicher Genehmigung von "Der Westen"

Auch im Jahr 2014 finden etliche Bulli-Treffen statt. Am kommenden Wochenende stehen unter anderem folgende Treffen an: VW-Bus-Treffen Warstein, Bullitreffen im Lausitzer Land, VW Bus Treffen Mörel (Schweiz), Nordsee-Bulli-Treffen und das Midsummer-Bulli-Festival Fehmarn.

Wir haben uns bem

üht, möglichst alle wichtigen Treffen des Jahres 2014 in unserer Terminübersicht zusammenzutragen. Wenn wir etwas vergessen haben, schreiben Sie uns einfach an redaktion(at)vw-bulli.de und wir ergänzen die Terminliste gerne.

Und wir freuen uns immer, wenn wir Fotos und Berichte von den Treffen bekommen. Auch hier: Einfach an redaktion(at)vw-bulli.de mailen, damit diejenigen, die selbst nicht dabei sein konnten, lesen und sehen können, was sie verpasst haben.

Unsere früheren Berichte von Treffen können Sie hier nachlesen, in der linken Navigationsleiste finden Sie die "Bulli-Events" der vergangenen Jahre.

Und Bildergalerien vergange

ner Treffen finden Sie über diesen Link, ebenfalls in der linken Navigationsleiste unter der Überschrift "Veranstaltungen 2013" etc.

 

Edgar Müller